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17.11.2019
Meldungen aus dem evangelischen Kirchenkreis

Veränderungen in den Kirchengremien

Wie im politischen, so auch im kirchlichen Bereich gibt es Wahlen für demokratische Gremien. So wurden in Bereich der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (dazu gehören große Teile von Thüringen und Sachsen-Anhalt) evangelische Christen zur Wahl für die Gemeindekirchenräte aufgerufen. Dazu diese Meldung aus dem Kirchenkreis...

Deren Legislaturperiode dauert 6 Jahre. Manche Kirchenälteste (entsprechend den Stadt- oder Gemeinderatsmitglieder) scheiden nach vielen Jahren aus, andere stellen sich wieder der Wahl oder kandidieren erstmalig.

Im Pfarrbereich Bad Frankenhausen (Udersleben, Ringleben, Ichstedt, Borxleben und Bad Frankenhausen) wurden Kirchenälteste gewählt, die Hälfte davon bilden den Gemeindekirchenrat für den Pfarrbereich Bad Frankenhausen. Nach der möglichen Einspruchsfrist fand Anfang November in der Unterkirche Bad Frankenhausen die Einführung der gewählten Kirchenältesten in ihr Amt statt. Analog der üblichen Regeln im kommunalen Bereich leisteten die Gewählten vor der Gemeinde ihren „Amtseid“ ab.

Pfarrerin Nadine Greifenstein wählte als Predigt ein Vers aus dem Johannesevangelium: „Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit aber ist durch Jesus Christus geworden. (Johannes 1,17)“ und machte den Kirchenältesten Mut für die kommende Tätigkeit:

„Mose, der alte Mose der auf dem Berg war und zu dem Gott gesprochen hat und der die 2 Tafeln mitgebracht hat; die ersten beiden zerschlägt er vor Wut noch am Fuß des Berges, weil er das Volk in der Ferne sieht: total furchtsam und abtrünnig. Ein Sinnbild für die Trümmer, die Scherben der Erinnerung.

Und dann stieg Mose ein zweites Mal auf den Berg, darf hinaufsteigen, weil Gott sich angesichts dieser Szene der Wut doch erbarmt und er bringt schließlich zwei heile Tafeln mit sich herunter. Alleine das schon ist eine die Kapitel füllende Geschichte und sie kann zum Abend füllenden Programm werden. Auf den 2 Tafeln jedenfalls stehen in Stein gemeißelt die Gebote, uns von Gott gegeben, damit menschliches Zusammenleben gelingen kann. Das ist der Sinn der Gebote, der Sinn jedes Gesetzes. Und doch wissen wir: Gesetze können starr und manchmal pauschal wirken, sie passen nicht für jede denkbare Situation. Jesus kannte die Gesetze, die Gebote seiner Zeit sehr gut und dennoch immer wieder hat er diese hinterfragt und gesagt: Das Gesetz ist doch für den Menschen da und nicht der Mensch für das Gesetz.

Es kann doch nicht sein, dass der Mensch sein Leben lang damit beschäftigt ist, nur ja keines der Gebote und Verbote zu übertreten. Im AT sind das immerhin 613. Anstrengend! Es kann doch nicht sein, dass der Mensch dabei vergisst, dass er ein Leben hat. Du sollst und du sollst nicht auf dass du niemals selber lebst? Jesus wußte um die Bedeutung von Gesetz, und dass es Menschen ohne , schwer haben würden. Und doch stand immer der Mensch bei ihm im Mittelpunkt, bevor er ein Urteil fällte. Und darum heißt es wohl im Predigttext: Gnade und Wahrheit aber ist durch Jesus Christus geworden. Jesus hat auch einmal gesagt: Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen. Und er tat das vor allem in Liebe zum Mitmenschen.

Liebe Kirchenälteste, liebe Gemeinde:

6 Jahre sind eine lange Zeit. Da wächst ein Kind vom Baby zum Schulkind heran. Ein Grundschüler wechselt auf die weiterführende Schule, ein Konfirmand wird erwachsen. Im Leben eines jungen Menschen geschehen innerhalb von 6 Jahren tiefgreifende Entwicklungsschritte. Manches kann man mit dem Zentimetermaß sichtbar machen, wie z.B. Die Körpergröße oder die Länge der Füße. Und im Leben einer Kirchengemeinde? Gibt es da auch Entwicklung oder gibt es da nur Alltag und jeden Tag das Gleiche?

In den kommenden 6 Jahren, da gibt es viele kleine und größere Ereignisse, auch manche Veränderung. Sicher wird es Alltag geben, aber auch Festzeiten, andere Zeiten; es wird auch Zeiten geben in denen es gilt die Umstände erst einmal miteinander auszuhalten, bevor sich daran etwas bewegen lässt. Sie werden alle Entscheidungen treffen, die mit unseren Kirchengemeinden zusammenhängen, werden beraten und beschließen; sie werden über die Finanzen entscheiden, Personalentscheidungen treffen und die Veranstaltungen der Gemeinde beschließen. Vieles ist zu ahnen, was das Amt mit sich bringt aber ich predige ja nicht ohne Grund erst nach Ihrer Einführungsfrage und Ihrem Handschlag darauf.

Vielleicht ist es ganz gut, dass niemand vorhersagen kann, welche Entscheidungen alle in den kommenden Jahren zu noch zu fällen sein werden und wie Sie darüber ins - konstruktive - Streiten geraten können. Die Arbeit im Gemeindekirchenrat ist nicht immer leicht und erfordert Zeit und Nerven. Aber diese Arbeit macht auch viel Freude, nämlich dann wenn man aus nächster Nähe sieht, wie Gemeinde wächst und wo man selbst seine Stärken einbringen kann. Wenn man erlebt, dass da Bewegung ist, zu der man etwas beitragen kann.

Ich wünsche Ihnen und die Gemeinde wünscht es Ihnen hoffentlich auch: Freude, Geduld und Mut für Ihr Amt, dazu Nervenstärke und Leidenschaft. Ich wünsche Ihnen zu Zeiten auch, dass Sie das in Stein gemeißelte in Ihrer Gemeinde frohgemut hinterfragen und konstruktiv mit Ihren Beobachtungen umgehen. Ich wünsche Ihnen ein dickes Paket Nächstenliebe und über allem Gottes beständigen Segen. Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit aber ist durch Jesus Christus geworden.

Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen“.

Nach dem Gottesdienst gab es ein erweitertes Kirchenkaffee. Da konnte munter geplaudert werden und zwischen „alten“ und „neuen“ Kirchenältesten und Gemeindegliedern Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht werden.

Frankenhausen Einführung 2019
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