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Sa, 16:54 Uhr
26.03.2016
Röbling bekanntester Auswanderer

Mühlhäuser Auswanderungsdaten für Stadtarchiv digitalisiert

Aus zahlreichen Thüringer Archiven und Bibliotheken trugen Schüler des Salza-Gymnasiums in Bad Langensalza gemeinsam mit der Brückenschule Aschara unter dem Titel: „Lebe wohl Heimat, Amerika ruft. Auswanderung aus Thüringen im 19. und 20. Jahrhundert" inzwischen etwa 70.000 Datensätze zu Auswanderern aus dem Thüringer Raum zusammen. Darunter befanden sich Karteien und Listen zu den Auswandererakten des Mühlhäuser Stadtarchivs.

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Auch Namenslisten und Abschiedsgesuche der regionalen Zeitungen von Mühlhäuser Bürgern und Auswanderern aus den umliegenden Dörfern wurden erfasst. Außerdem recherchierten die Schüler für dieses Projekt in den im Internet verfügbaren Passagierlisten der deutschen Hafenstädte, den Auswandererakten im Thüringischen Staatsarchiv Gotha, der Auswandererbriefesammlung in der Forschungsbibliothek Gotha sowie der weltweit größten Quelle für Familien- und Ahnenforschung - Ancestry. Stadtarchivar Helge Wittmann zeigte sich erfreut: "Unsere bisherigen, lediglich nach Namen sortierten, handschriftlichen Findmittel wurden digitalisiert und Doppelungen beseitigt. Wir erhalten heute ein Erschließungsdokument, was zukünftig verschiedenste Suchmöglichkeiten zur Verfügung stellt und wertvolle, neue Forschungsansätze zur Mühlhäuser Stadtgeschichte und Zugang zu deren Einzelschicksalen eröffnet."

Röbling als bekanntester Mühlhäuser Auswanderer
Die Mühlhäuser Daten wurden dem Stadtarchiv von Michael Neumann, der die Schüler der elften Klassen des Salza-Gymnasiums seit 2014 bei diesem Vorhaben betreut, in digitaler Form übergeben. Erste Auswertungen zeigen, dass in der Zeit von 1820 bis 1920 über 5.000 Mühlhäuser und Bewohner der umliegenden Dörfer ihr Glück in der neuen Welt versuchten. Unter ihnen war wohl der bedeutendste – der spätere Erbauer der Brooklyn Bridge – Johann August Röbling, der 1831 gemeinsam mit seinem Bruder Karl Friedrich und einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten von Brake/Bremen nach Philadelphia übersetzte.

Die Plätze auf den Auswanderungsschiffen waren sehr begehrt und so organisierten einige Mühlhäuser Auswanderungsagenturen für die großen Schiffslinien wie z. B. Norddeutsche Lloyd Bremen diese Schiffspassagen. Vorher mussten die entsprechenden Auswanderungsformalitäten mit der städtischen Polizeiverwaltung geklärt werden. Diese Dokumente findet man heute noch in den Akten zum Passwesen und zur Auswanderung.

Dieses von der „Robert Bosch Stiftung“ für drei Jahre finanzierte Projekt " Denkwerk" will Schüler und Lehrer aktiv an aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungen und Methoden heranführen. Koordiniert wird das Forschungsprojekt von Herrn Prof. Dr. Jörg Nagler vom Historischen Institut der Universität Jena sowie vom Gymnasiallehrer des Salza-Gymnasiums, Herrn Michael Neumann. Im Laufe dieses Jahres wird eine eigene Internetpräsentation (www.auswanderung-thueringen.de) erfolgen und eine Wanderausstellung durch einige Thüringer Städte erarbeitet.
Autor: red

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