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Sa, 16:31 Uhr
27.02.2016
Gedenkbuch Landkreis Börde gegen das Vergessen

Reimund Schulze reiste zur Übergabe in seinen Geburtsort

Im Beisein des Bürgermeisters der Gemeinde Barleben, Herr Kleindorff, der Archivarin und Ortschronistin der Verbandsgemeinde Elbe-Heide Margitta Häusler und Thomas Zaschke, Mitarbeiter Pressesprecher der Gemeinde Barleben übergab der in Mühlhausen wohnende Autor Reimund Schulze jetzt sein Gedenkbuch des Landkreises Börde 1933 – 1945. Begleitet wurde er von Herrn Hempel und Helmut Menzel, Forum der Fachgruppe für Militär -und Garnisionsgeschichte des Kultur- und Heimatvereins Magdeburg.

Foto (v. l.): Gesprächsrunde im Dienstzimmer der Bürgermeisterin mit Reimund Schulze, Frau Stirnweiss, Pressesprecherin im Rathaus Haldensleben, Herr Ziegenmeyer, Redakteur der Volksstimme Haldensleben, Bürgermeisterin der Stadt Haldensleben, Regina Blenkle und Büroleiter der Bürgermeisterin von Haldensleben, Herr Bierstedt.  (Foto: privat) Foto (v. l.): Gesprächsrunde im Dienstzimmer der Bürgermeisterin mit Reimund Schulze, Frau Stirnweiss, Pressesprecherin im Rathaus Haldensleben, Herr Ziegenmeyer, Redakteur der Volksstimme Haldensleben, Bürgermeisterin der Stadt Haldensleben, Regina Blenkle und Büroleiter der Bürgermeisterin von Haldensleben, Herr Bierstedt. (Foto: privat)
Menzel gab den Gastgebern einen kurzen Überblick über die Arbeit des Forums und unterstützte Schulze bei der Präsentation seiner Arbeit am Gedenkbuch. Anschließend wurde eine rege Diskussion geführt in deren Mittelpunkt die Frage stand, wie es zu dieser Idee kam, ein Gedenkbuch zu schreiben.

„Ich begründete das mit dem von mir abgegebenen Versprechen vom 13. August 2010 anlässlich der Übergabe der Dokumente der Widerstandsgruppe Schmidt und Genossen, der auch mein Vater angehörte. Damals hatte ich beabsichtigt das Gedenkbuch nur auf meine Geburts- und Heimatstadt Haldensleben zu beziehen. Da sich aber im Jahr 2007 der Ohrekreis und der Bördekreis zum Landkreis Börde zusammengeschlossen hatten, beschloss ich dieses Vorhaben auf den heutigen Landkreis Börde zu erweitern,“ sagte Schulze.

Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, benötigte er entsprechende regionalgeschichtliche Literatur und suchte sogleich auch Mitstreiter, das sich jedoch sehr schwierig herausstellen sollte, da die Zeitzeugen von damals und einst immer weniger geworden sind. Nach fast zweijähriger Suche (2007-2009) kam es zu ersten positiven Ergebnissen. Aus damals zwei gewonnenen Ortschronisten waren dann zu Beginn der eigentlichen Recherche- und Schreibarbeiten letztendlich 15 Leute dabei, die ihm mit Rat und Tat zu Seite standen.

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Nach dem er die bereits erwähnten Dokumente für das Archiv der Stadt Haldensleben an den damaligen Stadtrat Otto übergab, begann er mit der fünfjährigen intensiven Arbeit am Gedenkbuch Landkreis Börde. In den Jahren 2010 bis 2015 erfolgten jährlich drei Fahrten zu den jeweiligen KZ-Gedenkstätten und in den Landkreis. Viele Orte des Gedenkens, die im Band II „Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus“ mussten aufgesucht und in Wort und Bild festgehalten werden. Dabei musste er öfter feststellen, dass die Angaben, die ihm aus den Jahren 1995 und 1997 zur Verfügung standen, nicht immer hundertprozentig mit dem von ihm erstellten Gedenkbuch übereinstimmten. Teilweise waren die aufgefundenen Grabstätten in einem sehr schlechten Zustand. Seine an die betreffenden örtlichen Behörden gerichteten Bitten, ob es nicht möglich wäre, diese Grabstätten wieder herrichten zu lassen, wurde entsprochen. Der Leser des Gedenkbuch kann sich hier selbst davon überzeugen im Kapitel 7 Bilddokumentation und Zeitzeugenberichte.

Das dass Gedenkbuch vom Inhalt her eines Tages über 850 Seiten haben würde, konnte er zum damaligen Zeitpunkt nicht erahnen und schon gar nicht, dass mit Beginn der Veröffentlichung im Juni 2014 bis zu seiner Fertigstellung 2015, bis zum heutigen Tage weit mehr als 6.460 Zugriffe getätigt worden sind. Kurz vor Ende des fast zweistündigen Besuches in der Gemeinde Barleben wurde die Bitte an den Bürgermeister, den Pressesprecher und den Vertreter der Verbandsgemeinde Elbe-Heide gerichtet, uns bei der neuen Thematik: „Der Krieg war aus, aber dann? Flucht und Vertreibung“ zu unterstützen.

Zum Ende der Diskussionsrunde über gab Reimund Schulze ein selbstgebautes Vogelhaus mit den Farben und Wappen von Mühlhausen und Barleben, desweiteren die Dokumente über die Widerstandskämpferin Maria Kühne sowie das Gedenkbuch Landkreis Börde. Auch an die Vertreter der Verbandsgemeine Elbe-Heide, Margitta Häusler, übergab er ein Gedenkbuch mit der Bitte, dies an den Verbandsgemeindebürgermeister zu übergeben verbunden mit den besten Wünschen und für eine weitere gute Zusammenarbeit.

Danach ging es nach Haldensleben. Dort war die Übergabe des Gedenkbuches an die Bürgermeisterin der Stadt Haldensleben, Regina Blenkle. Interessant ist, dass mit Regina Blenkle nach 1049 Jahren erstmals eine Frau im Amt als Bürgermeisters dieser Stadt tätig ist. An der Gesprächsrunde nahmen Frau Stirnweiss, Pressesprecherin im Rathaus und Herr Ziegenmeyer, Volksstimme Haldensleben, teil. Auch hier schilderte Schulze seine Arbeit am Gedenkbuch und stellte dabei die „Gruppe Schmidt und Genossen“ in den Mittelpunkt und verwies darauf, dass wenig über die damaligen Aktivitäten dieser Gruppe bekannt ist. Als Beispiel nannte er seine Kindheitserlebnisse aus seiner Familie. Er sehe auch, dass in der heutigen Zeit kaum ein Jugendlicher, egal aus welcher Region im heutigen Landkreis Börde er kommen mag, im schulischen Unterricht überhaupt Kenntnisse vermittelt bekommt, was sich eigentlich wirklich in der Zeit des Nationalsozialismus hier abgespielt hat. Dieses Buch soll dazu dienen gerade in der heutigen Zeit gegen die braunen Rattenfänger hier im Landkreis Börde, anzukämpfen.

Es wurde den Anwesenden auch zu verstehen gegeben, dass das Gedenkbuch von Schulen genutzt werden könnte, damit die Jugend sich besser mit der Regionalgeschichte die Jugend beschäftigen kann. Zeitzeugen aus der damaligen Zeit werden immer weniger, die selbst als Kinder damals die Geschehnisse miterlebt haben. Es gehe in erster Linie auch darum, die Geschichte richtig zu stellen. In vielen Büchern, die von Historikern herausgegeben wurden, sind teilweise lückenhafte und falsche Angaben zu den tatsächlichen Geschehnissen wiedergegeben. (Beispiel: Band II Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus). Dies musste auch Schulze bei seinen jährlich durchgeführten Recherchefahrten im Landkreis Börde feststellen. Auf eine Anfrage von Herrn Ziegenmeyer, zu weiteren geschichtlichen Arbeiten gaben Menzel und Schulze zu verstehen, dass eine geplante Fortsetzung des Gedenkbuches das Leben der Fremd-, Ostarbeiter und Kriegsgefangenen im damaligen Einzugsgebietes des heutigen Landkreis Börde der zum Inhalt haben sollte, vorerst zurück gestellt wurde.

Dafür wurde jetzt die Thematik: „Der Krieg war aus, aber dann? Flucht und Vertreibung“ ins Auge gefasst. Die Nachforschungen werden sich auf das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt erstrecken. „Das ist also eine neuerliche Herausforderung für mich, welche jedoch nur dann zu einem Erfolg führen kann, wenn alle mit einbezogene Personen und dazu gehört in erster Linie auch die Presse dabei Unterstützung gewährt“, so Schulze.

Abschließend wurde erklärt, dass die DVD für die weitere Arbeit in den Gemeinden durch Kopie weitergereicht werden darf, damit in den Gemeinden in den Schulen damit gearbeitet werden kann. Sollte jemand das Bedürfnis haben, die DVD zu erwerben, dann wird der Erlös auf ein Spendenkonto zur sozialen Unterstützung in den Gemeinden eingezahlt. Das kam bei allen Gemeinden gut an.


Autor: red

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