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Mi, 10:13 Uhr
13.03.2019
AOK PLUS legt Gesundheitsbericht für das Jahr 2018 vor

Erneut Rekordkrankenstand in Thüringen

Auf diesen Rekord ist niemand stolz! Der Krankenstand der AOK-PLUS-versicherten Arbeitnehmer in Thüringen ist im Jahr 2018 auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK PLUS hervor. Bereits im Vorjahr musste der höchste Krankenstand seit 20 Jahren verkündet werden...

Krankenstand mit neuem Rekord (Foto: pixabay.com)
Die wichtigsten Zahlen:
  • Im Jahr 2018 betrug der Krankenstand in Thüringen 6,3 Prozent. Im Jahr zuvor lag er bei 6,0 Prozent.
  • Den niedrigsten Krankenstand gab es 2006 mit 4,3 Prozent. Jeder AOK-PLUS-versicherte Beschäftigte in Thüringen war im Durchschnitt 22,8 Tage arbeitsunfähig krankgeschrieben. 59,5 Prozent meldeten sich ein- oder mehrmals im Jahr krank.
  • Die meisten Ausfalltage wurden durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht (20,9 Prozent), gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 14,1 Prozent. Die psychischen Erkrankungen (10,6 Prozent) landeten auf Rang 3 und damit erstmals vor den Verletzungen mit 10,5 Prozent.
  • Am häufigsten fielen die Arbeitnehmer wegen Atemwegserkrankungen aus (22,9 Prozent). 14,6 Prozent der Krankschreibungen betrafen Muskel- und Skeletterkrankungen, 10,2 Prozent Erkrankungen der Verdauungsorgane und 6,8 Prozent wurden durch Verletzungen verursacht.
  • Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 12,9 Kalendertagen. Der Anteil von AU-Fällen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen betrug 4,5 Prozent. Diese Langzeiterkrankungen verursachten 39,5 Prozent aller AU-Tage.
  • Nach Landkreisen aufgeschlüsselt, verzeichnete diesmal der Wartburgkreis mit 7,1 Prozent den höchsten Krankenstand. Am niedrigsten lag er erneut in der Stadt Jena mit 5,2 Prozent.
  • Den höchsten Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern in Thüringen hatte erneut die Branche Öffentliche Verwaltung / Sozialversicherung mit 7,4 Prozent. Den niedrigsten Wert gab es wieder im Wirtschaftszweig Banken/Versicherungen mit 4,9 Prozent.
Der Analyse liegen die Daten von 473.379 AOK-versicherten Arbeitnehmern in Thüringen zugrunde. Aufgrund des Marktanteils der AOK PLUS von rund 50 Prozent sind die Daten damit repräsentativ.

Mehr Geld für Prävention

Die AOK PLUS sieht sich als Marktführer der gesetzlichen Krankenversicherung in Sachsen und Thüringen in der Verantwortung, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Menschen zu fördern. Insgesamt hat sie im Jahr 2018 rund 43,3 Millionen Euro in die Gesundheitsförderung und Prävention investiert.

Die Präventionsangebote der AOK PLUS wurden von den Versicherten erneut gut angenommen. So nutzten 2018 fast 257.000 AOK-PLUS-Versicherte die Möglichkeit, kostenlos auf Gutscheinbasis an einem Gesundheitskurs teilzunehmen. Sie konnten sich aus über 14.000 Angeboten bei 4.300 Kooperationspartnern das für sie passende auswählen. Außerdem konnten sie kostenlos evidenzbasierte Onlineprogramme der AOK-Gemeinschaft nutzen.

In 77 Kompetenzzentren in Sachsen und Thüringen bietet die AOK PLUS therapiebegleitende Programme für Versicherte der Gesundheitskasse an. Knapp 6.300 Versicherte, die bereits Rücken- oder Herz-Kreislauf-Beschwerden, Übergewicht/ Adipositas oder ernährungsbedingte Erkrankungen haben, nahmen 2018 an diesen speziellen Programmen teil. Sie wollten da-mit einer Chronifizierung ihrer gesundheitlichen Probleme entgegenwirken. Die Teilnehmer erhalten ein speziell auf sie zugeschnittenes Programm, in dem sie bis zu neun Monate lang betreut werden.

Gesamte Gesellschaft ist gefragt

„Mehr als je zuvor hat die AOK PLUS im vergangenen Jahr für Gesundheitsförderung und Prävention ausgegeben“, sagt Dr. Stefan Knupfer, Vorstand der AOK PLUS. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben haben sich auf 13,28 Euro erhöht (2017: 12,61 Euro). „Die AOK PLUS kann aber - bei allem Engagement - nicht allein die Menschen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren. Hier ist einerseits die Initiative jedes Einzelnen und andererseits die ganze Gesellschaft gefragt“, so Stefan Knupfer.

In Bezug auf Letzteres könne es nur gemeinsam mit den anderen Sozialversicherungsträgern, mit den Verantwortlichen in Kommunen und Landkreisen, in Betrieben und Kindereinrichtungen gelingen, bedarfsgerechte gesundheitsförderliche Angebote zu schaffen. „Seit 2016 beschreiten wir auf Landesebene einen vielversprechenden Weg. Als AOK PLUS bringen wir unser umfangreiches fachliches Know-how aktiv ein.“Bild von Martin Büdenbender auf Pixabay
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Kommentare

13.03.2019, 10.58 Uhr
Friedrich1. | Das verstehe ich nicht,
ich persönlich war nach 1989 fast nie krankgeschrieben.
Jetzt ist doch die Luft hier entschieden sauberer?

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15.03.2019, 11.34 Uhr
Leo 1A5 | Eine Statistik zu Burn-Out
wäre mal interessant, in Folge von Überforderung oder Monotonie am Arbeitsplatz und Existenzängsten durch geringes Einkommen.

Ach stimmt ja die Leute gehen ja erst zum Arzt wenn es zu spät ist.

An den hohen Krankheitsständen in den Unternehmen tragen auch die Unternehmer einen Teil der Verantwortung ,weil es keine Präventiv- Maßnahmen für Arbeiter gibt bzw. zu wenig.

Es ist doch klar das irgendwann mal die Luft raus ist und die Moral im Keller wenn dann noch Druck dazu kommt ist der Burn-out vorprogrammiert.

Personal muss ordentlich gepflegt werden damit es belastbar, gesund und Leistungsfähig bleibt.

Das schlimmste ist wenn durch Urlaub oder Krankheit eines Kollegen, ein anderer aus dem Urlaub oder Frei geholt wird und dies öfter passiert.

Ich bin der Meinung das man durch Gleitzeit,Homeoffice und Möglichkeiten bei der Pausengestaltung viel Druck aus dem Kessel nehmen könnte als Arbeitgeber was sich dann auch bei der Motivation und dem Krankenstand positiv wiederspiegelt.

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15.03.2019, 12.01 Uhr
tannhäuser | Burn-Out...
Lieber Leo, Sie sind intelligent genug, um zu wissen, dass es sich um ein Schlagwort handelt, um innerhalb der 6 Wochen Krankengeldbezug vom Arbeitgeber "geheilt" zu werden?

In der 4. Woche steht schon der MDK auf der Matte, um zu verhindern, dass die Krankenkasse ab Woche 7 zahlen muss.

Diese "Abschwächung" der Grunderkrankung "Depression" durch Modebegriffe und Phrasen wie "Ich fühle mich ausgebrannt" hilft den Betroffenen weder gesundheitlich noch bei einer eventuellen Wiedereingliederung ins Arbeitsleben.

Ich habe die Biographie über Robert Enke gelesen. Seitdem sehe ich vieles anders, was Signale betrifft, die Menschen aussenden oder was ich aus deren Verhalten antizipiere.

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