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Do, 09:42 Uhr
06.06.2019
Schlüsselfertig bauen:

Ohne Eigeninitiative ins Traumhaus einziehen

Wer zum ersten Mal von einem schlüsselfertigen Haus hört, könnte vermuten, einfach zum pauschal vereinbarten Festpreis ins Eigenheim einzuziehen. Doch es gibt einen Wermutstropfen. Der Begriff „schlüsselfertiges Haus“ ist nicht geschützt. Das bedeutet, dass ein Einzug in ein schlüsselfertiges Haus tatsächlich ohne jegliche Unterstützung durch die Hausbesitzer möglich sein kann, aber eben nicht muss.


Deshalb hat es sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen, den Begriff „schlüsselfertig“ durch „bezugsfertig“ zu ersetzen. Ein bezugsfertiges Haus kann durch dessen Besitzer sofort bezogen werden. Im Alltagsgebrauch ist mit dem Begriff „schlüsselfertig“ zwar der gleiche Zustand gemeint. Doch da dieser Terminus nicht geschützt ist, wären tendenziell auch andere Bedeutungen vorstellbar. Deshalb sind Bauherren beim Erwerb eines schlüsselfertigen Hauses gut beraten, die Leistungsbeschreibung der Anbieter detailliert zu überprüfen. Denn in den Kaufpreis sind nur die Serviceleistungen inkludiert, die auch tatsächlich in der Leistungsbeschreibung aufgeführt sind. Zusatzleistungen würde die Baufirma zwar ebenfalls übernehmen. Doch für diese Services müssen Häuslebauer mit Zusatzkosten rechnen.

Schlüsselfertig: die finale Ausbaustufe
Häufig nutzen Hausbauunternehmen den Begriff „schlüsselfertig“ für den Zustand, um die letzte Ausbaustufe zu erklären. Eine weitere Baustufe ist beispielsweise das sogenannte Bausatzhaus, bei dem die Baufirma die Bauplanung, Anlieferung des Baumaterials sowie die Schulung der Bauherren übernimmt. Dennoch lässt es sich früher oder später nicht vermeiden, dass potentielle Bauherren in irgendeiner Weise am Bauprozess beteiligt sind. Denn schon in der Planungsphase ist es unerlässlich, dass die Hausbesitzer in spe dem Vorhaben einige Zeit und Aufmerksamkeit widmen.

Etwas Eigeninitiative ist wichtig
Während einzelner Bauphasen sind Bauherren ebenfalls gut beraten, das Bauunternehmen regelmäßig zu kontaktieren und gelegentlich auf der Baustelle vorbeizuschauen. Denn auch Laien können dadurch stets beobachten, ob das Bauvorhaben nach Plan verläuft. Möglicherweise ist es sogar sinnvoll, einen externen Bausachverständigen als Baubegleiter zu engagieren. Diese Experten könnten bei auftretenden Mängeln sofort eingreifen. Ein anderer Fall tritt ein, falls die Baufirmen als Bauträger die volle Verantwortung für das Projekt übernehmen. In diesem Fall erwerben die Bauherren sozusagen ein neugebautes Haus. In diesem Fall sind die Käufer auf der Baustelle jedoch auch kein gern gesehener Gast.

Ein schlüsselfertiger Bau erspart Bauherren natürlich viel Zeit und Arbeit. Doch wer sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchte, kann das Bauprojekt dennoch nicht komplett aus den Augen lassen. Wer alle Details im Vorfeld klärt, wird im Nachhinein gewiss auch keine böse Überraschung erleben. Bild von Hermann Schmider auf Pixabay
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