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Do, 10:23 Uhr
03.08.2017
Greenpeace nach Diesel-Gipfel:

Fahrverbote werden wahrscheinlicher

Für mehr Engagement von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im weiter schwelenden Abgasskandal protestieren Greenpeace-Aktivisten heute vor Tagesanbruch am Bundeskanzleramt. „Aktenzeichen NOx ungelöst“ projizieren die Umweltschützer in großen Leuchtzeichen zusammen mit der Silhouette der Kanzlerin auf die Fassade...

Projektion am Bundeskanzleramt (Foto: Greenpeace/PressMedia)

In Anlehnung an eine TV-Serie über unaufgeklärte Verbrechen kritisieren sie das enttäuschende Ergebnis des Dieselgipfels am Vortag.

„Der Gipfel hat kein einziges Problem gelöst. Er hat die drohenden Fahrverbote nicht abgewendet, er schützt niemanden vor giftigen Abgasen und bringt die Hersteller nicht dazu, endlich saubere Autos zu bauen“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Angela Merkel muss den Dieselskandal in all seinen Konsequenzen nach ihrem Urlaub zur Chefsache machen.“

Beim ihrem Treffen gestern beschlossen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), mehrere Ministerpräsidenten und Vertretern der Autoindustrie freiwillige Software-Updates für 5,3 Millionen Diesel-Pkw. Ein Großteil der Autos war jedoch schon vor dem Gipfel in die Werkstätten beordert worden. Die Updates sollen den viel zu hohen Ausstoß an gesundheitsschädlichen Stickoxiden (NOx) der Autos um 25 bis 30 Prozent senken.

Da selbst moderne Euro-6-Diesel die Stickoxid-Grenzwerte auf der Straße laut Umweltbundesamt (UBA) im Schnitt um das sechsfache überschreiten, ändern die Updates kaum etwas an der Luftbelastung der Städte. „Spätestens mit den nächsten Luftmessdaten werden weitere Betroffene klagen und bereits laufende Verfahren mehr Gewicht bekommen“, so Stephan. „Nachdem die Autoindustrie über Jahre manipuliert und die Bundesregierung ebenso lange wegschaut hat, sind Fahrverbote nunmehr unausweichlich. Ohne eine bundesweite blaue Plakette droht Deutschland ein verkehrspolitischer Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen.“

Seit 1990 hat der Verkehr nichts zum Klimaschutz beigetragen. Im Jahr 2016 lagen seine CO2-Emissionen laut UBA sogar 2 Millionen Tonnen über dem Wert von 1990. Um die mit dem Pariser Klimaschutzabkommen festgelegten Ziele zu erreichen, müssen sich vor allem die Autohersteller deutlich mehr anstrengen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Emissionen aus dem Verkehr um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 sinken. So hat es das Kabinett Ende 2016 mit dem Klimaschutzplan 2050 beschlossen. Gelingen kann das nur, wenn die Zahl von gut 45 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor in Deutschland schnell und deutlich sinkt.

„Deutschland braucht eine Verkehrswende weg vom klimaschädlichen Verbrennungsmotor, hin zu nachhaltigen Verkehrsformen wie gemeinschaftlich genutzten E-Autos, einem leistungsfähigen ÖPNV und einer gut ausgebauten Rad-Infrastruktur“, so Stephan. „Diesen Wandel muss die Kanzlerin schon heute steuern, mit einem Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2025.“
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Kommentare

03.08.2017, 10.40 Uhr
Leser X | Der Gipfel war der Gipfel...
... und er hat wieder mal die Abhängigkeiten und Verquickungen von Politik und Auto-Industrie gezeigt.

Der normale Menschenverstand sagt einem doch schon, dass Manager, die bewusst die Menschen vergiften, in den Knast gehören.

Nicht so im "Auto-Muster-Land" Deutschland. Da darf man das.

Wie Marx schon schrieb: Das Kapital geht über Leichen. Und unsere Politiker sekundieren dabei.
03.08.2017, 11.46 Uhr
N. Baxter | Fragen über Fragen
was ich mich frage ist, warum gibt es seitens VW nun das Update zum Update? Ein recht einfaches Update sollte vor Monaten die s.g. Schummelsoftware außer Kraft setzen und den original Zustand herstellen bzw entsprechend auch weniger Schadstoffausstoß bewirken. nun ja...

Nun will VW das nächste Update hinterherschieben um auf die gestern beschlossenen Forderungen der Politik zu reagieren.
Wie viele Update gibt es denn noch? Ich denke mal, man kann die Abgaswerte nicht immer weiter reduzieren ohne dabei andere Parameter negativ zu beeinflussen (Verbrauch, Haltbarkeit etc).
Ich behaupte auch, das dies auch der Grund ist, warum man nicht gleich das erste Update bis ultimo minimaler Schadstoffausstoß ausgereißt hat.
Weiterhin gab es bereits beim ersten Update von VW eine "vertrauensbildene Maßnahme", welche den Ausstausch des AGR Kühlers beinhaltete (normal um die 800€ Mat+Lohn). Das zeigt doch schon die eingeschränkte Haltbarkeit der Bauteile!
Und nun das nächstze Update ohne andere negative Auswirkungen????? Die Zeche zahlen am Ende die Besitzer!!!!
03.08.2017, 12.25 Uhr
Jörg Thümmel | Ich hoffe Sie gehen niemals in geschlossenen Räumen
arbeiten Leser X.
Denn da gilt ein 10 fach höherer Grenzwert für Stickoxide als in der Umgebungsluft.

Böse Zungen könnten ja jetzt behaupten, dass der Grenzwert in geschlossenen Arbeitsräumen und das darin enthaltene NOX dazu beitragen, dass die Grenzwerte in der Umgebungsluft überschritten werden.

Soviel zum technischen Wert und Sinn der Empörungswellen der Grünen, Greenpeace und der sogenannten deutschen Umwelthilfe.
03.08.2017, 14.08 Uhr
Immanuel Ludwig | Dummes Zeug
In Büroräumen gelten keine zehnfach höheren Werte als für die Außenluft. In Büroräumen und Privaträumen gelten 60microgramm als Grenzwert. Deshalb heißt es auch, man geht mal an die frische Luft, wenn man raus geht. Und deshalb gibt's dort auch einen niedrigeren Grenzwert von 40.

Die max. Werte gelten ausschließlich für ganz bestimmte Tätigkeiten. Wie zum Beispiel Schweißen. Da hat der Mitarbeiter allerdings die Möglichkeit, sich mit persönlicher Schutzausrüstung, wie Sauerstoffhelm..., zu schützen. Außerdem werden solche Mitarbeiter regelmäßig untersucht.

Viel Spaß noch beim Blödsinn verbreiten @Thümmler.
03.08.2017, 16.53 Uhr
gandalf | Scheinheiligkeit
Der Abgasskandal ist überhaupt erst möglich geworden, weil die Politik über schwammige Gesetzesauslegungen und mangelnde Kontrolle den Konzernen quasi einen Freifahrtschein für solche Mauscheleien ausgestellt hat. Wozu sind schließlich ganze Heerscharen von Lobbyisten in Berlin und Brüssel unterwegs...? Wie sonst ließe sich auch die vornehme Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Aufarbeitung des Skandals erklären? Man hat es seit Jahren gewusst und steckt mit im Schlamassel - nur zugeben will es keiner. Bevor in irgendeiner deutschen Stadt ein Dieselfahrverbot wirksam wird, dürfte erstmal Herr Dobrindt seinen Hut genommen haben.
03.08.2017, 18.27 Uhr
Psychoanalytiker | Alles nur Verar....
Egal aus welchem Betrachtungswinkel man es sieht, wir werden von der Industrie, aber auch von Poltikern sowie Gutmenschen aller Couleur nur an der Nase herumgeführt. Es mag ja sein, dass Dieselmotoren Dreckschleudern sind, aber auch Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern. Und genau diese produzieren noch immer den Strom, der letztendlich in den Batterien der ach so sauberen E-Autos landet. Diese Scheinheiligkeit ist für mich unerträglich. Und wenn es nicht die Kohle ist, dann sind es oft die Atome, die dann in den Batterien bzw. Akkus landen.

Man sollte erst mal im Kopf anfangen und danach über die plötzlich dreckig gewordenen Autos sprechen. Gott sei Dank schleudern noch unsere alten Dampflokomotiven ihren Dreck in die Wälder des Harzes. Aber vielleicht kommt ja noch ein Grüner auf die Idee, auch die zu verbieten.
03.08.2017, 20.59 Uhr
N. Baxter | im Glashaus I.Ludwig
das Sie gerade das Schweißen als Bsp genommen haben und dann noch von einem "Sauerstoffhelm" sprechen finde ich, wahrscheinlich auch J.Thümmel (SLV Halle?) mehr als zum schlapplachen. Was genau macht denn diese Art von Helm, Sauerstoff zurückhalten oder zuführen? Kleiner Tipp, gerade jetzt im Sommer kühlt der Sauerstoff unheimlich gut, also kurz damit abduschen und dann mal ran an das Schweißgerät - verabschieden Sie sich aber noch vorher von Ihren Angehörigen! Als Alternative können SIe sich auch gern mal Corgon18 unter den Helm leiten.
04.08.2017, 08.16 Uhr
RaWu | @Ludwig: Moment mal
Wer es wissen möchte, sucht nach "grenzwerte arbeitsplatz" und wird auf eine PDF "TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte - BAuA" stoßen.
In der "Technische Regeln für Gefahrstoffe", Ausgabe vom 7.6.2017, sind auf der Seite 42 die Grenzwerte für NO und NO2 gelistet. Dort steht bei Stickstoffdioxid 0,95 mg/m³ was eben 950 µg/m³ entspricht. Die 60 µg sind ein Richtwert für Innenraumverunreinigungen der Ad-hoc Arbeitsgruppe der IRK/AOLG beim Umweltbundesamt.

@Herr Ludwig: Gern können Sie uns aufklären und die entsprechende Vorschrift mit Quellenangabe beibringen.
04.08.2017, 10.46 Uhr
Jürgen Wiethoff | Frage
Wieso stehen eigentlich nur die Diesel-PKW zur Diskussion? Sind Diesel-LKW, -Schiffe, -Baumaschinen mit besseren, also saubereren, Motoren ausgerüstet und wenn ja, warum?
04.08.2017, 11.02 Uhr
Immanuel Ludwig | ich kann es mal versuchen,
allerdings fehlt mir der Glaube, dass ich Sie und Ihresgleichen aufklären kann @RaWu.

Nochmal, Innenräume wie Büro's, in denen nicht mit Gefahrstoffen umgegangen wird, fallen auch nicht unter die Gefahrstoffverordnung! ES GELTEN NICHT DIE GRENZWERTE NACH GEFAHRSTOFFVERORDNUNG! Den Richtwert für Innenräume haben Sie doch selbst gefunden. Soll ich den nochmal finden?

Und nun zum schlappgelachten Sauerstoffexperten @Baxter. Wir Ingenieure definieren Sauerstoffmasken, -Helme,.... als Geräte, die das Atmen von Atemgasgemischen ermöglichen. N2O2Co2+Edelgase ist ein Atemgasgemisch! DA EXPLODIERT IN DER RICHTIGEN ZUSAMMENSETZUNG NICHTS!

Ich finde es mittlerweile gut, dass Grüne und Greenpeace einigen Herrschaften verstärkt auf die Finger schauen.
04.08.2017, 12.39 Uhr
N. Baxter | noch einer vor dem Wochenende
zum ablachen. Ich weiß ja nicht was für ein Ing. Sie sind @I. Ludwig, vielleicht Informatik oder Elektrotechnik aber Schweißing. sind Sie bestimmt nicht. Denn 1. defininieren Wir Schweißerhauben nicht als Sauerstoffhelme und 2. habe ich nichts von Explosion geschrieben und 3. explodiert ein reines Sauerstoffgememisch ohnehin nicht.
Also am besten probieren Sie meinen Ratschlag aus meinen vorherigen Kommentar doch mal aus...
04.08.2017, 13.18 Uhr
Immanuel Ludwig | Oh, Oh, "reines Sauerstoffgememisch "
Das kann auch nicht explodieren @Baxter. Das gibt es nämlich nicht. Es gibt nur reinen Sauerstoff! Nur soviel zur Ingenieurskunst.

Es ist bei aller Traurigkeit schon fast wieder belustigend, mit welcher Ignoranz und Penetranz falsche Behauptungen aufgestellt werden, nur um Fakten zu diskreditieren, die von Grünen oder von Greenpeace angesprochen werden. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es nicht nur Böswilligkeit ist. Manche können es vermutlich wirklich nicht besser.
04.08.2017, 13.52 Uhr
RaWu | Der Versuch hat leider nicht funktioniert.
Büros sind Arbeitsplätze und somit gelten die Arbeitsplatzgrenzwerte. Warum sollte das nicht so sein?
Ein Laserdrucker z.B. verursacht u.a. Feinstaub- und Ozonbelastung. Das Büro muß aber nicht besonders gekennzeichnet werden und ist weiterhin ein normaler Innenraum, Büro und Arbeitsplatz. Trotz der Gefahrstoffe in der Büroluft.

Wir streiten uns um zwei unterschiedliche Dinge.

Definition Richtwert
"Größe, an der sich jemand oder etwas orientiert"
Definition Grenzwert
"Gesetzlich vorgeschriebene Ober- oder Untergrenze eines messbaren Wertes"

Ein Richtwert ist also ein WUNSCH, ein ZIEL und keine GRENZE. Die Vorschrift ArbeitzplatzGRENZwerte legt somit fest, was sein darf.

Zeigen Sie uns doch bitte eine Vorschrift und keine Richtlinie, um die 60 µg zu belegen. Gern übernehme ich den Wert dann für mich.
04.08.2017, 19.51 Uhr
Paulinchen | @ Immanuel Ludwig...
....ich darf Ihnen den Artikel im FOCUS online vom 20.07.2017 zum Lesen empfehlen.

Hier schreibt der Toxikologe Prof. Gleim aber etwas ganz anderes zur Luftbelastung in Büroräumen. Nur darüber schweigt die Bundesregierung, die Grünen und der BUND.
Nein - die Sau "DIESELMOTOR" MUSS zum Erliegen gebracht werden, damit man den "LUFTSTROM" endlich verkaufen kann, denn sonst kommt vielleicht noch jemand auf den Gedanken, dass auch diese Form von Energie nur eine Abzocke für den Michel ist.
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