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Mi, 15:10 Uhr
03.02.2016
Fachtagung mit beachtlicher Resonanz

Armut ist auch ein Thema für den Unstrut-Hainich-Kreis

Kürzlich fand im Mehrgenerationenhaus/Geschwister-Scholl-Heim eine Fachtagung zum Thema „Gemeinsam für mehr Chancen – Armutsprävention im Unstrut-“Hainich-Kreis“ statt.

Im Bild der Workshop, geleitet von Insa Schulze (l.) vom Institut für Kommunale Planung und Entwicklung an der Fachhochschule Erfurt. (Foto: Foto: Landratsamt) Im Bild der Workshop, geleitet von Insa Schulze (l.) vom Institut für Kommunale Planung und Entwicklung an der Fachhochschule Erfurt. (Foto: Foto: Landratsamt)
Eingeladen dazu hatte Landrat Harald Zanker. Gekommen waren mehr als 100 Personen, so Vertreter der Wohlfahrtsverbände, Kirche, Kreistagsmitglieder, Schulen, Kindergärten und interessierte Bürger des Kreises. Auch auf Landesebene fand diese Veranstaltung reges Interesse, denn Vertreter z. B. des Paritätischen Thüringens, des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen und des Schulamtes Nordthüringen nahmen daran teil.

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Nach der Begrüßung von Moderatorin Eva Brackelmann, freie Journalistin aus Leipzig, fanden die Grußworte des Landrates und von Christian Möller, Leiter der Stabsstelle Strategische Sozialplanung beim Sozialminsterium starke Beachtung.

Mehr als 100 Gäste nahmen an der Fachtagung teil. (Foto: Foto: Landratsamt) Mehr als 100 Gäste nahmen an der Fachtagung teil. (Foto: Foto: Landratsamt)
Möller machte deutlich, dass das Ministerium von den Kommunen erwartet, dass diese auf der Basis von sozialraumbezogenen Bedarfsplanungen dem Ministerium anzeigen, welche Strategien und Unterstützungen in den Kommunen nötig sind, um Armutsprävention wirksam umsetzen zu können.

Sehr bewegend war der nächste Beitrag, der anonym vorgetragen, die wahre Lebensgeschichte einer Frau, hier Nele genannt, zum Inhalt hatte. Hier kam sehr deutlich zum Ausdruck, welche Auswirkungen ein dauerhaftes Leben im sogenannten Hartz IV bedeutet. Sie schilderte, dass ihr trotz guter beruflicher Ausbildung und eines permanenten Veränderungswillens bisher die Chance auf ein ordentliches Arbeitsverhältnis verwehrt blieb.

Birgit Kaufhold von der Stabsstelle Sozialplanung des Landratsamtes berichtete über die Verschiedenartigkeit der sozialen Lagen im Kreis. Speziell machte sie deutlich, dass die berufliche Teilhabe in den 13 Planungsräumen des Kreises sehr stark differenziert, was ebenfalls für die Einkommenslagen der Menschen in diesen Räumen zutreffend ist.

Davon ausgehend, dass derzeit knapp jeder siebente Kreisbewohner von Transferleistungen abhängig ist, stellte sie dar, dass besonders die Kleinsten (unter fünf Jahre) und davon mehr als jedes vierte Kind von Armut betroffen ist. Das wirkt sich dann später auch regelmäßig auf die Bildungschancen aus.

An den Lebensbiographien weiter gedacht erwartet der Landkreis bis 2020 einen Anstieg der Pflegebedürftigen von etwa 900 Personen. Da die meisten von ihnen in einer normalen Wohnung selbstbestimmt leben möchten, ist dringend eine altersgerechte Wohnraumanpassung erforderlich.

Marko Reents, ebenfalls Mitarbeiter der Stabsstelle Sozialplanung, zeigte auf, dass das Thema Armutsprävention nicht von der Verwaltung allein, sondern nur in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren wirksam gelingen kann.

Prof. Dr. Uta Meier Gräwe von der Justus-Liebig-Universität Gießen sprach über „Erschöpfte Familien als Folge zunehmender sozialer Ungleichheit und was dagegen auf kommunaler Ebene zu tun ist.
Sie mahnte an, dass Unterstützungsleistungen für den einzelnen Bedürftigen immer ganzheitlich angelegt werden müssen, um wirken zu können. Sie zeigte außerdem auf, wie Kommunen durch Prävention langfristig Geld sparen.

Der Einladung des Kreises war auch der Präventionsbeauftragte der Stadt Dormagen gefolgt. Das Dormagener Jugendhilfe-Modell ist deutschlandweit bekannt. Dormagen, selbst Haushaltssicherungskommune, hat vor 15 Jahren seine Jugendhilfe reformiert und setzt seitdem verstärkt auf ambulante und präventive Beratungs- und Hilfsangebote. Das bedeutet, dass man seitens der Stadt diese verstärkt und direkt in den betreffenden Wohngebieten vorhält.

Anschließend waren die Teilnehmer in vier Workshops selbst gefragt. Sie setzten sich dabei mit den Themen „Gemeinsam im Dialog – Verwaltete und latente Armut“, „Elternarbeit als Kindesstärkung“, „Schule und Sozialraum“ sowie „Armut und Gesundheit“ auseinander.

Nun liegt es an den Mitarbeitern der Kreisverwaltung, die daraus gewonnenen Erkentnisse aufzugreifen und in den nachfolgenden Prozess zur Generierung von Armutsstrategien für die Unstrut-Hainich-Kreis einzubinden.


Autor: red

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