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Fr, 09:41 Uhr
14.07.2017
Bündnis Grundeinkommen wird wählbar

Ein Kreuz für das Grundeinkommen

Es ist geschafft! Das Bündnis Grundeinkommen wird es in Thüringen auf die Wahlliste für die kommende Bundestagswahl schaffen. Die nötigen Unterschriften hatte man schon vor einigen Wochen zusammen. Bevor man sein Kreuz im Herbst auch beim Bündnis Grundeinkommen wird setzen können, musste nur noch eine Hürde genommen werden...

Insgesamt 90 Tage lang waren 20 Helfer in ganz Thüringen unterwegs und warben dafür, das Grundeinkommen auf die Wahlzettel zu bringen. 2156 Stimmen hat man bekommen, 1843 hätte man maximal gebraucht. „Wir haben trotzdem noch weiter für das Grundeinkommen geworben“, sagt Susanne Schickschneit, Vorsitzende des Bündnisses.

Erfahrungsgemäß würden einige wenige Stimmen von den Meldebehörden und dem Landeswahlleiter aussortiert, so Schickschneit weiter, man habe ein Sicherheitspolster haben wollen. „Das es nun so viele Unterschriften mehr geworden sind, freut uns sehr. Es ist ein erster Erfolg für unsere junge Partei und einer für die unsere fleißigen Helfer größter Dank gebührt. Inzwischen hat das Bündnis alle Prüfungen bestanden und es ist amtlich: im September kann man seine Stimme auch für das Grundeinkommen einsetzen.

Mit der Unterschriftensammlung will man sich nicht zufrieden geben, das Ziel ist es über die Zweitstimme bei der Bundestagswahl genug Unterstützer und damit politische Relevanz zu finden um im Berliner Politbetrieb Druck auszuüben. „Das BGE gehört endlich auf die Agenda. Dafür und nur dafür treten wir an. Es ist an der Zeit das sich die große Politik endlich ernsthaft mit dem Thema befasst“, so Schickschneit weiter.

In den kommenden Wochen und Monaten will man über den Freistaat verteilt weitere Veranstaltungen und Informationsabende anbieten. Wer jetzt schon weitere Informationen rund um das Bedingungslose Grundeinkommen und das Bündnis haben möchte, wird unter www.buendnis-grundeinkommen.de fündig werden.
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Kommentare

14.07.2017, 10.17 Uhr
Gothe | Herzlichen Glückwunsch...
Meine Stimme habt Ihr....
14.07.2017, 11.25 Uhr
N. Baxter
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
14.07.2017, 11.48 Uhr
BGE- Pirat | Für ein Alter ohne Armut Grundeinkommen für alle
dann einfach mal die Zweitstimme für die Partei BGE
für eine gute Zukunft für alle Bürger.
14.07.2017, 12.56 Uhr
Friedrich I. | Nur Leistung zählt
Wer soll das Grundeinkommen erarbeiten, die Anderen?
14.07.2017, 13.20 Uhr
Wolfi65 | Nur nicht nervös werden
Wenn kein Geld mehr da ist, wird bei der EZB einfach neues gedruckt.
So hat dann jeder genug Geld in der Hand, um sich von Nichts, Nichts zu kaufen.
14.07.2017, 13.22 Uhr
Overhead | Friedrich I.
Die Idee des Grundeinkommens muss man verstehen. Ich frage mich, wer von den Kommentatoren sich ernsthaft mit dem Grundeinkommen auseinander gesetzt hat?
14.07.2017, 13.28 Uhr
N. Baxter | Falsche Suggestion
ganz genau, die Anderen erwirtschaften es und am Ende lockt es noch mehr Sozialtouristen an... daher meine Forderung: übersetzt eurer Programm in andere Sprachen, dann schafft ihr es auch!!!
14.07.2017, 13.35 Uhr
altmeister | Das Geld ist doch da
Wenn alle Grundleistungen des Staates durch diesen Grundbetrag abgedeckt sind, so erübrigt sich vieles, was durch den Staat erbracht wird und von Bearbeitern eingefordert, abgesprochen, bewilligt, kontrolliert und was weiß ich noch werden muss.
Leistungen, welche schon bezahlt werden fallen somit in diese Summe und es fallen eine nicht geringe Menge an Personalkosten nicht mehr an, welche somit auch dafür zur Verfügung stehen.
Als positiver Nebeneffekt werden unserem Arbeitsmarkt eine ganze Menge hochqualifizierter und motivierter Fachkräfte, welche ja freigesetzt werden, zur Verfügung stehen und der immer wieder beklagte Fachkräftemangel ist schnell behoben.
Das sind dann auch solche, welche immer darauf hingewiesen haben, dass ein Arbeitnehmer flexibel sein muss, auch längere Wege in Kauf nehmen sollte, man dahin ziehen sollte, wo die Arbeit ist, die Ansprüche nicht zu hoch sein sollten, also Leute die dazu stehen sollten, was sie von Anderen verlangt haben.
Also, wenn man es richtig nimmt, eine Win-Win Situation, welche doch nur zu begrüßen wäre!
Die interessante Frage ist, wer hat da wohl die größte Angst davor, dass so etwas kommen könnte?
14.07.2017, 13.39 Uhr
NDHler | Wolfi65
Das was sie da schildern hatten wir doch schon unter Honi!
Wir hatten Geld, konnten uns aber nichts kaufen!
14.07.2017, 16.08 Uhr
Frank1966 | Dieser Diskussion fehlen...
...einfach die Zahlen. Daran sind leider die Befürworter schuld, denn die Gegner vermuten ja nur Faulheit. Der Kommentar von altmeister trifft den Nagel auf den Kopf, ist sachlich und fachlich richtig. Bürokratie und Antragsflut wären auf einen Schlag beendet.
Also ich würde mich freuen, wenn die Initiatoren mal ein paar Zahlen liefern würden, worüber dann in der Sache diskutiert werden kann.
Und so lange die Alleinreisenden keinen Aufenthaltsstatus haben, haben diese auch keinen Anspruch. Dieses Thema gehört aber gesondert diskutiert, denn wir alle kennen die Fachkräftequote.
14.07.2017, 19.36 Uhr
Jäger53 | Geld fürs faulenzen
Ich habe mein leben lang auf dem Bau gearbeitet. Ich bin 64 Jahre alles tut weh , Gelenke sind hin
und die Wirbelsäule ist auch hin. Jetzt will diese Partei durchsetzen das fürs faulenzen ein
Grundeinkommen gezahlt wird. Armes Deutschland, über uns wird nur noch in Europa gelacht.
Wer soll das bezahlen wenn niemand mehr arbeitet. Mit Deutschland geht es sowieso zu ende,
egal aus welchen Gründen.
14.07.2017, 23.17 Uhr
BGE- Pirat | nicht fües faulenzen
was ist mit den frauen die 40 jahre gearbeitet haben und 2 kinder haten und dann mit 600 euro rente arm im alter sind ?
die jetzt zb. mit 50 schon 20 jahre zuhause sind die bekommen schon lange die 1000 euro.
finden sie das gut ?
mfg heiko
14.07.2017, 23.38 Uhr
stewo | In den Nordischen Ländern...
Funktioniert das auch. Ich bin dafür und setze ein Kreuz.
15.07.2017, 00.27 Uhr
Micha123 | Beide Seiten verstehen
Bisher war ich selbst immer im Zwiespalt, wenn es um das Thema BGE ging. Der, der immer gearbeitet hat - dem geht da nur eine Sache durch den Kopf "Geld fürs Faulenzen". Doch schnell kann sich auch dessen Blatt wenden und er sieht es mit anderen Augen.

Ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis:
Mann Ende 50, fast 40 Jahre berufstätig, Einkommen im Bereich des heutigen Mindestlohnes. Der Arbeitgeber musste vor 2 Jahren alle entlassen. Seitdem bezog der Mann ALG 1.
Aus gesundheitlichen Gründen kann er seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Er lebt im eigenen Haus, vor einigen Jahren zog sein pflegebedürftiger Vater, der Sohn übernimmt dessen Pflege.
Der Mann beantragte die Rente - diese wurde abgelehnt. Eine Umschulung oder dergleichen bietet ihm das Arbeitsamt nicht an.
Einen Job in der Region fand er nicht (da er durch die Pflege des Vaters - zum Beispiel nicht in Schichten arbeiten kann).
ALG 1 erhält er jetzt nicht mehr. Die Arbeitsagentur ist der Auffassung, dass er sein Haus verkaufen könnte, den Vater in ein Pflegeheim bringt und er von hier weg zieht - dorthin wo es einen Job gibt.
Im Moment ist er überhaupt nicht mehr sozial abgesichert - keine Krankenversicherung etc.

Das alles ist passiert, obwohl er eben sein Leben lang gearbeitet hat. Sich eine Existenz geschaffen hat und diese nun unverschuldet am Ende ist.
Jedem kann es so gehen. Der Mann faulenzt nicht und hat es nie getan.
Ein Grundeinkommen wäre da genau angebracht. Ich kann und will mir nicht vorstellen, wie es ihm psychisch ergeht. Vor allem durch die plumpen Aussagen der Ämter. Welche sich dann noch Lobpreisen und sagen "wir bezahlen ihnen auch den Umzug"...

Man muss das BGE von beiden Seiten her sehen und verstehen.
15.07.2017, 11.20 Uhr
takuma | auch von mir ein gibt`s ein Kreuz !!!
Wer es satt hat von den etablierten Parteien weiterhin geknechtet und verschaukelt zu werden , setzte sein Kreuz für das BGE.
15.07.2017, 13.44 Uhr
Joerg B. | @ „Jäger53“ (Nicht nur!)
„Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen,
So wie sie es mit uns heute immer noch tun,
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, die Gesundheit, dein Leben.“

(Frei nach dem Refrain von „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader. Schön illustriert z.B. unter https://www.youtube.com/watch?v=ITBWhkz6ezE – Auswahl wegen den explizit dargestellten Völkermördern.)

Mit einem garantierten existenzsichernden Grundeinkommen ohne Bedürftigkeitsprüfung müsste man/frau nicht mehr in jeder „Knochenmühle“ anheuern.

Allerdings ist jedes Volk erst mal selbst gefordert, sich einen Sozialstaat zu erkämpfen, der diesen Namen wirklich verdient. Eine unkontrollierte Zuwanderung in ein solches Sozialsystem muss aber verhindert werden, denn sie würde unser Sozialsystem überfordern und letztlich zerstören, was auch den Zuwanderern schaden würde.

Sehr wohl aber können und sollten andere Völker bei der Schaffungen eines eigenen Sozialsystems tatkräftig unterstützt werden. Was aber tut die Merkel-Administration? Sie wälzt sich vor den schlimmsten Diktatoren der Welt im Staube und erlaubt und fördert auch noch Waffenlieferungen an Terrorstaaten, z.B. die Türkei!
15.07.2017, 15.08 Uhr
Mueller13 | Unverändert Schwachsinn!!!
Seit unserer ersten Diskussion frage ich nach der konkreten Ausgestaltung. Seit der ersten Diskussion kommt von der Befürworterseite NICHTS.
Es ist einfach nur sozialromantischer Schwachsinn mit einem sozialistisch-kommunistischen Einschlag.
Im Moment haben wir ein Sozialsystem, das an Bedürftigkeit ausgerichtet ist. Geht es nach dem BGE wird diese Bedürftigkeit einfach auf alle übertragen. Warum haben wir denn so ein komplexes Hilfesystem? Aus Gründen der Gerechtigkeit! Es soll also nur denjenigen geholfen werden, die nicht selbst für sich sorgen können, aber nicht jedem Faulpelz.

Es ist unfinanzierbar und es bleibt unfinanzierbar. Was ihr wollt, ist mehr Kohle für alle.-Jedem sollte klar sein, dass dies NIE funktionieren kann. Jedem sollte klar sein, dass irgendjemand immer die Rechnung zu zahlen hat. Auch dieses permanent vorgetragene Argument, dass es sich durch Abbau von Bürokratie selbst refinanzieren würde, ist einfach nur Unsinn.

Die mit Abstand größte Behörde der bRD ist die Arbeitsagentur mit etwas unter 100.000 Angestellten. Nun sind aber von dieser größten Behörde nicht alle mit Berechnung und Kontrolle von Geldern beschäftigt, sondern vielleicht nur die Hälfte. Wir haben rund 3Mio Arbeitslose und vielleicht doppelt soviele H4. Also packen wir auf die 50.000 der Arbeitsagentur nochmal 100.000 in den lokalen H4-Agenturen dazu =150.000 gesamt und weil wir auch den letzten Zweifel beseitigen wollen, verdoppeln wir die Anzahl der Verwalter auf 300.000... ach, packen wir nochmal 200.000 drauf, dann sind wir bei 500.000 und jetzt gehen wir davon aus, dass jeder dieser 500.000 Verwalter 4.000 Euro kostet. Dann können wir mit Einsparungen in diesem Kostenblock 2Mio Menschen refinanzieren... und nun??? Wo kommt die Kohle für den Rest her???

There is NO free Lunch!!! Irgendjemand muss die Rechnung bezahlen und das können nur diejenigen sein, die Werte erschaffen, die sind aber regelmässig schon maximal belastet. Mehr kann man denen nicht wegnehmen (ein halbwegs gutverdienender Single gibt mittlerweile mindestens 70-75% seines Gesamtgehaltes an den Staat ab). Nehmt ihm mehr ab und er geht in ein Land, in dem man ihm wenigstens 50% lässt...

Warum wird eigentlich hier immer wieder für diesen Unsinn geworben? Vor allem im Zusammenhang mit offenen Grenzen, kann soetwas nicht funktionieren.
06.08.2017, 20.49 Uhr
HansWurst | Antwort, nicht nur auf Müller13
“Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: Wer die Butter hat, wird frech.” (Kurt Tucholsky)
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Es ist immer wieder interessant, dass auch Politiker und Journalisten entweder nicht können oder wollen, bestimmte Fakten der gesellschaftlichen Entwicklung zu recherchieren oder zur Kenntnis zu nehmen.
Daher hier eine kleine ungeordnete Gedächtnisstütze oder auch ein paar Recherchierhinweise.

Das Thema Grundeinkommen wird bereits seit über 500 Jahren immer wieder mal auf den Tisch gebracht. Eine der ersten Erwähnungen finden wir im Roman „Utopia“ von Thomas Morus. Die historischen Auffassungen waren mit Arbeitszwang versehen oder eine einmalige Zahlung.
Mich nervt auch die Tatsache, dass im Zusammenhang mit dem Begriff „Arbeit“ eine inhaltliche Verwurstelung nach wie vor und in manipulativer Absicht stattfindet. Daher empfehle ich dringend in dieser Diskussion klare und eindeutige Begriffe zu verwenden.
Wenn also hier von „Arbeit“ geredet wird, durch die man Geld bekommt, so handelt es sich ausschließlich um „Erwerbsarbeit“. Diese Erwerbsarbeit ist aber nur ein Teil der gesamten Arbeit, die für die Gesellschaft notwendig ist. Und sogar der kleinere Teil im Vergleich zur unbezahlten oder ehrenamtlichen Arbeit. Laut Bundesamt für Statistik waren im Jahre 2001 bereits ca. 58% aller in Deutschland als Arbeit anerkannten Stunden unentgeltlich oder ehrenamtlich erledigt (ca. 96 Mrd. Stunden), bezahlte Erwerbsarbeit dagegen nur 56 Mrd. Stunden.
Dazu kommt die Tatsache, dass es für die Gesellschaft notwendige Arbeit gibt, die noch nie bezahlt wurde, z.B. alles Familienarbeit.
Es ist auch Tatsache, dass die Erwerbsarbeit kontinuierlich abnimmt. Leider findet man nirgends eine Statistik über durch Rationalisierung endgültig weggefallene Erwerbsarbeitsplätze. Wer aber aufmerksam die Einführung der Niedriglohnjobs und den Zeitraum der Einführung betrachtet, kann nur zu einem Schluss kommen: Vollarbeitsplätze wurden durch 2 oder gar 3 Niedriglöhner ersetzt und zwar nach der letzten großen Bankenkrise 2008/2009.
Der Traum, auch zukünftig „Vollbeschäftigung“ garantieren zu wollen, kann sowohl durch die technologische Entwicklung als auch durch die begrenzten Ressourcen dieses Planeten und die überholte Vorstellung unbegrenzten Wachstums ins Reich der Phantasie verwiesen werden.

Aus dem bisher Gesagten ergibt sich ein weiterer kolportierter aber falscher Begriff: wir haben keine Arbeitslosen, wir haben "Erwerbslose".

Desweiteren erfüllt die Behauptung, "alle Arbeitslosen und Hartz4 Empfänger seien nur zu faul, ihr Geld versaufende und verrauchende Couchpotatoes und Asoziale" den Straftatbestand der Volksverhetzung.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass die Mehrheit bei der Frage, was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre, die übergroße Mehrheit weiter Arbeiten, sich weiterbilden, Ehrenamt, Pflege usw. angeben. Gleichzeitig aber dem Nachbarn genau diese Tatsache absprechen. Was haben wir für ein Menschenbild in dieser Gesellschaft durch das Trommelfeuer der Medien zur Verunglimpfung erwerbsloser Menschen geschaffen!

Wir haben derzeit ca. 12,8 Millionen !!! Menschen die direkt oder indirekt von Hartz4 betroffen sind. Und diese liegen nicht alle freiwillig in der Hängematte herum, sondern viele werden durch diese Situation erst krank.

Apropos Hängematte, was ist eigentlich mit den Hängematteuren der sogenannten Oberschicht, von denen ca. 80% ihre Millionen nicht erarbeitet, sondern geerbt haben ... wer arbeiten muss ist selber schuld?
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Jeder muss von seiner Arbeit leben können, heißt der aufgestellte Grundsatz. Das Lebenkönnen ist sonach durch die Arbeit bedingt, und es gibt kein solches Recht, wo die Bedingung nicht erfüllt worden. (Johann Gottlieb Fichte, Grundlagen des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, 1797)
07.08.2017, 15.52 Uhr
HansWurst | Zum Thema Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens
„Auf Einkommen besteht ein Menschenrecht. Die Menschen haben bestimmte materiell zu erfüllende Bedürfnisse, Existenzminima, auch darüber Hinausgehendes. Und das steht ihnen zu, unabhängig von dem, was sie hervorbringen“ (Joseph Beuys, deutscher Aktionskünstler und Kunsttheoretiker 1921 bis 1986)
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Auch dazu kann man mit ein wenig Mühe im Internet massenweise Hinweis erhalten, so man das denn wirklich will. Sogar mit Berechnungsbeispielen.

Das Bündnis Grundeinkommen (BGE) verzichtet bewusst auf die Propagierung eines konkreten Finanzierungsmodells, deren es in Deutschland 23 gibt, falls ich mich nicht irre (weltweit über 120), davon 14 relativ aktuelle. Warum?

Ganz einfach, weil die Partei BGE folgende Standpunkte vertritt:
- Wir wollen, dass das Thema bedingungsloses Grundeinkommen, für das jede Partei ein Papier im Schreibtisch hat, sogar die CDU seit Herr Althaus in Thüringen die Idee eines „solidarischen Bürgergeldes“ öffentlich vertrat (initiiert von Thomas Straubhaar), nach der Wahl nicht wieder in diesem verschwindet.
- Wir wollen, dass über ein Finanzierungskonzept ein gesellschaftsweiter Diskurs stattfindet und nicht nur in geheimen Politikerzimmern. Übrigens etwas, das seit über 50 Jahren in diesem Land nicht mehr stattgefunden hat, da oben lebt es sich eben ruhiger mit politikverdossenen statt mit mündigen Bürgern.
- Wir wollen, dass die Bürger darüber befinden, welche bisherigen Sozialleistungen in das bedingungslose Grundeinkommen eingehen und welche Leistungen erhalten oder angepasst werden, zum Beispiel für Menschen mit Behinderung, Krankenversicherung, Rente usw.

Dass es finanzierbar ist, dafür gibt es bereits in den Berichten an den „Club of Rome“ in den 80er Jahren Berechnungen. Deren Thema war die „Zukunft der Arbeit“ insbesondere unter Berücksichtigung der technologischen Entwicklung. Literatur zu diesem Thema gibt es von Naom Chomski, Jeremy Riffkin und anderen.

Aber ich möchte hier an ein Interview von Herrn Schäuble in der Frankfurter Allgemeinen im Jahre 2010 erinnern, in dem dieser feststellte, dass die BRD pro Jahr 1 Billion (1.000 Milliarden) € an Sozialtransferleistungen ausgibt. Er nannte auch die Zahl von 12.500 € pro Kopf und Jahr, also über 1.000 € für jeden Bürger pro Monat.
Diese Summe entspricht etwa 25% des deutschen Bruttosozialproduktes.

Wie viele Menschen bereits heute in Deutschland unterhalb des Existenzminimums leben, kann man leicht selbst herausfinden.

Ich möchte hier an dieser Stelle ein paar Hinweise für Informationengeben, die man auf Youtube findet:
- Film „Grundeinkommen – ein Kulturimpuls (2008)
- Götz Werner - Bedingungsloses Grundeinkommen (Vortrag des LIONS Clubs Mülheim/Ruhr im März 2017 an der Hochschule Ruhr West, Mülheim)
- Sascha Liebermann - Vortrag & Diskussion (Vortrag im Rahmen der Sommeruniversität Hagen 2014)

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die Finanzierbarkeit wird selbst in konservativen Parteikreisen und der Finanzwelt schon lange nicht mehr in Frage gestellt.

Ein Hauptargument, welches immer wieder gegen das Grundeinkommen auftaucht, ist die Behauptung, der Mensch sein von Natur aus egoistisch.
Dazu empfehle ich den Film „Die Revolution der Selbstlosen“ (Dokumentarfilm Frankreich 2015, der auf Arte gezeigt wurde)
Das bedingungslose Grundeinkommen ist übrigens weltweit in der Diskussion. Jährlich findet ein internationales Treffen statt, auf dem über Fragen, Probleme, Vorschläge in dem Zusammenhang diskutiert wird. Dies nur als Anmerkungen zu Ängsten, dass ein Alleingang Deutschlands zu unkontrollierbaren Folgen führen würde.

Versuche zum bedingungslosen Grundeinkommen gab und gibt es weltweit, von Namibia über Kanada bis Finnland. Brasilien hat als erstes Land einem Teil der ärmsten Bevölkerung bereits per Verfassung ein Grundeinkommen zugestanden.

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 5.8.2017 bringt es auf den Punkt: Man kann es nicht testen, man muss es nur machen…. und wollen.
07.08.2017, 16.58 Uhr
HansWurst | Einige Anmerkungen zum Thema „Unsinniges“
“Ein System, das dem Individuum nicht in jedem Falle die freie Berufs- und Konsumwahl offen lässt, verstößt gegen die menschlichen Grundrechte und richtet sich, wie die Erfahrung lehrt, zuletzt gerade gegen diejenigen sozialen Schichten, zu deren Schutz die künstlichen Eingriffe gedacht waren.” (Ludwig Erhard)
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Da Leser Müller13 beim Grundeinkommen so auf der Unsinnigkeit herumreitet, einige wirklich unsinnige Thesen, die immer wieder gebetsmühlenartig heruntergebetet werden.

1. Es gäbe genügend Arbeit, dass jeder einen Job bekommen könnte.

Dieser Satz stellt zwei verschiedene Dinge auf die gleiche Ebene. Im ersten Teil wird allgemein von Arbeit gesprochen. Und ja, es stimmt, es gibt mehr als genug zu tun, damit die Gesellschaft bestehen und sich weiter entwickeln kann.
Im zweiten Teil des Satzes wird allerdings behauptet, dass dies gleichbedeutend mit der Anzahl an Jobs, also Erwerbsarbeit sei. Dies ist definitiv falsch. Wie bereits angedeutet ist nur ein Teil der für die Gemeinschaft notwendigen Arbeit in Erwerbsarbeit verwandelt. Und dieser Anteil nimmt gesetzmäßig ab. Ursache ist die unaufhaltsame technologische Entwicklung. Zum Thema Digitalisierung später mehr.

2. Müller13 sschreibt „sozialromantischer Schwachsinn mit einem sozialistisch-kommunistischen Einschlag. Im Moment haben wir ein Sozialsystem, das an Bedürftigkeit ausgerichtet ist.“
Diese Bedürftigkeitsprüfung ist schlichtweg entwürdigend und zwingt zur Vernichtung aller bisherigen Lebensleistungen bis auf einen Rumpfbetrag. Wer dieses nackig machen vor einer Behörde nur einmal durchmachen durfte, weiß wovon ich rede. Mit direktem Zugriff auf das Bankkonto (war da mal was mit Bankgeheimnis? … ach ich vergaß, dass gilt nur für Steuerhinterzieher) zur Überwachung. Nicht umsonst gibt es einen Beschluss des BVerfG zur Verfassungswidrigkeit von Hartz4 bzw. der damit verbundenen Einschränkungen und Sanktionen. Aber das ficht Müller13 nicht an, er begibt sich lieber auf gefährliches Glatteis (alle die nicht arbeiten sind ja schließlich Faulpelze). Allerdings scheint er die Luxushängematteure an der oberen Seite der Gesellschaft nicht zu meinen.

3. „There is NO free Lunch!!! Irgendjemand muss die Rechnung bezahlen.“

Recht hat er, der Müller 13. Er vergisst nur, dass die von Hartz4 Abhängigen inklusive der Aufstocker und daran hängenden Familien die Rechnung dafür bezahlen, dass eben immer weniger der Arbeit die für die Gemeinschaft unverzichtbar ist in Erwerbsarbeit umgewandelt wird. Das weiß sogar die weltweit agierende Unternehmensberatung McKinsey. Die saß mit am Tisch bei der Entwicklung der „Agenda 2010“. McKinsey schrieb danach einen veröffentlichten Brief an den damaligen Arbeitsminister von Mecklenburg-Vorpommern Herrn Holter. In diesem wurde Herr Holter gebeten, seinen umfangreichen Erfahrungsschatz in die Entwicklung eines öffentlich finanzierten Beschäftigungssektors ein zu bringen. Zur Begründung verwies McKinsey eben genau darauf, dass immer mehr zu lösende Aufgaben für die Gesellschaft nicht von unternehmerischem Interesse seien. Soll heißen, es ist nicht profitabel. Genau deshalb gehörte zum Konzept der Agenda 2010 der ÖfB als Ergänzung. Und ich möchte den Müller13 daran erinnern, dass es die CDU geführte Bundesregierung nach der Abwahl der Regierung Schröder war, die den öffentlich finanzierten Beschäftigungssektor umgehend auf Null (in Zahlen 0) zurückfuhr und Hartz4 als Abstellgleis für nicht mehr benötigte Erwerbsfähige übrigließ. Und diese als Abschaum der Nation und zur öffentlichen Verunglimpfung freigab. Unworte wie „Unterschicht“ und „bildungsfern“ sprechen eine deutliche Sprache.

Dass Immer weniger Menschen benötigt werden, um alle Waren und Dienstleistungen bereit zu stellen, welche die Gemeinschaft braucht, ist unbestritten. Nur wird oft wider besseres Wissen oder aus Ignoranz etwas anderes behauptet.
07.08.2017, 17.45 Uhr
Mueller13 | @ HansWurst
Schön, dass mal einer von Ihnen halbwegs konkret wird. Leider bin ich gleich an der ersten Zahl, die ich überprüft habe, hängengeblieben.

HansWurst: "Wir haben derzeit ca. 12,8 Millionen !!! Menschen die direkt oder indirekt von Hartz4 betroffen sind."

Wo haben Sie diese abstruse Zahl her? Nach meinem Wissen waren das vor der Flüchtlingskrise rund 7Mio und jetzt dementsprechend mehr...
Im übrigen: die Anzahl der deutschen H4-Haushalte ist in den letzten 15 Jahren stark gesunken. Wir ernähren und beherbergen zur Zeit über 700.000 EU-Ausländer mit H4 und über 1Mio sonstige Ausländer (davon allein 500.000 Syrer (oder solche, die sich so bezeichnen)).

Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-11/statistisches-bundesamt-deutschland-sozialhilfe-hartz-4-leistungen-empfaenger

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/11/PD16_419_228.html


Wenn Sie bei einer so einfachen Zahl schon scheitern, ist meine Lust den Rest zu recherchieren reichlich begrenzt.

PS1: Und ja, ich fange nicht an 23 verschiedene Modelle des BGE auseinanderzunehmen, nur um dann zu hören: ja, dieses funktioniert wirklich nicht... aber das andere ist total toll.

PS2: Hanswurst-Zitat: "Er nannte auch die Zahl von 12.500 € pro Kopf und Jahr, also über 1.000 € für jeden Bürger pro Monat".
-> Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben, aber unserer Hilfesystem richtet sich nach der Bedürftigkeit.
D.h. große Bedürftigkeit = große Hilfe,
keine Bedürftigkeit = keine Hilfe.
Wenn Sie jetzt nach dem Gießkannensystem jeden beglücken, bleibt logischerweise nicht mehr genügend für diejenigen übrig, die "große Hilfe" benötigen.
Gehen Sie HansWurst dann zu der Mutter XY, die für Ihr Kind ein Medikament benötigt, dass im Monat 50.000Euro kostet und sagen ihr: "sorry, bisher haben nur Bedürftige Hilfe bekommen, jetzt bekommen aber auch Mueller13, Overhead, Micha123, HansWurst u.a. das BGE, deshalb ist für ihr bedürftiges Kind leider nichts mehr übrig!?

Sie leben ein kommunistisches Modell. Dieses ist nachweislich vor rund 30 Jahren gescheitert. Ich weiß, dass viele ein Kurzzeitgedächtnis haben, aber der eine oder andere sollte das System noch kennen.
Kommunismus und Sozialismus haben bisher IMMER (bei allen Versuchen) zu Armut und Rückständigkeit geführt und auch dieses System wird dazu führen.

Wann verstehen Sie endlich, dass (werthaltiges) Geld nicht gedruckt, sondern erwirtschaftet wird und das man jeden Euro nur einmal ausgeben kann?

Und bitte verschonen Sie uns mit mit irgendwelchen halbgaren Zitaten von Leuten, die selbst nie gearbeitet haben...
07.08.2017, 21.05 Uhr
Alanin | Mal ab von der Finanzierbarkeit...
...interessieren mich die normalen volkswirtschaftlichen Effekte die einsetzen, wenn der Staat etwas subventioniert. In meinen VWL Vorlesungen habe ich gelernt, dass Subventionen (Abwrackprämie, Zuschuss zum Eigenheim oder sonstigen Investitionen) direkt an den Verbrauchern vorbei in der Wirtschaft landen und zwar direkt durch höhere Preise.

Subventioniere ich ein Auto mit 2.500€, dann kosten Autos plötzlich 2.500€ mehr, oder es gibt 2.500€ weniger Rabatt. Gebe ich einem Häuslebauer 50.000€ als Geschenk oben drauf, dauert es nur sehr kurz und der Traum vom Haus verteuert sich um diesen Betrag.

Geht der Staat nun hin und gibt jedem Bürger 1.000€ (rein utopische Zahl) in die Hand, dann haben die Menschen, die heute von Transferleistungen abhängig sind 1.000€ in der Hand. Jemand der aktuell 2.500€ verdient, hat dann 3.500€ in der Hand. Da die meisten Bürger arbeitsfähig sind bzw. ein stetes Einkommen haben, haben also die meisten plötzlich 1.000€ mehr zum Ausgeben.

Was wird also passieren? Die normalen Kosten für's Leben werden sich sehr schnell erhöhen, nämlich um die 1.000€. Das sind ganz normale, jeden Tag stattfindende Prozesse einer Volkswirtschaft.

Die kleinen Experimente in Finnland zeigen diese Auswirkungen leider nicht, denn hier sind viel zu wenige betroffen, als dass hier im vollen Umfang die Dynamik der Wirtschaft einsetzen würde...

Ich finde das BGE auch von der Idee her total Klasse, auch die möglichen Einsparungen finde ich toll. Aber es ist leider ein romantischer Traum, dass es in der Realität umsetzbar wäre und man damit jedem helfen kann.

Schon allein die gleiche Höhe überall im Bundesgebiet sollte stutzig machen. Von dem BGE kann ich mir in der Uckermark sicherlich eine 120qm Wohnung leisten. In München dagegen maximal ein Wohnklo mit Kochnische...

Diese Bedenken hat bisher noch nie jemand bei mir zerstreuen können. Ich bin allerdings für nachvollziehbare Erklärungen dankbar und offen...
07.08.2017, 23.12 Uhr
BGE- Pirat | Finanzierung des Bedingungsloses Grundeinkommen
wenn wir mal davon aus gehen von einer höhe 1073,-euro
wie der pfändungsfreibetrag würde es ja nicht bedeuten
das wir alle 1000 euro mehr hätten zb.würde der steuerfreibetrag von 8000,-euro weg fallen es gibt modelle
wo man bis zu einem netto von 3000,-euro mehr geld hätte
und die besserverdiener sogar noch was abgeben müssten zugunsten des bge und die höhe würde sich ja auch an die inflation anpassen wie jetzt auch der pfändungsfreibetrag
sich erhöht.
und wer noch mehr fragen hat..............
dafür haben wir am 19.09.2017 einen saal im bürgerhaus nordhausen gemietet und herr prof.dr. sascha liebermann
eingeladen.
mfg heiko windisch
07.08.2017, 23.55 Uhr
Mueller13 | @ Alanin
Genau das habe ich im Januar dieses Jahres bereits angemerkt:

"Punkt erwartetes höheres Einkommen: Es ist ganz gut erwiesen (soweit man bei der VWL von einer Wissenschaft sprechen kann), dass die Erwartung von höheren Lohnforderungen zu höherer Inflation führt, was wiederum zu höheren Löhnen führt usw. (Lorenzkurve, in einer Volkswirtschaft, die noch halbwegs normal läuft, d.h. ohne Draghi und Co). Nichts anderes wird hier auch passieren. Die Erwartungen von höheren Einkommen und höheren Besteuerungen wird dazu führen, dass die Firmen die Preise anziehen werden (sie müssen ja mit einer höheren Besteuerung rechnen) und Vermieter die Preise für ihre Wohnungen anheben, weil ja mehr höhere Nachfrage nach besseren Wohnungen entsteht. Am Ende der Entwicklung werden alle wieder in der gleichen Wohnung sitzen (statistisch), aber mehr dafür bezahlen. "

Am Ende exakt das, was Sie in anderen Worten beschrieben haben. Aber ich kann Ihnen sagen, was die BGE-Befürworter gleich anführen werden: diese Studierten (Wirtschaftswissenschaftler) haben doch keine Ahnung. Die sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. (Und nein, ich bin niemand, der Wirtschaftswissenschaften als exakte Wissenschaft bezeichnen wird).
08.08.2017, 00.47 Uhr
Mueller13 | @ HansWurst: Entgegnungen zu den Anmerkungen
1. HansWurst: "Wie bereits angedeutet ist nur ein Teil der für die Gemeinschaft notwendigen Arbeit in Erwerbsarbeit verwandelt. Und dieser Anteil nimmt gesetzmäßig ab. Ursache ist die unaufhaltsame technologische Entwicklung. Zum Thema Digitalisierung später mehr."

-> Haben Sie da ein Gefühl? Oder haben Sie diese Aussage (laut Ihnen eine Gesetzmäßigkeit) erfunden? Hier mal die Realität (gewerbl. Arbeitsstunden)
Geleistete Arbeitsstunden 2000: 57.960,0 Mio
Geleistete Arbeitsstunden 2015: 58.894,5 Mio

Quelle: http://vgrdl.de/VGRdL/tbls/tab.jsp?rev=RV2014&tbl=tab17&lang=

Ich kenne genug Selbständige, die suchen fast alle Arbeitskräfte. Ja, man erwartet schon, dass die 8h halbwegs konzentriert arbeiten können und nicht alle 3 Wochen zwei Wochen ausfallen (weil auch die Unternehmer nur für erledigte Arbeit bezahlt werden).


2. HansWurst: "Diese Bedürftigkeitsprüfung ist schlichtweg entwürdigend und zwingt zur Vernichtung aller bisherigen Lebensleistungen bis auf einen Rumpfbetrag."

->Ja klar gibt es eine Bedürftigkeitsprüfung - wie wollen Sie es denn sonst machen? Kommt der Ferrari-Fahrer vorbei und fragt nach H4? Oder man kauft sich ein grösseres Miethaus, zahlt es ab, erzielt Überschüsse und begibt sich dann zur Ruhe und lässt die Allgemeinheit für den Mietshausbesitzer bluten (arbeiten)?
Wie weltfremd sind Sie bitte?

3. HansWurst: "Und ich möchte den Müller13 daran erinnern, dass es die CDU geführte Bundesregierung nach der Abwahl der Regierung Schröder war, die den öffentlich finanzierten Beschäftigungssektor umgehend auf Null (in Zahlen 0) zurückfuhr und Hartz4 als Abstellgleis für nicht mehr benötigte Erwerbsfähige übrigließ. ."

-> Sie sind doch der Erste, der rumheulen würde, wenn wir einen "Bundesarbeitsdienst" einführen würden. Ich sehe Sie schon argumentieren "Zwangsarbeit"; "Sklavenhalterei"....

4. HansWurst: "Unworte wie „Unterschicht“ und „bildungsfern“ sprechen eine deutliche Sprache."

-> Na klar, lassen Sie uns ein paar neue Wörter erfinden, nur damit sich niemand mehr diskriminiert fühlt. Am Ende müssen wir wieder zwischen den Zeilen lesen oder wir brauchen ein Wörterbuch: Deutsch<->politisch korrekt

Zigeuner ->neu-> Rumänen und Bulgaren
Einwanderer -> Asylant -> Asylbewerber -> Migrant -> Flüchtling
Neger -> Dunkelhäutiger -> Afroamerikaner -> Farbiger -> Schwarzer...

-> Keiner weiß mehr was gemeint ist, aber wir sind total korrekt.

Wie nennen Sie denn jemand, der kein eigenes Einkommen hat und deshalb sich nicht die Dinge leisten kann, die sich die Mittelschicht so gönnt? Wie nennen Sie jemanden, der Schwierigkeiten beim Denken hat und deshalb die Schule früh verlassen hat? (im übrigen sind das mitunter gute Arbeiter, die dann nicht zur Unterschicht gehören...).

Und ja "There is NO free Lunch!!! Irgendjemand muss die Rechnung bezahlen.“ - ist eine allgemeingültige Aussage, die Sie nicht widerlegen werden können.
Wohlstand und Fortschritt müssen erwirtschaftet werden. Jeder Euro, den Sie jemanden geben, müssen Sie jemanden wegnehmen... ganz einfach.
Wem wollen Sie etwas wegnehmen?
08.08.2017, 07.04 Uhr
Alanin | BGE mit B?
Bedingungsloses Einkommen, aber nur für Einkommen unter 3.000 Euro Netto? Wo ist denn dann die Bedingungslosigkeit. Zudem benötigt es dann trotzdem jemanden der das Einkommen prüft und die Zahlungen veranlasst. Oder wie läuft das ggf. bei einer Prämie?

Angenommen ich bin normal bei einem Einkommen von 2.900 Netto. Bekomme also das BGE, habe also in dem Monat 3.900 Euro zur Verfügung. Nun läuft es mal gut im Unternehmen oder ich bekomme Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bin dann bei 3.001 Euro und muss deswegen auf fast 900 Euro, in dem Fall fast 1/4 des normalen monatlichen Einkommens, verzichten!? Wenn das mal nicht arg nach hinten los geht... Arbeite ich in einer Firma und soll befördert werden, muss der Gehaltssprung für die besser bezahlte Arbeit gleich mal den potentiellen Wegfall des BGE auffangen, sonst hat der Beförderte ein arges Problem und wird mit dem Verlust von bis zu 1.000 Euro "belohnt". Wie erklärt man denn dann die Ungerechtigkeit, dass der eine Mitarbeiter für den Wechsel vom Teammitglied zum Teamleiter plötzlich exorbitant höher vergütet wird, nur um den Wegfall des BGE zu kompensieren?!

Ganz ehrlich? Totaler Schwachsinn...
08.08.2017, 08.33 Uhr
Jürgen Wiethoff | Bedingungslos!
Dieses Wort ist ohne Interpretationsmöglichkeiten. Das heißt, vom Tellerwäscher bis zum Millionär müssen es alle bekommen, sonst funktioniert es nicht. Wenn letztere darauf verzichten, müssen sie eine jährliche Spendenquittung in Höhe des Jahres-BGE bekommen. Außerdem müssen sie jederzeit mit dem Spenden ohne Angabe von Gründen aufhören können. Alles, was davon abweicht, ist kein BGE mehr!
08.08.2017, 12.21 Uhr
atalante | Innovativer Ansatz
Gratulation! Der Ansatz, ein BLG in die Gesellschaft zu integrieren, ist nach meinem Dafürhalten eine sehr zukunftsorientierte Denkweise. Vor dem Hintergrund der 4. industriellen Revolution, die mit massiven Arbeitsplatzverlusten einhergehen wird, ist ein BLG notwendig. Das Argument, neue Arbeit würde mit neuer Technik generiert werden können, kann nur bedingt greifen. Die Märkte sind gesättigt. Wachstum kann nicht unendlich expansiv gedacht werden, denn in der Natur gibt es im Gegensatz zu utopischen Gedakenexperimenten durchaus Obergrenzen des Möglichen, so wir in ihr noch unser Habitat erkennen wollen. Wie sich ein BLG künftig konkret gestaltet, muss diskutiert werden. Auf alle Fälle würde ich die allgemeine Daseinsfürsorge in ein solches Einkommen integrieren. Es ist genug für alle da, wenn man die Gier Einzelner nicht mehr bedingungslos akzeptiert. Ein erfreulicher Anfang! So wollen wir hoffen, dass das, was wir mit dem BGE wollen, nicht schon gegen ein verkauftes System kämpfen muss. Viel Erfolg. Ihr seid eine echte Alternative. Die Einzigen, die eine menschlich gedachte Zukunft im Auge haben.
08.08.2017, 12.24 Uhr
Joerg B. | Die 1000 € gibt’s NICHT obendrauf!
„Alanin“ schrieb:
„Geht der Staat nun hin und gibt jedem Bürger 1.000€ (rein utopische Zahl) in die Hand, dann haben die Menschen, die heute von Transferleistungen abhängig sind 1.000€ in der Hand. Jemand der aktuell 2.500€ verdient, hat dann 3.500€ in der Hand. Da die meisten Bürger arbeitsfähig sind bzw. ein stetes Einkommen haben, haben also die meisten plötzlich 1.000€ mehr zum Ausgeben.“

Das ist der weit verbreitete Haupt-Irrtum/Irrweg zum Bedingungslosen Grundeinkommen.

Diese Vorstellung haben allerdings auch viele BGE-Befürworter im Kopf. Sollte diese zum Mainstream-Denken im Bündnis Grundeinkommen werden, bin ich als jetziger Sympathisant nicht mehr dabei!

(Zur Ergänzung: Bezieher sehr hoher Gesamt-Einkommen erhalten auch die fiktiven 1000 € monatlich, zahlen aber ein Vielfaches davon als Steuern ans Finanzamt. Je nach Steuer-Progressionsmodell zahlt man ab einem bestimmten Einkommen mehr ein, als man bekommt.)

Je größer die angestrebte Finanzierungsbasis um so realisierbarer ist das BGE!

Ein nicht finanzierbares Modell wäre von vornherein ein absterbender Embryo und sollte sofort „abgetrieben“ werden, damit die Grundidee nicht gleich mit stirbt. So drastisch muss ich es formulieren, wenn das „zarte Pflänzchen“ wenigstens bei der übernächsten Bundestagswahl eine Chance zwischen den jetzigen dekadenzgeplagten Unkrautparteien haben soll.

Ein Schlaraffenland-Modell würde auch Millionen von Eindringlingen anziehen, also WIRTSCHAFTSflüchtlinge, die trotz Lebensgefahr letztlich buchstäblich den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Statt bei sich zu Hause für bessere soziale Verhältnisse zu kämpfen, dringen sie bei uns ein und leisten ihren Beitrag zur Zerstörung unseres sozialen Noch-Friedens. (Auch unter uns gab es 1989 solche Bürger. Statt für Reformen in der „DDR“ zu kämpfen, verließen sie Hals über Kopf ihre Heimat, obwohl keine existenzielle Not herrschte. Manche überließen dabei sogar ihre Kinder ihrem Schicksal.)

Das Bündnis Grundeinkommen kann als Einthemenpartei zwar starten, es aber nicht lange bleiben.

Ich bin für eine solidarische Gesellschaft, die jedem ihrer Mitglieder ein soziokulturelles Mindesteinkommen sichert. Wer mehr will, sollte selbst dafür sorgen. Auf der anderen Seite, sollten leistungsunangemessene Groß-Einkommen mindestens viel stärker besteuert werden.

(Alte Frage: Wie viel mehr leistet z.B. ein Herr Winterkorn gegenüber einer alleinerziehenden Altenpflegerin?)
08.08.2017, 14.00 Uhr
HansWurst | Erwerbslosenzahlen und Hartz4 Niveau
Was die Hartz4 -Zahlen angeht, so sprach ich bewusst nicht von „Leistungsempfängern oder -beziehern“. Ich schrieb „direkt oder indirekt betroffen“. Und ich mache gerne eine Liste auf.

- Wir haben offiziell 2,6 Millionen Erwerbslose.
Wie bereits bemerkt, ist Arbeit mehr als Erwerbsarbeit.

Arbeit im umfassenden Sinne ist alles was sowohl Einkommen bringt als auch alles was ebenso notwendig ist und nicht bezahlt wird, z.B. und da wiederhole ich mich gern, alles was mit der Familie zu tun hat.
Dazu kommt, dass der Anteil der Erwerbsarbeit am Einkommen in Deutschland nur mehr 40% beträgt. Der Rest sind andere Einkommen wie Renten und Spekulationsgewinne an der Börse.

- Dazu kommen 1 Millionen Erwerbslose, die in Umschulungen / Weiterbildungsmaßnahmen geparkt sind. Die sind zwar erwerbslos, tauchen aber in keiner Statistik als erwerblos auf.

- Es gibt 1,4 Millionen sogenannte Aufstocker. Z.B. Menschen, die 3 Stunden am Tag arbeiten. Die bekommen „Unterstützungzur Sicherung des Lebensunterhaltes und kommen damit auf Hartz4-Niveau. Ob Lehrbeauftragte an Universitäten und Hochschulen (ca. 700.000), Dozenten in der Erwachsenbildung, andere Freiberufler und Selbstständige, die nicht genug Einnahmen generieren können, auch weil die Preise in vielen Bereichen gedrückt wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

- Wir haben 1,4 Millionen Leiharbeiter, die mit 2/3 des ihnen zustehenden Lohnes auskommen müssen.

- Wir haben 6 Millionen Menschen in Vollzeitjobs mit einem Einkommen von maximal 10.000 € im Jahr. Diese Jobs sind zwar steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig. Zieht man die 20% Sozialversicherung von den 833 € Brutto ab, bleibt Hartz4 Niveau.

- In Ihrer angegebenen Statistikseite kommen wir auf 7 Millionen Hartz4- Bezieher. Dass hier die Grundsicherung eingeschlossen ist (dies ist nicht Jobcenter, sondern eine Tür weiter), ist zwar nach Betrachtungsweise von Mueller13 inkorrekt. Allerdings auch hier wieder stimmig, weil auch hier am Ende Hartz4-Niveau steht.

Damit komme ich auf 13 Millionen Menschen in diesem Land, die mit oder ohne Job auf Hartz4-Niveau leben.

25% der erwerbsfähigen Bevölkerung leben ohne Perspektive, ohne Job und ohne Chance eine Familie zu gründen.

Im Übrigen finde ich es anmaßend, zu behaupten, Ludwig Ehrhard, der Erfinder der sogenannten „Sozialen Marktwirtschaft“ oder Her Beuys hätten nicht gearbeitet. Da ich davon ausgehe, dass Mueller13 Politiker ist, stellt sich mir die Frage, was produziert oder stellt er eigentlich her?
08.08.2017, 14.16 Uhr
Frank1966 | Die Idee sollte im Vordergrund stehen!
Ich bin ein Befürworter dessen, das man sich Gedanken darüber macht, wie sich unsere Arbeitswelt entwickelt und resultierend daraus ein Menschen würdiges Leben führen kann. Wir tun uns hier keinen Gefallen, wenn jeder seine Zahlen präsentiert, die ihm in den Kram passen.
Als Bsp. würde ich Müller13 anführen und geleistete Arbeitsstunden hinterfragen. Über 1,8 Milliarden Überstunden im Jahr 2016, davon fast 1 Milliarde unbezahlt. Sind die dort eingerechnet oder nicht? Hat der Anstieg etwas mit den neuen Fachkräften zu tun? Schon sähe es anders aus.
Ich halte mich mal an zwei Zahlen:
1. Sozialausgaben aktuell 919 Millarden Euro /Jahr - Tendenz steigend
2. Einwohner 2016 - 82,67 Millionen
Nun kann man mal rein rechnerisch beziffern, was auf jeden entfällt.
Wir sollten vielleicht nicht immer eine Summe in den Vordergrund stellen, denn dies scheint mir nicht zielführend.
Die Gegenargumente nach dem erwirtschaften und es wird alles teurer und es funktioniert NIE, bringen uns auch nicht voran. Hier halte ich entgegen, was ist denn alles teurer geworden, nach Einführung des Mindestlohnes. Was gabe es da ein Geschrei vorher von den Gegnern. Auch hier ist das eigentliche Ziel, die Menschenwürde und welchen Preis Arbeit haben muss, um davon leben zu können.
Und dann immer diese Welt fremden Bsp. - kommt der Ferrari Fahrer vorbei.

Ja, Wohlstand und Fortschritt müssen erarbeitet werden. Aber wie sieht denn da die Zukunft aus. Ein Bericht über ein vollautomatisches Postverteilerzentrum in China, wo nur noch der LKW Fahrer gebraucht wird um den LKW vom Hof zu fahren ( wie lange noch ), daran arbeiten doch die Fortschrittlichen. Und wenn in diesem Zuge Arbeitsplätze wegfallen, so würde ich selbstverständlich die exorbitant steigenden Gewinne anders besteuern, oder würden Sie sich daran erfreuen, das ihr Arbeitsplatz wegfällt und sich der Geschäftsführer den nächsten Ferrari kauft. Ok, dafür gibt es Hartz IV, aber auch das wird nicht ewig bestehen. Alles in allem sehr komplex, aber die Welt verändert sich und wir sollten darüber diskutieren, wie wir leben wollen.
08.08.2017, 15.08 Uhr
HansWurst | Wirtschaft und BGE
- Alles was ausgegeben wird muss erwirtschaftet werden. Die Anzahl der Stunden ist ungefähr gleich geblieben, aber der pro Stunde produzierte Wert steigt. Nennt man Produktivität. Man stellt mir der gleichen Anzahl an Arbeit immer mehr her oder mit immer weniger genau soviel. Inwieweit in den Zahlen von Mueller13 die unbezahlten Überstunden enthalten sind steht da nicht. Insofern ist die Angabe der Arbeitsstunden nicht weiterführend.

Allerdings frage ich mich, wie bei 44 Millionen Erwerbstätigen nur 57 Millionen Arbeitsstunden zusammenkommen, das entspräche ca. 1 Stunde 18 Minuten pro Erwerbstätigen und Jahr.

- Ein öffentlich finanzierter Beschäftigungssektor hat nichts mit Zwangsarbeit zu tun. Es sind Unternehmen der öffentlichen Hand, in denen Menschen angestellt sind und Lohn erhalten.

- Wohlstand und Fortschritt müssen erwirtschaftet werden, korrekt. Nur dass immer mehr Menschen trotz Arbeit, auch Erwerbsarbeit von der Entwicklung des Wohlstandes abgeschnitten sind. In keinem anderen Land ist der Reallohn gesunken, in Deutschland schon. Das Existenzminimum und die Armutsgrenze dürften bekannt sein, auch die Zahlen, wie viele Menschen darunter leben müssen bzw. davon bedroht sind. Der Armutsbericht ist kein Geheimnis, also recherchierbar.

- Mueller13: „ein halbwegs gutverdienender Single gibt mittlerweile mindestens 70-75% seines Gesamtgehaltes an den Staat ab“
Hier werden wieder Äpfel und Birnen in einen Topf geworfen. In Deutschland werden Sozialabgaben (Versicherungen) und Steuer fällig. Die Abgabenquote in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland beträgt 40,7%. Der EU Durchschnitt liegt bei 40,3%.

- Der reine Steueranteil in Dänemark beträgt 35,9%, in Deutschland 15,9%, der OECD Durchschnitt liegt bei 13,4%.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuern-deutschland-ist-vizemeister-bei-der-abgabenlast-a-1142772.html

- Mueller13: „Wie nennen Sie jemanden, der Schwierigkeiten beim Denken hat und deshalb die Schule früh verlassen hat?

Eigentlich wollte ich das Thema Bildungssystem hier raushalten, was nun aber nicht mehr geht.
Seit über 50 Jahren wird durch die Familie Mohn und ihre Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit Wirtschafts- und Unternehmerverbänden das Bildungssystem auf rein wirtschaftliche Interessen getrimmt: funktionierende Rädchen für das System. Das dies unter heutigen Bedingungen den Anforderungen zuwider läuft ist offensichtlich. Dafür spricht nicht nur die zunehmende Zahl nichtausbildungsfähiger Jugendlicher. Und man möge bitte aufhören, immer nur den Jugendlichen den schwarzen Peter zuzuschieben. Dass die Art und Weise der Schulbildung über 30 Jahre hinter dem internationalen Stand der Erziehungswissenschaften hinterherhinkt, pfeifen mittlerweile sie Spatzen von den Dächern.

Der Chefentwickler eines deutschen Chemieunternehmens brachte es in einem Interview auf den Punkt. Bisher steckte man mehrere Chemiker in ein Team, wo sie gegeneinander im Wettbewerb um die beste Formel standen. Abgesehen davon, was das mit Team zu tun hat…. Heute gibt es nicht einen Chemiker auf der Welt, der allein in der Lage ist, eine neue chemische Formel zu entwickeln. Es braucht deshalb heute Mitarbeiter, die all ihr Wissen und Können bereitwillig in ein gemeinsames Projekt einbringen. Genau diesen Typ von Mitarbeiter bringt aber das aktuelle Bildungssystem nicht hervor. Egoisten sind halt nicht teamfähig.

Die Wirtschaft hat sich also selbst die Zukunft beschnitten, denn es braucht heute auch kulturell gebildete Mitarbeiter, die kreativ, selbstständig denkend sind und sich aktiv in Entscheidungsprozesse einbringen.

Die Chefetagen der Unternehmen im Silicon Valley in den USA und Herr Kaeser von Siemens würden sich übrigens verbitten als kommunistische Träumer hinstellen zu lassen. Allerdings wissen die Manager von IT – Unternehmen sehr gut, woran sie arbeiten und was sie in den nächsten Jahren auf uns loslassen werden, ob wir oder die Politik das wollen oder nicht.
08.08.2017, 15.35 Uhr
THE RAZORS EDGE | An die BGE Experten?!
Gespannt verfolgte ich die Ausführungen der BGE-Befürworter. Leider betrachten diese nur die "sonnigen" Folgen eines BGE. Jedoch würde so ein BGE auch einige Kettenreaktionen in Gang setzen, welche zu einer Kostenexplosion führen könnten.

1. Bei der Finanzierung des BGE über eine Erhöhung der Einkommensteuer bzw. Änderung der Bemessungsgrundlage, müssten die Löhne (vor allem im Niedriglohnsektor) steigen. Dies hätte mehrere Auswirkungen:
- Produkte/Erzeugnisse/Dienstleistungen würden teurer
- Unternehmen müssten noch intensiver auf Arbeitsabläufe schauen und maschinelle/automatisierte Fertigungs/-Herstellungsverfahren forcieren. Zudem würde es zu einer ausgeweiteten Auslagerung der Produktion ins (billige) Ausland führen . Die Konsequenz daraus ist, dass noch mehr Arbeitsplätze wegfallen.

2. Aufgrund des Anspruchs auf BGE von/mit Geburt (an), wird es zu einem nicht unerheblichen Anstieg der Geburtenrate kommen. (Einkommen durch Nachwuchs) In der Konsequenz benötigen wir eben für die steigende Zahl Kinder, auch mehr Betreuungs- und Bildungseinrichtungen.

3. Sollte das Modell vorsehen, dass jede in Deutschland lebende Person Anspruch auf das BGE hat, ist die Konsequenz ein undefinierbar großer Zustrom an Wirtschaftsflüchtlingen. Welcher gerade Punkt 2, in wahrscheinlich erheblichem Maß, verschärfen wird. Gerade der Zustrom von Wirtschaftsflüchtlingen wird ein reiner Kostenfaktor. Wie wir jetzt schon erkennen, ist der überwiegende Teil der Zugewanderten unzureichend qualifiziert um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dies wird in der Industrie4.0 noch ungleich schwieriger. Es würden nicht nur die pro Kopf Kosten für das BGE anfallen, auch die Betreuung und Koordinierung, Integration (usw.) würde Unsummen verschlingen. Weiter wären da noch Wohnraumknappheit, Mietkostenexplosion, und und und.

4. Durch die Bevölkerungszunahme, wächst auch die Zahl der Kranken, Alten und Pflegebedürftigen. Da nicht abzusehen ist, ob die Zahl der erwerbstätigen Beitragszahler im gleichen Maß steigt (gerade mit Blick auf den Wegfall von Arbeitsplätzen), besteht die Gefahr das die Finanzierung dafür nicht gesichert ist.

5. Welche Auswirkungen hat das BGE auf die Inflationsrate?

6. Könnte der eventuelle Wegfall des Niedriglohnsektors nicht dazu führen, dass die Kluft zwischen Erwerbstätigen und reinen BGE-Empfänger noch größer wird?

7. Ein Mehrwertsteuer finanziertes BGE (bis zu 50%MwSt), könnte im Zusammenhang mit den gestiegenen Produktions-/ Personalkosten dazu führen, dass sich die Preise für einige Produkte fast verdoppeln würden.

Ich hätte noch unzählige weitere Fragen, will es damit aber erst mal belassen. Zudem würde ich hier gern (auch nur grob umrissen) ein brauchbares Finanzierungsmodell lesen. Über eine Antwort von HansWurst oder dem BGE-Piraten würde ich mich freuen.
08.08.2017, 16.11 Uhr
Frank1966 | @Highvoltage
Nur 2 Anmerkungen zu Ihren vielen Fragen.

War nicht genau die fallende Geburtenrate das große Wehklagen der Parteien. Ach der demographische Wandel und dann noch der Geburtenrückgang. Politik war und ist schuld daran.
Punkt 3 kann man eigentlich nur mit Wut im Bauch beantworten. Denn dafür ist unser Grundgesetz und das Dublin Abkommen zuständig. Und es gibt nur eine Frau, die dafür verantwortlich ist und diese Gesetze gebrochen hat.
Wenn also Punkt 3 der Diskussion im Wege steht, sollten wir uns nur an das Grundgesetz halten. Dieses Land ist ein ganz pervers heuchlerischer Laden geworden.
08.08.2017, 16.56 Uhr
THE RAZORS EDGE | Neeee Frank
Netter Versuch, doch leider vergebens. Ein Anreiz zur Steigerung der Geburtenrate ist grundsätzlich zu begrüßen. Doch bitte nicht ausschließlich für jene, welche das Kinderkriegen als Erwerbsmöglichkeit sehen. Das sich dieses Modell des Erwerb bei derlei Klientel über Generationen durchsetzt, kann man schon jetzt erkennen.
Wenn Sie es also als ein Argument FÜR das BGE betrachten wollen, dass die Geburtenrate aufgrund eines finanziellen Anreiz (Einkommen durch Kinder) steigt, muss ich Ihnen deutlich widersprechen. Dies wurde nur zu einem, über Generationen anhaltenden, Ungleichgewicht führen.
Ja die Politik ist gefragt, jedoch eher in Form von kostenloser und an den Arbeitsmarkt angepasster Kinderbetreuung, Unterstützung bei der Erstausstattung für alle, Steuervergünstigungen, kostenlose Schulspeisung, usw..

Sie meinen jenes Dublin-Abkommen, welches faktisch nicht mehr existiert und spätestens nach der Wahl generalüberholt wird? Das Problem sind nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge aus nicht EU-Staaten. Auch würden wir von Personen aus der EU einen unglaublichen Run auf unser Sozialsystem (darf man das dann eigentlich noch so nennen?) erleben. Zumal das BGE sich spätestens da mit EU-Gesetzen beißt. Stichwort Freizügigkeitsgesetz und BEDINGUNGSLOSesgrundeinkommen.
08.08.2017, 18.47 Uhr
Frank1966 | @Highvoltage
Da war Ironie im Spiel. Ansonsten sind wir hier absolut einer Meinung.
08.08.2017, 19.17 Uhr
BGE- Pirat | Also ganz einfach am 19.09.2017 um 19 uhr ins Bürgerhaus kommen
da haben wir einen prof.mit dem können wir weiter diskutieren.
mfg heiko windisch (ich freue mich schon müller13 zu treffen)
08.08.2017, 19.50 Uhr
Mueller13 | @ HansWurst: Wildwuchs
Wenn man Ihre Statistik so liest, könnte man denken, in Deutschland geht keiner mehr arbeiten. Alle sind arbeitslos und warten nur auf den monatlichen Scheck vom Amt.

Zur Berichtigung: es sind Milliarden Arbeitsstunden und nicht Millionen. Ein kurzer Blick in die aufgeführte Quellenangabe hätte die Frage geklärt.
Geleistete Arbeitsstunden 2015: 58.894,5 Mrd

Zitat HansWurst: "Dazu kommen 1 Millionen Erwerbslose, die in Umschulungen / Weiterbildungsmaßnahmen geparkt sind. Die sind zwar erwerbslos, tauchen aber in keiner Statistik als erwerblos auf."

-> Wie bitte?! Ihre Zahlenangaben sind abenteuerlich.


Zitat HansWurst: Wir haben 6 Millionen Menschen in Vollzeitjobs mit einem Einkommen von maximal 10.000 € im Jahr. Diese Jobs sind zwar steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig. Zieht man die 20% Sozialversicherung von den 833 € Brutto ab, bleibt Hartz4 Niveau.

-> So ein dummer Mist, den Sie hier raushauen! Sie machen sich komplett unglaubwürdig. Vollzeitjob...
Nehmen wir einen willkürlichen Monat, z.B. den aktuellen, der hat 23 Arbeitstage bei 8 Stunden und Mindestlohn (8,84) sind wir bei 1626,56 Brutto. Richtig?
Und dieser Lohn ist natürlich NICHT steuerfrei. 115,80 Euro werden hierauf fällig. Rund 340 Euro Sozialabgaben werden fällig ("AG-Anteil" oben drauf fast identisch). Rund 1172 Euro im Monat August bekommt der Kollege bei Steuerklasse 1 ohne Kinder und ohne Kirchensteuer raus.

Und ja, es gibt viele Mini-Jobber und jetzt kommt das für Sie vielleicht Überraschende: die sind ganz zufrieden mit ihrer Situation. Bei uns und den benachbarten Firmen arbeiten viele Abiturienten und Studenten und verdienen gutes Geld (weil hier wirklich i.d.R. steuer- und sozialabgabenfrei). Wo ist Ihr Problem?
08.08.2017, 20.00 Uhr
Mueller13 | @ Herr Windisch
Ich muß Sie enttäuschen. Der 19.9. ist ein Dienstag. Da habe ich leider andere Aufgaben zu erfüllen (gesellschaftsdienlich und unentgeltlich - HansWurst würde es "Arbeit" nennen, ich nenne es Dienst an der Gesellschaft).

Davon abgesehen: solange Ihr aus Eurem großen Modellkatalog nicht eines herauspickt und sagt: "Damit gehen wir an den Start, bitte schaut drüber", bewegt sich bei mir gar nichts.

Ich kann Ihnen sagen, was bei einer solchen Veranstaltung rauskommt:
1. Wir müssen etwas tun
2. Das ist auf jeden Fall finanzierbar
3. Das ist doch ganz toll (Freibier für alle)
4. Gut das wir drüber geredet haben
5. Wir haben uns alle lieb
6. In 2 Monaten treffen wir uns wieder
08.08.2017, 20.41 Uhr
THE RAZORS EDGE | Ahhh am 19.09.
Danke für die Info. So gern ich mit Ihnen und anderen am 19.09. über dieses wundervolle BGE diskutieren würde, doch leider habe ich da sicher etwas wichtigeres zu tun. Socken stopfen, die alten TV-Zeitungen nach Datum sortieren oder den Kühlschrank abtauen. Aber beim nächsten mal bin ich siiicher dabei!
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Anmerk. d. Red: Die Diskussion ist beendet.
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