Mi, 18:01 Uhr
26.08.2015
Aus der Leserpost
Gedanken zum Thema Erstaufnahmeeinrichtung
Nun ist es amtlich. Die Stadt Mühlhausen errichtet auf dem ehemaligen Gelände der ehemaligen Görmar-Kaserne eine Erstaufnahmeeinrichtung für die zu erwartenden Asylbewerber.
Seit Tagen schon, vor der amtlichen Bekanntmachung, konnten Bürger, welche in der Nähe dieses Objektes wohnen, Arbeitseinsätze feststellen. In einem dafür ausgesuchten und geeigneten Gebäude wurden durch Firmen aus der Stadt Mühlhausen und umliegenden Orten dort die notwendig gewordenen Arbeiten durchgeführt und auch landkreisübergreifende Kräfte eingesetzt. Als Beispiel hierfür sei ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Nordhausen, Zulieferfahrzeuge aus Eisenach und Erfurt genannt.
Da ich in den letzten Tagen selbst auch in diesem Objekt zu tun hatte, konnte ich beobachten, dass einige Mühlhäuser Bürger dadurch direkt angezogen wurden durch das was auf dem Gelände vor sich ging. Besonderst begeistert mögen viele dieser Bürger sicherlich nicht gewesen sein. So konnte ich am vergangenen Mittwoch Zeuge eines für mich erschreckenden und unbegreiflichen Ereignisses werden. In einem Einkaufsmarkt, der sich dort in unmittelbarer Nähe befindet, wollte ich gerade Mittag machen. Ich bestellte mir eine Soljanka und setzte mich zu meinem Begleiter mit an den Tisch, an dem bereits eine mir nicht bekannte Person saß und sich in einem regen Gespräch mit meinem Begleiter befand. Ich begann also meine Soljanka zu löffeln, als plötzlich und für mich ganz unerwartet von dem mir nicht bekannten Bürger, eine Schimpforgie begann: Dieses Drecksgesindel soll sich zurück scheren wo sie hergekommen sind. Für unsere eigenen Leute wird nicht gesorgt, aber für dieses Dreckspack, werden unsere Steuergelder verschwendet. Denen wird alles in den A….geblasen! Ich unterbrach daraufhin mein Essen und schaute ihn an.
Da ging ein weiterer Schimpf-Tornado los, der mich betraf: Brauchst mich gar nicht so anschauen, ich sag das was ich denke, schließlich haben wir Meinungsfreiheit. Wäre ja noch schöner, wenn man nicht seine Meinung sagen darf! Also löffelte ich meine Soljanka weiter und gab meinem Begleiter zu verstehen, das ich kurz eine Zigarette rauchen wolle. Er nickte mir zu. Ich drehte also meine Mittagszigarette und sagte zu mir innerlich: Dieser Bürger hat heute sein Glückstag! Kurze Zeit später kam mein Begleiter mit der mir unbekannten Person ebenfalls raus. Mein Begleiter gab mir zu verstehen, dass er auch noch eine rauchen wollte und sagte zu mir, wenn Sie wollen können Sie auch noch eine rauchen. Genau rauch noch eine, oder rauch lieber gleich zwei kam von der mir unbekannten Person. Als ich jedoch nicht reagierte kam der Satz der spricht wohl nicht mit jedem. Tut mir Leid gab ich ihm zu verstehen, ich stehe gerade auf dem Bahnhof und ein ICE ist vorbei gerauscht.
Kurz darauf fuhren wir wieder zur Görmar Kaserne. Während der Fahrt fragte mich mein Begleiter wie es mir geht. Ich gab kurz und knapp die Antwort: Mir geht’s gut, warum fragen Sie? Eigentlich ist es ein prima Kerl: Ach das meinen Sie? Ich sag ihnen mal was: Was diese Person von sich gegeben hat ist für mich nur heiße Luft und kein Dampf dahinter!
Nach Beendigung dieses langen und erlebnisreichen Arbeitstages begann ich sofort mir dem Schreiben diese Artikels. Noch heute bewegt mich dies Erlebnis. Seit Mittwochabend, 19. August, befinden sich die ersten Asylbewerber im Erstaufnahmelager und ein Kind wurde geboren. Mit weiteren Asylbewerbern rechnete man am Wochenende.
Ich bin der Meinung, dass wir Bürger des wiedervereinigten Deutschland jetzt, jeder einzelne von uns unter Beweis stellen kann, ob er ehrlich zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen ist, zu dem was er sagt, auch steht. Seit Bestehen dieses blauen Planeten gab es bisher zwei große Völkerwanderungen. Jetzt erleben wir eine Dritte. Die erste fand vor Tausenden vor Jahren statt. Nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa fand die Zweite statt. Millionen von Menschen mussten nach dem Beschluss der alliierten Siegermächte ihre Heimat verlassen und viele fanden dabei den Tod. Heute, im 21.Jahrhundert, findet wieder eine Völkerwanderung statt, welche den Neuen Nazis im wiedervereinigten Deutschland den Nährboden bietet, ihre fremdenfeindliche- und menschenfeindliche Ideologie verstärkt an den Mann zubringen oberstes Ziel ist. Das hatten wir schon einmal und dann wollten jene, welche sich haben verblenden lassen, von nichts gewusst haben. Manchmal wünschte ich mir, das jeder Wochentag ein Montag sei.
Doch anscheinend geht es niemanden schlecht, sonst wäre man montag’s wieder zur Montagsdemonstration gegangen und hätte sich gegen die echten Steuerverschwendungen erhoben. Als Beispiel sei der Flughafen Berlin-Brandenburg genannt. Als weitere Beispiele seien zu nennen die unterschiedlichen Lohntarife und Renten, sowie die hohe Arbeitslosigkeit. Jeder Einzelne von uns sollte sich einmal die Frage stellen: Was kann ich für unseren Staat tun und nicht darauf warten Was der Staat für ihn tun kann: Nicht einen Bürger habe ich erlebt, der auf die Straße gegangen ist und seinen Protest zum Ausdruck gebracht hat gegen die Erhöhung der Diäten für Politiker oder das die Rechten auf dem Vormarsch sind in den Gemeinderäten, Stadträten und Landtagen. 1933 wurden Bücher verbrannt, heute werden Brandanschläge verübt auf Asylantenwohnheime. Wie lange wollen wir noch zuschauen. Jeder einzelne sollte sich überlegen, welchen Beitrag ist er bereit zu geben im Kampf gegen Rechts, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Lieber ein buntes wiedervereinigtes Deutschland, als ein braunes. Lieber ein buntes Bundesland Thüringen, als ein braunes. Lieber ein buntes Mühlhausen, als ein braunes. Erstmals werde ich hier und heute meinen Beitrag veröffentlichen im Kampf gegen Rechts.
Reimund Schulze
Autor: redSeit Tagen schon, vor der amtlichen Bekanntmachung, konnten Bürger, welche in der Nähe dieses Objektes wohnen, Arbeitseinsätze feststellen. In einem dafür ausgesuchten und geeigneten Gebäude wurden durch Firmen aus der Stadt Mühlhausen und umliegenden Orten dort die notwendig gewordenen Arbeiten durchgeführt und auch landkreisübergreifende Kräfte eingesetzt. Als Beispiel hierfür sei ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Nordhausen, Zulieferfahrzeuge aus Eisenach und Erfurt genannt.
Da ich in den letzten Tagen selbst auch in diesem Objekt zu tun hatte, konnte ich beobachten, dass einige Mühlhäuser Bürger dadurch direkt angezogen wurden durch das was auf dem Gelände vor sich ging. Besonderst begeistert mögen viele dieser Bürger sicherlich nicht gewesen sein. So konnte ich am vergangenen Mittwoch Zeuge eines für mich erschreckenden und unbegreiflichen Ereignisses werden. In einem Einkaufsmarkt, der sich dort in unmittelbarer Nähe befindet, wollte ich gerade Mittag machen. Ich bestellte mir eine Soljanka und setzte mich zu meinem Begleiter mit an den Tisch, an dem bereits eine mir nicht bekannte Person saß und sich in einem regen Gespräch mit meinem Begleiter befand. Ich begann also meine Soljanka zu löffeln, als plötzlich und für mich ganz unerwartet von dem mir nicht bekannten Bürger, eine Schimpforgie begann: Dieses Drecksgesindel soll sich zurück scheren wo sie hergekommen sind. Für unsere eigenen Leute wird nicht gesorgt, aber für dieses Dreckspack, werden unsere Steuergelder verschwendet. Denen wird alles in den A….geblasen! Ich unterbrach daraufhin mein Essen und schaute ihn an.
Da ging ein weiterer Schimpf-Tornado los, der mich betraf: Brauchst mich gar nicht so anschauen, ich sag das was ich denke, schließlich haben wir Meinungsfreiheit. Wäre ja noch schöner, wenn man nicht seine Meinung sagen darf! Also löffelte ich meine Soljanka weiter und gab meinem Begleiter zu verstehen, das ich kurz eine Zigarette rauchen wolle. Er nickte mir zu. Ich drehte also meine Mittagszigarette und sagte zu mir innerlich: Dieser Bürger hat heute sein Glückstag! Kurze Zeit später kam mein Begleiter mit der mir unbekannten Person ebenfalls raus. Mein Begleiter gab mir zu verstehen, dass er auch noch eine rauchen wollte und sagte zu mir, wenn Sie wollen können Sie auch noch eine rauchen. Genau rauch noch eine, oder rauch lieber gleich zwei kam von der mir unbekannten Person. Als ich jedoch nicht reagierte kam der Satz der spricht wohl nicht mit jedem. Tut mir Leid gab ich ihm zu verstehen, ich stehe gerade auf dem Bahnhof und ein ICE ist vorbei gerauscht.
Kurz darauf fuhren wir wieder zur Görmar Kaserne. Während der Fahrt fragte mich mein Begleiter wie es mir geht. Ich gab kurz und knapp die Antwort: Mir geht’s gut, warum fragen Sie? Eigentlich ist es ein prima Kerl: Ach das meinen Sie? Ich sag ihnen mal was: Was diese Person von sich gegeben hat ist für mich nur heiße Luft und kein Dampf dahinter!
Nach Beendigung dieses langen und erlebnisreichen Arbeitstages begann ich sofort mir dem Schreiben diese Artikels. Noch heute bewegt mich dies Erlebnis. Seit Mittwochabend, 19. August, befinden sich die ersten Asylbewerber im Erstaufnahmelager und ein Kind wurde geboren. Mit weiteren Asylbewerbern rechnete man am Wochenende.
Ich bin der Meinung, dass wir Bürger des wiedervereinigten Deutschland jetzt, jeder einzelne von uns unter Beweis stellen kann, ob er ehrlich zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen ist, zu dem was er sagt, auch steht. Seit Bestehen dieses blauen Planeten gab es bisher zwei große Völkerwanderungen. Jetzt erleben wir eine Dritte. Die erste fand vor Tausenden vor Jahren statt. Nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa fand die Zweite statt. Millionen von Menschen mussten nach dem Beschluss der alliierten Siegermächte ihre Heimat verlassen und viele fanden dabei den Tod. Heute, im 21.Jahrhundert, findet wieder eine Völkerwanderung statt, welche den Neuen Nazis im wiedervereinigten Deutschland den Nährboden bietet, ihre fremdenfeindliche- und menschenfeindliche Ideologie verstärkt an den Mann zubringen oberstes Ziel ist. Das hatten wir schon einmal und dann wollten jene, welche sich haben verblenden lassen, von nichts gewusst haben. Manchmal wünschte ich mir, das jeder Wochentag ein Montag sei.
Doch anscheinend geht es niemanden schlecht, sonst wäre man montag’s wieder zur Montagsdemonstration gegangen und hätte sich gegen die echten Steuerverschwendungen erhoben. Als Beispiel sei der Flughafen Berlin-Brandenburg genannt. Als weitere Beispiele seien zu nennen die unterschiedlichen Lohntarife und Renten, sowie die hohe Arbeitslosigkeit. Jeder Einzelne von uns sollte sich einmal die Frage stellen: Was kann ich für unseren Staat tun und nicht darauf warten Was der Staat für ihn tun kann: Nicht einen Bürger habe ich erlebt, der auf die Straße gegangen ist und seinen Protest zum Ausdruck gebracht hat gegen die Erhöhung der Diäten für Politiker oder das die Rechten auf dem Vormarsch sind in den Gemeinderäten, Stadträten und Landtagen. 1933 wurden Bücher verbrannt, heute werden Brandanschläge verübt auf Asylantenwohnheime. Wie lange wollen wir noch zuschauen. Jeder einzelne sollte sich überlegen, welchen Beitrag ist er bereit zu geben im Kampf gegen Rechts, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Lieber ein buntes wiedervereinigtes Deutschland, als ein braunes. Lieber ein buntes Bundesland Thüringen, als ein braunes. Lieber ein buntes Mühlhausen, als ein braunes. Erstmals werde ich hier und heute meinen Beitrag veröffentlichen im Kampf gegen Rechts.
Reimund Schulze
