Di, 13:30 Uhr
20.11.2018
Geschichts- und Denkmalpflegeverein lädt ein
Die Novemberrevolution in Thüringen
Zu einem Vortrag über die Novemberrevolution 1918/1919 in Thüringen lädt der Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein am Mittwoch, 21. November 2018, in die Mühlhäuser Stadtbibliothek Jakobikirche ein. Beginn ist um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei...
Referent des Abends ist Dr. Stefan Gerber, Leiter der Forschungsstelle für Neuere Regionalgeschichte Thüringens. In seinem Vortrag gibt er einen Überblick über das Revolutionsgeschehen in Thüringen, richtet den Blick auf Ereignisschwerpunkte in den thüringischen Kleinstaaten und dem preußischen Regierungsbezirk Erfurt und fragt, wie die Thüringer Revolutionsverläufe in ein Gesamtbild der deutschen Revolution von 1918/19 einzuordnen sind.
Die deutsche Revolution von 1918/19 fand nicht nur in den großstädtischen Zentren und in den industriellen Ballungsräumen statt, in Berlin, München, dem Ruhrgebiet oder dem sächsisch-mitteldeutschen Industrierevier. Wie alle Regionen Deutschlands wurden auch die thüringischen Kleinstaaten und das preußische Thüringen im November 1918 von der revolutionären Bewegung erfasst, stürzten die Monarchien, bildeten sich in vielen Städten und Gemeinden Arbeiter- und Soldaten, sowie Bauern- und Bürgerräte.
Die folgenden Monate bis zur Wahl und dem Zusammentritt der Weimarer Nationalversammlung im Januar/Februar 1919 waren vom Ringen um die Neugestaltung geprägt: Dem Streben nach einer schnellen Verrechtlichung der Revolution und nach sozialer Reform in einer parlamentarischen Republik standen verschiedenartige Vorstellungen einer sozialistischen Umgestaltung bis hin zur Räteherrschaft gegenüber. Auch in Thüringen fand die Auseinandersetzung zwischen diesen Neugestaltungskonzepten in Räten und Parlamenten statt. Bisweilen – so z. B. in Gotha – kam es schon 1918 und 1919, wie dann 1920 auch beim Kapp-Lüttwitz-Putsch, zu Bürgerkriegskämpfen. Zudem vollzog sich die Neugestaltung vor dem Hintergrund einer weiterhin äußerst schwierigen Versorgungslage, Hunderttausender in die Heimat zurückströmender Soldaten und der Friedensverhandlungen mit den Alliierten.
PD Dr. Stefan Gerber studierte an der Universität Jena Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften. Sein 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien legte er im Jahr 2000 ab. Seine Promotion erfolgte 2003 mit seiner Dissertationsschrift "Universitätsverwaltung und Wissenschaftsorganisation im 19. Jahrhundert. Der Pädagoge und Universitätskurator Moritz Seebeck".
Stefan Gerber war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der FSU Jena und Forschungsstipendiat des Historischen Kollegs in München. Er habilitierte sich in Jena im Jahr 2013 mit der Studie "Pragmatismus und Kulturkritik. Politikbegründung und politische Kommunikation im Katholizismus der Weimarer Republik". 2013 bis 2015 folgten Vertretungen von Professuren in Mainz und Bonn. Seit 2015 ist Stefan Gerber Leiter der Forschungsstelle für Neuere Regionalgeschichte Thüringens.
Autor: redReferent des Abends ist Dr. Stefan Gerber, Leiter der Forschungsstelle für Neuere Regionalgeschichte Thüringens. In seinem Vortrag gibt er einen Überblick über das Revolutionsgeschehen in Thüringen, richtet den Blick auf Ereignisschwerpunkte in den thüringischen Kleinstaaten und dem preußischen Regierungsbezirk Erfurt und fragt, wie die Thüringer Revolutionsverläufe in ein Gesamtbild der deutschen Revolution von 1918/19 einzuordnen sind.
Die deutsche Revolution von 1918/19 fand nicht nur in den großstädtischen Zentren und in den industriellen Ballungsräumen statt, in Berlin, München, dem Ruhrgebiet oder dem sächsisch-mitteldeutschen Industrierevier. Wie alle Regionen Deutschlands wurden auch die thüringischen Kleinstaaten und das preußische Thüringen im November 1918 von der revolutionären Bewegung erfasst, stürzten die Monarchien, bildeten sich in vielen Städten und Gemeinden Arbeiter- und Soldaten, sowie Bauern- und Bürgerräte.
Die folgenden Monate bis zur Wahl und dem Zusammentritt der Weimarer Nationalversammlung im Januar/Februar 1919 waren vom Ringen um die Neugestaltung geprägt: Dem Streben nach einer schnellen Verrechtlichung der Revolution und nach sozialer Reform in einer parlamentarischen Republik standen verschiedenartige Vorstellungen einer sozialistischen Umgestaltung bis hin zur Räteherrschaft gegenüber. Auch in Thüringen fand die Auseinandersetzung zwischen diesen Neugestaltungskonzepten in Räten und Parlamenten statt. Bisweilen – so z. B. in Gotha – kam es schon 1918 und 1919, wie dann 1920 auch beim Kapp-Lüttwitz-Putsch, zu Bürgerkriegskämpfen. Zudem vollzog sich die Neugestaltung vor dem Hintergrund einer weiterhin äußerst schwierigen Versorgungslage, Hunderttausender in die Heimat zurückströmender Soldaten und der Friedensverhandlungen mit den Alliierten.
PD Dr. Stefan Gerber studierte an der Universität Jena Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften. Sein 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien legte er im Jahr 2000 ab. Seine Promotion erfolgte 2003 mit seiner Dissertationsschrift "Universitätsverwaltung und Wissenschaftsorganisation im 19. Jahrhundert. Der Pädagoge und Universitätskurator Moritz Seebeck".
Stefan Gerber war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der FSU Jena und Forschungsstipendiat des Historischen Kollegs in München. Er habilitierte sich in Jena im Jahr 2013 mit der Studie "Pragmatismus und Kulturkritik. Politikbegründung und politische Kommunikation im Katholizismus der Weimarer Republik". 2013 bis 2015 folgten Vertretungen von Professuren in Mainz und Bonn. Seit 2015 ist Stefan Gerber Leiter der Forschungsstelle für Neuere Regionalgeschichte Thüringens.