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Di, 13:20 Uhr
14.03.2017
Demografiebericht 2016 vorgestellt

Keller: „Herausforderung für alle Ressorts“

Thüringens Demografieministerin Birgit Keller stellte bei der heutigen Regierungsmedienkonferenz den Demografiebericht 2016 vor. Er beinhaltet eine Prognose für die regionale Entwicklung der Bevölkerung Thüringens bis zum Jahr 2035 und konkrete politische Handlungsansätze...


„Der demografische Wandel ist eine große Herausforderung für alle politischen Ressorts und für die gesamte Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir angemessene Rahmenbedingungen schaffen. Unsere Aufgabe für die nächsten Jahre und Jahrzehnte wird sein, die Strukturen an die sinkenden Bevölkerungszahlen anzupassen und dafür zu sorgen, dass besonders die ländlichen Regionen lebendig und lebenswert bleiben“, sagte Ministerin Keller.

Laut Prognosen wird die Bevölkerung immer älter. Bis zum Jahr 2035 wird die Gruppe der Menschen im erwerbsfähigen Alter von rund 60 auf fast 50 Prozent zurückgehen. Die Zuwanderung sowie die Geburtenrate sind zu niedrig, um den Bevölkerungsrückgang auszugleichen.

Die Entwicklung der Bevölkerung wird regional sehr unterschiedlich verlaufen. Nur Erfurt, Jena, Weimar und Eisenach werden wachsen, die ländlichen Regionen dagegen an Bevölkerung verlieren. Die Einwohnerzahl im Freistaat liegt ab dem Jahr 2027 voraussichtlich unter zwei Millionen.

Diese Entwicklung wird vielfältige Folgen haben und unter anderem den Fachkräftemangel verschärfen, zu sinkenden Steuereinnahmen führen und sich auf die alltägliche Daseinsvorsorge auswirken.

Auch die Lebensformen sind im Wandel, die Zahl der Einzelhaushalte steigt, immer seltener leben die Menschen in der klassischen Kernfamilie.

„Umso wichtiger ist es, in allen politischen Bereichen Lösungsansätze anzubieten. Wir denken Thüringen vom Dorf aus denn hier leben die meisten Menschen. In der Landwirtschaft ist es unser Ziel, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen zu sichern und den Menschen dadurch eine Zukunft zu sichern. Mit unseren Programmen zur Dorferneuerung und Dorfentwicklung erhöhen wir die Lebensqualität in den Dörfern“, sagt Keller. Knapp 1.900 Dörfer wurden zwischen 1991 und 2014 im Freistaat auf diese Weise gefördert. Über 900 Mio. Euro Fördermittel wurden in diesem Zeitraum von EU, Bund und Land ausgereicht.

„Besonders gut nachgefragt wird unser Programm zum Abbau von Barrieren in Wohnungen. Daher haben wir die Fördermittel für das Barrierereduzierungsprogramm für 2016 von 5 auf 9 Mio. Euro fast verdoppelt. Das ist ein sehr gutes Beispiel, wie wir mit politischen Angeboten da ansetzen, wo Unterstützung gebraucht wird“, so Keller.

„Beim Verkehr ist unser Ziel, dass die Menschen auf dem Land nicht abgehängt werden. Wir setzen auf einen guten öffentlichen Nahverkehr, damit man vom Dorf in die Zentren des Landes kommt auch ohne eigenes Auto“, so Keller weiter.
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Kommentare

14.03.2017, 14.24 Uhr
N. Baxter | wer kann und
vorallen möchte denn auch noch in der Gegend arbeiten? Marodierende Firmen - die eine entlässte ihre langgedienten Angestellten welche es stellenweise mit dem Leben bezahlen , Geschäftsführer in Heuschrecken-Mentalität, Lohn-Dumping, kein Geld für Tore oder Außenanlagen, riesige leerstehende Industriegebiete bzw. zukünftige Solarparks, eine Stadt die bis über alle Ohren verschuldet ist, ewiger Streit über die Weiterführung bzw. den zugügigen Ausbau von wichtigen Verkehrswegen.

Lichtblicke gibt es auch aber wohl ehr wenige: einer wäre die FH, wo junge Leute ausgebildet werden und dann gleich weiter auf Reisen gehen können.
14.03.2017, 14.26 Uhr
mbmbo | Die Geister, die ich rief
Das Gespenst des demografischen Wandels hat zu einem erheblichen Teil die desaströse Familienpolitik erschaffen (welche sich im Schulterschluss zur ähnlich qualitativ ausgeführten Bildungspolitik befindet). Und anstatt Familien zu helfen, streichen wir auf Bundes- und Landesebene die Betreuungs-/Erziehungsgelder, verlangen in den Kommunen teils sehr hohe Kita-Gebühren, haben in vielen Regionen erheblichen Mangel an Betreuungsplätzen, erschaffen einen Bürokratischen Hürdenlauf, der schon vor der Geburt anfängt usw. usf. Und solange man da nicht tätig wird, hilft auch nicht das Therapieren der Auswirkungen.
14.03.2017, 15.11 Uhr
darkmoon | neue Fachkräfte
Ich kann den Bericht von Frau Keller nicht nachvollziehen. Es kommen doch täglich neue Fachkräfte in unser Land, die müssten doch eigentlich den Schwund an Arbeitnehmern ausgleichen können. Und RRG ruft doch in die Welt: "Kommt alle nach Deutschland". Also sehe ich ja keinen Handlungsbedarf, es gibt doch dann genug Einzahler.
14.03.2017, 15.59 Uhr
Sonntagsradler 2 | Ja Ja @ darkmoon RRG ladet
alle Fachkräfte ein. Aber ob der überwiegende Teil überhaupt Arbeit kriegt?
Oder arbeiten will? In den Hochburgen wie Duisburg, Hamburg oder Berlin leben Neubürger in der 2-3.Generation bei uns ohne jäh ein Handschlag gemacht haben um ihren Lebensunterhalt selbst zu finanzieren. Geschweigen wie von den Politiker gefordert deutsch zu lernen oder zu sprechen Schau selbst mal im Netz und Staune!
14.03.2017, 19.07 Uhr
H. Buntfuß | Eine Frage??
Frau Keller, Können Sie mir verraten wer Schuld ist, an dieser Situation? Sind es vielleicht die Thüringer Bürger, die sich erlauben, in andere Bundesländer abzuwandern, weil man dort mehr Lohn oder Gehalt bekommt? Denken wir nur an die vielen Lehrer oder Facharbeiter, die in Nachbarländern viel besser gestellt sind.

Vielleicht liegt es aber an den Politikern die Thüringen in den Letzten Jahren zum Billiglohnland gemacht haben. Ich kann mich noch sehr genau an die Sprüche der Politiker erinnern. Kommt nach Thüringen hier gibt es gute Standorte mit sehr billigen Arbeitskräften.

Frau Keller ich finde, dass Sie und Ihre Ministerkollegen einmal darüber nachdenken sollten, was sie besser machen müssen, um eine Massenabwanderung zu verhindern. Große Reden schwingen wird da nicht viel helfen. Auch die Thüringer Bürger können an der Situation nichts ändern, hier sind die Politikerinnen und Politiker gefragt. Sie müssen sich überwinden und den Pfusch den sie in der Vergangenheit gemacht haben zu korrigieren und endlich vernünftige und erfolgversprechende Wege einzuschlagen.

Denken sie einmal an die Bürger Thüringens und nicht immer an sich selber. Nur so können sie eine vernünftige Politik machen, die auch den Bürgern zu Gute kommt.
14.03.2017, 19.19 Uhr
Gretchen80 | Verschlafen
Wichtige Themen werden doch von der Politik ignoriert. Die Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung ist doch kein Geheimnis, das konnte doch schon vor Jahrzehnten voraus gesehen werden. Auch die auftretenden Fragen im Zusammenhang mit der Digitalisierung werden von der Politik nach meiner Meinung unzureichend beantwortet.

Aber es kommt alles noch viel schlimmen, wenn ich einen heutigen Beitrag im Focus online unter der Überschrift lese, "Gymnasium wird zur neuen Hauptschule". Da wird nur das berichtet, was die Beteiligten schon längst wissen und nichts dagegen tun. Da sieht es doppelt und dreifach schlecht aus mit den zukünftigen Fachkräften. Da wird mir "Angst und Bange".
14.03.2017, 22.34 Uhr
Pe_rle | Ministerin Keller
mir fällt bei Ihrem Ausführungen auf ,das Sie jegliche Realität an die Wirklichkeit verloren haben .Was Sie versuchen als Neuigkeit zu verkaufen ,ist seit Jahren schon bitterer Ernst.
Wachen Sie ganz einfach auf , wir haben 2017 und nicht 1988
15.03.2017, 12.09 Uhr
Spätzlevernichter
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