Do, 16:24 Uhr
31.03.2016
Als der Adler seinen Kopf verlor
Eröffnung der ersten beiden Räume der Stadtgeschichte
Mit der Geschichte der Freien Reichstadt und der Geschichte der Kirchenstadt präsentiert das Kulturhistorische Museum in Mühlhausen am Dienstag, dem 5. April um 19.30 Uhr, gleich zwei Bereiche der neuen Dauerausstellung.
Mitarbeiter der Mühlhäuser Museen führen die letzten Handgriffe an den Ausstellungsobjekten aus. (Foto: © Mühlhäuser Museen)
Die Abteilung zur Stadtgeschichte folgt den beiden bereits eröffneten Ausstellungsteilen zur Archäologie in der Unstrut-Hainich-Region und zum Kunstland Thüringen im 20. Jahrhundert. Sie erklärt im ersten Raum die Freie Reichsstadt als eigenständiges rechtlich-politisches Modell, das auch kulturelle Folgen hatte. In einem Rundgang durch die stilisierte mittelalterliche Stadtmauer wird anhand eindrucksvoller Objekte diese mehrere Jahrhunderte währende Selbständigkeit erzählt.
So steht eine rund 900 Jahre alte Einbaum-Truhe aus dem im 16. Jahrhundert abgebrochenen Mühlhäuser Dorf Eichen als Beispiel für das umfangreiche Herrschaftsgebiet der Reichsstadt. Natürlich sind auch ein äußerst seltenes, wertvolles Schutzwappen des Kaisers für eine jüdische Mühlhäuser Familie sowie die originale eiserne Wetterfahne des Rabenturms zu sehen. Dieses einzigartige historische Zeugnis der Stadt von 1665 ist mit einer Legende verbunden, wonach ein preußischer Scharfschütze im Zuge der Besetzung Mühlhausens im Jahre 1802 den doppelköpfigen habsburgischen Adler durch einen gezielten Schuss zu einem einköpfigen preußischen Adler gemacht haben soll. An einer Hörstation kann der von Johann Sebastian Bach 1708 zum Mühlhäuser Ratswechsel komponierten Kantate Gott ist mein König gelauscht werden.
Im Raum KirchenSTADT geht es um die bedeutende Kirchengeschichte der alten Reichsstadt, in der Kreuzritter eine besondere Rolle spielten. Ein imposantes Modell der Marienkirche aus dem 19. Jahrhundert veranschaulicht ebenso wie verschiedene kostbare Objekte aus Mühlhäuser Gotteshäusern die Bedeutung der Kirchen und Klöster für die Reichsstadt. Anhand eines maßstabsgerechten Zinnfiguren-Dioramas der Marienkirche, für das die Mühlhäuser einen Design-Professor aus Newcastle gewinnen konnten, wird der verheerende Bildersturm während der Zeit der Reformation deutlich.
Der Eröffnung der beiden Themenräume sollen im laufenden und im kommenden Jahr noch drei weitere Bereiche zur Stadtgeschichte folgen.
Anke Weisbrich, M.A.
Autor: red
Mitarbeiter der Mühlhäuser Museen führen die letzten Handgriffe an den Ausstellungsobjekten aus. (Foto: © Mühlhäuser Museen)
So steht eine rund 900 Jahre alte Einbaum-Truhe aus dem im 16. Jahrhundert abgebrochenen Mühlhäuser Dorf Eichen als Beispiel für das umfangreiche Herrschaftsgebiet der Reichsstadt. Natürlich sind auch ein äußerst seltenes, wertvolles Schutzwappen des Kaisers für eine jüdische Mühlhäuser Familie sowie die originale eiserne Wetterfahne des Rabenturms zu sehen. Dieses einzigartige historische Zeugnis der Stadt von 1665 ist mit einer Legende verbunden, wonach ein preußischer Scharfschütze im Zuge der Besetzung Mühlhausens im Jahre 1802 den doppelköpfigen habsburgischen Adler durch einen gezielten Schuss zu einem einköpfigen preußischen Adler gemacht haben soll. An einer Hörstation kann der von Johann Sebastian Bach 1708 zum Mühlhäuser Ratswechsel komponierten Kantate Gott ist mein König gelauscht werden.
Im Raum KirchenSTADT geht es um die bedeutende Kirchengeschichte der alten Reichsstadt, in der Kreuzritter eine besondere Rolle spielten. Ein imposantes Modell der Marienkirche aus dem 19. Jahrhundert veranschaulicht ebenso wie verschiedene kostbare Objekte aus Mühlhäuser Gotteshäusern die Bedeutung der Kirchen und Klöster für die Reichsstadt. Anhand eines maßstabsgerechten Zinnfiguren-Dioramas der Marienkirche, für das die Mühlhäuser einen Design-Professor aus Newcastle gewinnen konnten, wird der verheerende Bildersturm während der Zeit der Reformation deutlich.
Der Eröffnung der beiden Themenräume sollen im laufenden und im kommenden Jahr noch drei weitere Bereiche zur Stadtgeschichte folgen.
Anke Weisbrich, M.A.
