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Do, 23:09 Uhr
22.10.2015
DAK-Gesundheitsreport 2015

Mehr Rückenschmerzen im Unstrut-Hainich-Kreis

Der Krankenstand im Unstrut-Hainich-Kreis ist 2014 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 5,1 Prozent hatte die Region zudem einen höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,8 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 51 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Thüringen wurde mit 5,5 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis verzeichnet, der niedrigste mit 3,9 Prozent in der Stadt Jena.

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Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Unstrut-Hainich-Kreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage wurden auch im Betrachtungszeitraum aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen verzeichnet. Die Diagnose war für mehr als jeden vierten Fehltag verantwortlich und wurde insgesamt rund elf Prozent häufiger gestellt. Zudem lagen die Zahlen über dem Landesschnitt. An zweiter Stelle im Landkreis folgten Krankschreibungen aufgrund von psychischen Beschwerden, zu denen Depressionen und Angstzustände gehören. Hier gab es fast 42 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Verletzungen und Vergiftungen hat leicht zugenommen. Einen Rückgang der Fehlzeiten um fast 32 Prozent gab es hingegen bei Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Unstrut-Hainich-Kreis, um so Impulse für das Gesundbleiben und Gesundwerden der Beschäftigten zu geben“, erklärt Beatrice Knauft-Müller von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. „Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, können Arbeitgeber Hilfe anbieten.“ In Thüringen hätten sich beispielsweise die Fehltage durch psychische Erkrankungen seit dem Jahr 2000 um das 1,8-fache erhöht. Den betroffenen Mitarbeitern könne ein betriebliches Gesundheitsmanagement gezielt helfen.

Ergebnisse zum Hirndoping sind Alarmsignal
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem Gesundheitsreport auch den aktuellen Trend „Hirndoping im Job“. Für die Studie hat die Krankenkasse die Daten ihrer Mitglieder analysiert und bundesweit 5.000 Männer und Frauen repräsentativ befragt. Ein Fazit: In Thüringen nutzen 18.600 Beschäftigte mindestens zweimal im Monat verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen. Insgesamt gaben 5,4 Prozent der Berufstätigen in Thüringen an, wenigstens einmal im Leben gedopt zu haben. „Auch wenn Doping im Job noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal“, warnt Beatrice Knauft-Müller. „Nebenwirkungen und Suchtgefahr sind nicht zu unterschätzen. Deshalb müssen wir auch beim Thema Gesundheit vorausschauen und über unsere Wertvorstellungen und Lebensstilfragen diskutieren.“

Männer wollen mehr Leistung
Im Vergleich zum Jahr 2008 hat bundesweit das Doping im Job zugenommen. In Thüringen kennen aktuell drei Viertel der Befragten den vermeintlichen Nutzen des Hirndopings. Häufig werden dafür Betablocker und Antidepressiva eingesetzt, aber auch Wachmacher und ADHS-Pillen – Medikamente also, die eigentlich zur Behandlung von Krankheiten verschrieben werden. Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung. Männer greifen eher zu leistungssteigernden Mitteln, Frauen nehmen häufiger stimmungsaufhellende Medikamente ein. Entgegen der landläufigen Meinung sind es nicht primär Führungskräfte oder Kreative, die sich mit Medikamenten zu Höchstleistungen pushen wollen. Der DAK-Report zeigt, dass vor allem Erwerbstätige mit einfachen Jobs gefährdet sind. Auch Beschäftigte mit einem unsicheren Arbeitsplatz haben ein erhöhtes Doping-Risiko. „Hirndoping ist mittlerweile bei ‚Otto Normalverbraucher‘ angekommen, um den Arbeitsalltag besser zu meistern. Das Klischee der dopenden Top-Manager ist damit vom Tisch“, so Knauft-Müller.

Die DAK-Gesundheit hat rund 11.000 Versicherte im Unstrut-Hainich-Kreis.
Autor: red

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