Mo, 21:27 Uhr
14.11.2016
Kornmarktkirche Mühlhausen
Bachchöre Mühlhausen und Gotha mit Brahms Requiem
Am Sonntag, 20. November 2016, erklingt um 18:00 Uhr in der Kornmarktkirche Mühlhausen EIN DEUTSCHES REQUIEM von JOHANNES BRAHMS (1833-1897)....
Vor genau 50 Jahren fand die letzte Aufführung durch den Bachchor Mühlhausen in der Nicolai-Kirche unter der Leitung von KMD Heinz Sawade statt.
Die Bachchöre Mühlhausen und Gotha (Leitung: Jens Goldhardt) proben dieses großartige Werk bereits seit etlichen Monaten. Es begeleitet uns wieder die Kammerphilharmonie Weimar. Die Solisten sind Barbara-Christina Steude (Dresden) – Sopran und Gotthold Schwarz (Leipzig) – Bass, der erfreulicher Weise trotz seiner neuen Aufgaben als Thomaskantor Leipzig für diese Aufführung nach Mühlhausen kommen wird.
Die Leitung liegt in den Händen von Kreiskantor Oliver Stechbart.
Karten gibt es im Vorverkauf für 18/13 € bei der Touristinformation, Buchhandlung Niklas und im ev. Gemeindebüro, Restkarten an der Abendkasse für 20/15 €. Kinder bis 14 Jahre frei!
Die Entstehungsgeschichte des Requiem zieht sich über einen erheblichen Zeitraum hin. Der genaue Hergang und die konkrete Motivation zu diesem Werk lassen sich nicht zweifelsfrei klären. Der Tod Schumanns 1856 und der Mutter 1865 spielten dabei sicherlich eine größere Rolle. Den vierten Satz (nur hier singt die Sopran-Solistin) schrieb er unmittelbar nach ihrem Tod.
Was den Text betrifft, so will ich bekennen, dass ich recht gern auch das ‚Deutsch’ fortließe und einfach den ‚Menschen’ setzte. Dieses Zitat von Brahms benennt die sehr überlegte Textvorlage, die er selbst zusammen gestellt hat. Es ist eben keine deutsche Übersetzung des lateinischen Requiem-Mess-Textes, sondern eine musikalische Totenfeier, die den Hinterbliebenen und Trauernden Trost und Kraft schenken soll.
Brahms war weder Atheist noch Agnostiker. Die Worte Dvoráks: Ein so großer Mann, eine so große Seele, doch glaubt er an nichts! – diese Bemerkung trifft den Sachverhalt nicht. Für Brahms gehörte der Glaube unabdingbar zum Zustand des Menschen.
Die Orchesterbehandlung ist von hohem Reiz, jeder Satz bekommt eine eigene Farbe. So z.B. das dunkle Timbre der tiefen Streicher im ersten Satz (ohne Violinen!) und ganz gegensätzlich dazu die mehrfach geteilten, gedämpften Violinen im zweiten.
Zur Bremer Uraufführung 1868 kamen 2500 Zuhörer, so viele Plätze haben wir leider nicht. Da hörten Tausende, die bis dahin noch keine Note von Brahms, kaum seinen Namen gekannt hatten, staunend, andächtig, tief ergriffen eine Musik, so kunstvoll und ernst wie die Sebastian Bachs … (Schubring 1869)
Der Glücklichste, der nie einen Verlust erfahren, wird das Requiem mit jener inneren Seligkeit genießen, welche nur die Schönheit gewährt. Wer hingegen ein teures Wesen betrauert, der vermesse sich nicht, bei den überwältigend rührenden Klängen trockenen Auges zu bleiben. Aber er wird erfahren, wie verklärend und stärkend der reinste Trost aus dieser Musik fließt. (E. Hanslick, 1875)
Oliver Stechbart
Autor: enVor genau 50 Jahren fand die letzte Aufführung durch den Bachchor Mühlhausen in der Nicolai-Kirche unter der Leitung von KMD Heinz Sawade statt.
Die Bachchöre Mühlhausen und Gotha (Leitung: Jens Goldhardt) proben dieses großartige Werk bereits seit etlichen Monaten. Es begeleitet uns wieder die Kammerphilharmonie Weimar. Die Solisten sind Barbara-Christina Steude (Dresden) – Sopran und Gotthold Schwarz (Leipzig) – Bass, der erfreulicher Weise trotz seiner neuen Aufgaben als Thomaskantor Leipzig für diese Aufführung nach Mühlhausen kommen wird.
Die Leitung liegt in den Händen von Kreiskantor Oliver Stechbart.
Karten gibt es im Vorverkauf für 18/13 € bei der Touristinformation, Buchhandlung Niklas und im ev. Gemeindebüro, Restkarten an der Abendkasse für 20/15 €. Kinder bis 14 Jahre frei!
Die Entstehungsgeschichte des Requiem zieht sich über einen erheblichen Zeitraum hin. Der genaue Hergang und die konkrete Motivation zu diesem Werk lassen sich nicht zweifelsfrei klären. Der Tod Schumanns 1856 und der Mutter 1865 spielten dabei sicherlich eine größere Rolle. Den vierten Satz (nur hier singt die Sopran-Solistin) schrieb er unmittelbar nach ihrem Tod.
Was den Text betrifft, so will ich bekennen, dass ich recht gern auch das ‚Deutsch’ fortließe und einfach den ‚Menschen’ setzte. Dieses Zitat von Brahms benennt die sehr überlegte Textvorlage, die er selbst zusammen gestellt hat. Es ist eben keine deutsche Übersetzung des lateinischen Requiem-Mess-Textes, sondern eine musikalische Totenfeier, die den Hinterbliebenen und Trauernden Trost und Kraft schenken soll.
Brahms war weder Atheist noch Agnostiker. Die Worte Dvoráks: Ein so großer Mann, eine so große Seele, doch glaubt er an nichts! – diese Bemerkung trifft den Sachverhalt nicht. Für Brahms gehörte der Glaube unabdingbar zum Zustand des Menschen.
Die Orchesterbehandlung ist von hohem Reiz, jeder Satz bekommt eine eigene Farbe. So z.B. das dunkle Timbre der tiefen Streicher im ersten Satz (ohne Violinen!) und ganz gegensätzlich dazu die mehrfach geteilten, gedämpften Violinen im zweiten.
Zur Bremer Uraufführung 1868 kamen 2500 Zuhörer, so viele Plätze haben wir leider nicht. Da hörten Tausende, die bis dahin noch keine Note von Brahms, kaum seinen Namen gekannt hatten, staunend, andächtig, tief ergriffen eine Musik, so kunstvoll und ernst wie die Sebastian Bachs … (Schubring 1869)
Der Glücklichste, der nie einen Verlust erfahren, wird das Requiem mit jener inneren Seligkeit genießen, welche nur die Schönheit gewährt. Wer hingegen ein teures Wesen betrauert, der vermesse sich nicht, bei den überwältigend rührenden Klängen trockenen Auges zu bleiben. Aber er wird erfahren, wie verklärend und stärkend der reinste Trost aus dieser Musik fließt. (E. Hanslick, 1875)
Oliver Stechbart
