Mo, 11:29 Uhr
21.11.2016
Breitbandausbau
Breitband für 1.325 Haushalte
Eine flächendeckende Versorgung mit hochleistungsfähigen Breitbandanschlüssen und der Aufbau zukunftssicherer NGA-Netze seien in Zeiten der Digitalisierung zu einem entscheidenden Standort- und Wirtschaftsfaktor geworden, meinte jüngst Landrat Harald Zanker. Im Kreis wird es für rund 1.300 Haushalte schnellere Netze geben...
Nachdem aber oftmals aufgrund fehlender Rentabilität kein marktgetriebener Ausbau, vor allem in dünn besiedelten Gebieten, durch die Telekommunikationsunternehmen erfolgt, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) das Bundesförderprogramm Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland initiiert. Ziel ist die nachhaltige und zukunftsfähige Breitbandversorgung bislang unterversorgter Gebiete mit mindestens 50 Mbit/s im Download bis 2018.
Der Unstrut-Hainich-Kreis hat sich bereits im Sommer dieses Jahres entschlossen die Gesamtkoordination für die Antragstellung der noch nicht mit mindestens 30 Mbit/s versorgten Gebiete durch die Erarbeitung eines gemeinschaftlichen Fördermittelantrags zu übernehmen. Dieser wurde fristgerecht innerhalb des dritten Aufrufes am 28. Oktober 2016 beim Breitbandbüro des Bundes eingereicht.
Grundlage des Kreisantrages stellte die Analyse der Breitbandversorgung dar. Um die noch NGA-unterversorgten Gebiete im Unstrut-Hainich-Kreis zu identifizieren und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines NGA-Ausbaus zu beleuchten, beauftragte der Landkreis einen externen Planer. Die Beratungsleistungen werden ebenfalls vom Bund gefördert. Den Zuwendungsbescheid über den maximalen Förderbetrag von 50.000 Euro nahmen Jörg Klupak, stellvertretender Landrat, und Anja Grabe, verantwortliche Projektkoordinatorin im Landratsamt, am 10. November 2016 im Bundesverkehrsministerium entgegen.
Die PricewaterhouseCoopers WPG AG, kurz PwC, erstellte auf Basis der vorliegenden Daten unter Hochdruck eine Breitband-Studie mit anschließender Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Im Rahmen einer Markterkundung übermittelten uns Netzbetreiber die Versorgungsdaten zu den Gemeinden und Städten des Landkreises. Diese gaben Auskunft zum aktuellen und künftigen Versorgungsstand. Zur Plausibilisierung der Daten wurden zusätzlich Informationen aus dem Breitbandatlas des Bundes herangezogen, schildert Anja Grabe das Vorgehen der PwC AG.
v. l.: Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Jörg Klupak, stellvertretender Landrat des UnstrutHainich-Kreises, Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter, und Anja Grabe, verantwortliche Projektkoordinatorin im Landratsamt UnstrutHainich-Kreis (Foto: Pressestelle Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis)
v. l.: Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Jörg Klupak, stellvertretender Landrat des UnstrutHainich-Kreises, Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter, und Anja Grabe, verantwortliche Projektkoordinatorin im Landratsamt UnstrutHainich-Kreis
Im Ergebnis war festzustellen, dass im Unstrut-Hainich-Kreis bereits überwiegend eine Versorgung von mindestens 30 Mbit/s gegeben ist bzw. im Zuge des privatwirtschaftlich angekündigten Ausbaus der Netzbetreiber innerhalb der nächsten drei Jahre hergestellt wird. Dennoch weisen einige Kommunen sogenannte weiße NGA-Flecken auf und kommen grundsätzlich als Ausbaugebiet im Sinne des Bundesförderprogramms in Frage, so die Projektkoordinatorin weiter.
Das beantragte Ausbaugebiet umfasst 1.325 unterversorgte Haushalte und 72 unterversorgte Gewerbe in den folgenden 16 Kommunen: Altengottern, Anrode, Bad Tennstedt, Großengottern, Kleinwelsbach, Körner, Marolterode, Menteroda, Mühlhausen, Mülverstedt, Neunheilingen, Obermehler, Schlotheim, Schönstedt, Sundhausen und Weberstedt. Insgesamt stehen für die Breitbandförderung aus Bundesmitteln 4 Milliarden Euro bereit. Mit dem Bundesprogramm wird der Netzausbau technologieneutral gefördert. Der Fördersatz beträgt für die Gemeinden des Landkreises durchschnittlich 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Da das Bundesprogramm mit den Förderprogrammen der Länder kombinierbar ist, steigt der Förderanteil auf 90 Prozent. Zudem beabsichtigt der Freistaat Thüringen Kommunen, die den Anordnungen im Rahmen eines Haushaltssicherungsverfahrens unterliegen, gesondert bei der Umsetzung des Breitbandausbaus zu unterstützen. "Dies ist uns vor der Antragstellung schriftlich in Aussicht gestellt worden", ergänzt der Landrat.
Ziel des Landkreises ist es, mit den Fördermitteln eine Wirtschaftlichkeitslücke für den erforderlichen Ausbau zu schließen. Mit vorliegendem Bewilligungsbescheid soll sowohl der Aufbau der Infrastruktur als auch der Netzbetrieb ausgeschrieben werden. Die Erschließung der Haushalte erfolgt dabei vorrangig über ein FTTC-Netz. Bei Gewerbegebieten und wesentlichen gewerblichen Nachfrager wird das Glasfaser bis in das Gebäude verlegt (FTTB), um Bandbreiten von 1 Gbit/s symmetrisch und höher zu ermöglichen. Das Betreibermodell, bei welchem der Kreis das Netz selber ausbaut um es später zu verpachten, kam aufgrund der Investitionen und des Verwaltungsaufwandes nicht in Frage, erklärt Anja Grabe.
Eine Entscheidung zur Förderung des Kreisprojektes wird Anfang nächsten Jahres erwartet. Das Arbeitstempo wird rasant bleiben, kündigt Harald Zanker schon einmal an, denn der Netzausbau soll Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Kreisverwaltung ist trotz Übernahme der Aufgabe der Breitbandversorgung auf die Unterstützung der Kommunen angewiesen und hofft auch weiterhin auf gute Zusammenarbeit.
Anja Grabe
Regionalmanagement Unstrut-Hainich
Autor: redNachdem aber oftmals aufgrund fehlender Rentabilität kein marktgetriebener Ausbau, vor allem in dünn besiedelten Gebieten, durch die Telekommunikationsunternehmen erfolgt, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) das Bundesförderprogramm Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland initiiert. Ziel ist die nachhaltige und zukunftsfähige Breitbandversorgung bislang unterversorgter Gebiete mit mindestens 50 Mbit/s im Download bis 2018.
Der Unstrut-Hainich-Kreis hat sich bereits im Sommer dieses Jahres entschlossen die Gesamtkoordination für die Antragstellung der noch nicht mit mindestens 30 Mbit/s versorgten Gebiete durch die Erarbeitung eines gemeinschaftlichen Fördermittelantrags zu übernehmen. Dieser wurde fristgerecht innerhalb des dritten Aufrufes am 28. Oktober 2016 beim Breitbandbüro des Bundes eingereicht.
Grundlage des Kreisantrages stellte die Analyse der Breitbandversorgung dar. Um die noch NGA-unterversorgten Gebiete im Unstrut-Hainich-Kreis zu identifizieren und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines NGA-Ausbaus zu beleuchten, beauftragte der Landkreis einen externen Planer. Die Beratungsleistungen werden ebenfalls vom Bund gefördert. Den Zuwendungsbescheid über den maximalen Förderbetrag von 50.000 Euro nahmen Jörg Klupak, stellvertretender Landrat, und Anja Grabe, verantwortliche Projektkoordinatorin im Landratsamt, am 10. November 2016 im Bundesverkehrsministerium entgegen.
Die PricewaterhouseCoopers WPG AG, kurz PwC, erstellte auf Basis der vorliegenden Daten unter Hochdruck eine Breitband-Studie mit anschließender Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Im Rahmen einer Markterkundung übermittelten uns Netzbetreiber die Versorgungsdaten zu den Gemeinden und Städten des Landkreises. Diese gaben Auskunft zum aktuellen und künftigen Versorgungsstand. Zur Plausibilisierung der Daten wurden zusätzlich Informationen aus dem Breitbandatlas des Bundes herangezogen, schildert Anja Grabe das Vorgehen der PwC AG.
v. l.: Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Jörg Klupak, stellvertretender Landrat des UnstrutHainich-Kreises, Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter, und Anja Grabe, verantwortliche Projektkoordinatorin im Landratsamt UnstrutHainich-Kreis (Foto: Pressestelle Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis)
v. l.: Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Jörg Klupak, stellvertretender Landrat des UnstrutHainich-Kreises, Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter, und Anja Grabe, verantwortliche Projektkoordinatorin im Landratsamt UnstrutHainich-Kreis
Im Ergebnis war festzustellen, dass im Unstrut-Hainich-Kreis bereits überwiegend eine Versorgung von mindestens 30 Mbit/s gegeben ist bzw. im Zuge des privatwirtschaftlich angekündigten Ausbaus der Netzbetreiber innerhalb der nächsten drei Jahre hergestellt wird. Dennoch weisen einige Kommunen sogenannte weiße NGA-Flecken auf und kommen grundsätzlich als Ausbaugebiet im Sinne des Bundesförderprogramms in Frage, so die Projektkoordinatorin weiter.
Das beantragte Ausbaugebiet umfasst 1.325 unterversorgte Haushalte und 72 unterversorgte Gewerbe in den folgenden 16 Kommunen: Altengottern, Anrode, Bad Tennstedt, Großengottern, Kleinwelsbach, Körner, Marolterode, Menteroda, Mühlhausen, Mülverstedt, Neunheilingen, Obermehler, Schlotheim, Schönstedt, Sundhausen und Weberstedt. Insgesamt stehen für die Breitbandförderung aus Bundesmitteln 4 Milliarden Euro bereit. Mit dem Bundesprogramm wird der Netzausbau technologieneutral gefördert. Der Fördersatz beträgt für die Gemeinden des Landkreises durchschnittlich 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Da das Bundesprogramm mit den Förderprogrammen der Länder kombinierbar ist, steigt der Förderanteil auf 90 Prozent. Zudem beabsichtigt der Freistaat Thüringen Kommunen, die den Anordnungen im Rahmen eines Haushaltssicherungsverfahrens unterliegen, gesondert bei der Umsetzung des Breitbandausbaus zu unterstützen. "Dies ist uns vor der Antragstellung schriftlich in Aussicht gestellt worden", ergänzt der Landrat.
Ziel des Landkreises ist es, mit den Fördermitteln eine Wirtschaftlichkeitslücke für den erforderlichen Ausbau zu schließen. Mit vorliegendem Bewilligungsbescheid soll sowohl der Aufbau der Infrastruktur als auch der Netzbetrieb ausgeschrieben werden. Die Erschließung der Haushalte erfolgt dabei vorrangig über ein FTTC-Netz. Bei Gewerbegebieten und wesentlichen gewerblichen Nachfrager wird das Glasfaser bis in das Gebäude verlegt (FTTB), um Bandbreiten von 1 Gbit/s symmetrisch und höher zu ermöglichen. Das Betreibermodell, bei welchem der Kreis das Netz selber ausbaut um es später zu verpachten, kam aufgrund der Investitionen und des Verwaltungsaufwandes nicht in Frage, erklärt Anja Grabe.
Eine Entscheidung zur Förderung des Kreisprojektes wird Anfang nächsten Jahres erwartet. Das Arbeitstempo wird rasant bleiben, kündigt Harald Zanker schon einmal an, denn der Netzausbau soll Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Kreisverwaltung ist trotz Übernahme der Aufgabe der Breitbandversorgung auf die Unterstützung der Kommunen angewiesen und hofft auch weiterhin auf gute Zusammenarbeit.
Anja Grabe
Regionalmanagement Unstrut-Hainich