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Do, 11:28 Uhr
31.10.2019
Waldgeheimnisse

Wohin verschwindet das ganze Herbstlaub?

Es ist immer wieder verblüffend: Im Herbst fallen in Thüringens Wäldern Milliarden von Buchen, Eschen-, Ahorn-, Linden und Eichenblätter zu Boden. Eine einzige Altbuche lässt jährlich eine halbe Million Blätter fallen. Doch was passiert bis zum Frühling mit dem ganzen Laub?

In einem Hektar Mischwald, knapp eineinhalb Fußballplätze, ergibt dies etwa fünf Tonnen Laub. Das bildet oft genug eine dicke Schicht auf dem Boden, auf der es sich als Waldfreund sogar komfortabel wandern lässt. Im Frühjahr nach der Schneeschmelze, wenn die ersten Sonnenstrahlen vom Winterende erzählen, ist so gut wie wieder alles weg. Und das in wenigen Monaten. Kein Forstwirt hat sie eingesammelt und entsorgt. Manch einer vermutet, dass die Herbstblätter Verwendung als Nahrung oder Baumaterial für das Winternest bestimmter Waldtiere gefunden haben. Weit gefehlt – oder vielleicht doch nicht?

„Eine geradezu unermessliche Zahl von Insekten, Würmern, Pilzen und Bakterien sorgen dafür, dass das Herbstlaub über die Wintermonate verschwindet“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Diese kleinen und kleinsten Waldbewohner zerstückeln und fressen tatsächlich die Blätter, um sie dann wieder auszuscheiden. Kurzum: Aus dem Herbstlaub wird bis zum Frühjahr wieder fruchtbarer Humus. Diese evolutionär über Jahrmillionen gewachsenen Gemeinschaften zwischen Pflanzen einerseits und Tieren, Pilzen und Bakterien andererseits ist im Wald, dem naturnahesten Landökosystem in Mitteleuropa, ein perfekt austariertes System. In einem Gramm Boden können allein 100 Millionen Bakterien mit 4.000 bis 7.000 Arten leben. Es funktioniert so gut, dass sogar die Bäume kurz vor dem Blattfall diesem Organ das wichtige Chlorophyll entziehen und Pilze und Bakterien schon am Baum die Zersetzung beginnen.
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Kommentare

31.10.2019, 11.40 Uhr
muraschke | Waldgeheimnisse...
Und ich dachte immer ... es verschwindet in bunten Plastiksäcken, die unsere kranke Konsumgesellschaft an der Straßenrändern aufstellt ... oder gleich in den Wald wirft.

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31.10.2019, 13.12 Uhr
Kobold2 | Ich hatte schon Angst
das es am erhöhten Aufkommen von Laubsaugern und Laubbläsern liegen könnte.....
Da kann ja ein Verbot nochmal abgewendet werden.

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01.11.2019, 07.04 Uhr
der_Fuchs | Kleingärtner
...und einige Kleingärtner stopfen ihr Gartenlaub in Säcke und lassen es abfahren. Kaufen im Frühjahr dann sogar die tote Erde im Sack- das lässt mich immer wieder schmunzeln ;-)

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01.11.2019, 07.51 Uhr
der_Fuchs | Kleingärtner
...und einige Kleingärtner stopfen ihr Gartenlaub in Säcke und lassen es abfahren. Kaufen im Frühjahr dann sogar die tote Erde im Sack- das lässt mich immer wieder schmunzeln ;-)

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01.11.2019, 08.11 Uhr
tannhäuser | Ich hatte früher einen Gartennachbarn...
...der hat tatsächlich im Herbst mit dem Rechen an den Bäumen herumgeschlagen, um rechtzeitig zu den Brenntagen all sein Laub auf den Haufen schichten zu können.

Ich hoffe bis heute, dass bei ihm dadurch keine Igel verbrannt sind, weil sie in der "Dreckecke" (So nannte das der "vorbildliche" Spießer) meines Gartens überwintern konnten.

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01.11.2019, 08.26 Uhr
der_Fuchs
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
01.11.2019, 08.30 Uhr
Crimderöder | Da hilft nur eins
Da hilft nur der morgendliche Laubstaubsauger unter dem Schlafzimmerfenster - die Stalinorgel unter den Gartengeräten. ;)

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01.11.2019, 13.37 Uhr
Kobold2 | Mensch Tannhäuser!
Wie können sie denn auch den Besitzer eines akkurat geführten Kleingartens, Spießer nennen.
In so einer Gartenanlage sind schließlich Richtlinen und Normen einzuhalten, die die Naturfreunde in mühevoller Kleinarbeit und mit jahrzehntelanger Erfahrung, ausgearbeitet haben. Die Größe und Anzahl der Beete, incl.der Fruchtfolge, sind genauestens einzuhalten, ebenso die max Höhe des Rasen, auch einzelner Halme. Der Abstand und die genaue Position der Bäume, ist ausnahmslos mit GPS Unterstützung einzumessen und einzuhalten! Einzelne Blätter am Boden, oder am Baum, oder gar irgendwelche Dreckecken, sind der Tod für den Seelenfrieden.
Da Obstlaub recht schnell verrottet, könnt man ja auch die Natur einfach mal (für sich) arbeiten lassen......?
Über den Rest, im Frühjahr mit dem Mäher drüber und gut ists.

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