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Fr, 07:00 Uhr
14.09.2018
Lichtblick

Dem Tod die Macht genommen

Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Dieser biblische Vers scheint im Frühling plausibler zu sein als im Herbst...


Wenn alles neu erwacht, dann kann man in den Ritzen und Ecken das Leben entdecken –wie es wächst und aufblüht. Das ist die Zeit, in der in den Kirchen Osterlieder gesungen werden, die uns davon erzählen, wie der Gott des Lebens über den Tod siegt und das Leben gewinnt.

Aber jetzt wird es Herbst. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Die Sonne sinkt. Die Blätter fallen von den Bäumen und lassen die Äste und Stämme nackt und starr zurück. Vor unseren Augen spielt sich etwas ab, dass eher darauf hinzuweisen scheint, wie stark der Tod doch ist und wie sehr er unserem Leben ein Ende setzt.

In diesen Tagen des Herbstes staune ich über ein klitzekleines Gesicht von Hilde Domin. Sie hat eine Entdeckung gemacht und schreibt: „Es knospt unter den Blättern. Das nennen sie Herbst.“

Und wenn ich genau hinsehe, kann ich entdecken: es stimmt. Jenseits des vordergründigen Augenscheins gibt es noch etwas Anderes. Genauer hinsehen, lohnt sich. Dort wo das Leben erstorben scheint, entdeckt man dann den kleinen Hinweis, dass das noch nicht das letzte Wort ist.

Im Herbst: Knospen unter den fallenden Blättern. Das künftige Leben ist unter dem verborgen, was welkt. Es ist noch nicht ans Licht gebracht. Und doch ist es da. Dem Tod ist die Macht genommen, ein Ostermorgen wird kommen. Dann schimmert über den Gräbern die Hoffnung im Morgenlicht. Und ein Engel schickt uns ins Leben zurück.
Viktoria Rode
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