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Mo, 11:08 Uhr
13.09.2021
Gewerkschaft fordert Stärkung der Rente

Arm im Alter trotz Vollzeitjob

Ein Leben lang arbeiten – und trotzdem reicht die Rente nicht: Nordthüringen sind rund 12.700 Vollzeitbeschäftigte selbst nach 45 Arbeitsjahren im Rentenalter von Armut bedroht. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung...

Demnach verdienen 22,9 Prozent aller Beschäftigten, die im Kyffhäuserkreis in Vollzeit arbeiten, weniger als 2.050 Euro brutto im Monat. Rein rechnerisch müssten sie sogar mehr als 45 Jahre lang arbeiten, um auf eine Rente oberhalb der Grundsicherungsschwelle von aktuell 835 Euro zu kommen. „Altersarmut ist kein Schreckensszenario in der Zukunft, sondern für viele Menschen längst Realität. Die Rente derer, die etwa jahrzehntelang in einer Bäckerei oder Gaststätten gearbeitet haben, reicht schon heute oft nicht aus.

Rentenkürzungen oder Forderungen über ein späteres Eintrittsalter sind der falsche Weg. Stattdessen muss die Politik die gesetzliche Altersvorsorge stärken“, sagt Jens Löbel. Der Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen ruft die Beschäftigten aus den Branchen der Gewerkschaft auf, sich in puncto Rente über die Wahlprogramme der Parteien zu informieren und am 26. September wählen zu gehen.
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Kommentare

13.09.2021, 12.45 Uhr
pseudonym | Gewerkschaftsheuchler
Wo waren denn die Gewerkschaften als in den 90ern der Osten deindustrialisiert wurde?

Wo und wann haben die Gewerkschaften ihren Einfluss in der Politik geltend gemacht, um die horrenden Lohnnebenkostenzu senken?

Wo haben die Gewerkschaften zeitnahe Tarifangleichungen durchgesetzt bzw. überhaupt die flächendeckende Tarifbindung im Osten?

Wo haben Gewerkschaften erfolgreich Initiativen gegen die Verlagerung der Industrie ins Ausland durchgesetzt? Es wurde ein bißchen demonstriert, vielleicht ein Sozialplan ausgehandelt und am Ende waren die Betriebe doch zu.

Warum fährt Bsirke zum Bilderbergertreffen?
Warum sitzen ehemalige Betriebsratsvorsitzende jetzt in Konzernvorständen?

Und jetzt sich hinstellen und über die Rente jammern und wieder nur "fordern". Was ein mieses Schauspiel.

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13.09.2021, 13.51 Uhr
diskobolos | Billiges Gewerkschaftsbashing Pseudonym
Ich weiß nicht wo Sie sozialisiert wurden und ob Sie auf AG- oder AN-Seite stehen oder standen. Schon diese Begriffe sind falsch. Derjenige, der arbeitet, GIBT seine Arbeitskraft. (Das ist jetzt nicht von Ihnen, ich wollte es nur mal erwähnen.)
Jede Ihrer Fragen verdiente eine ausführliche Antwort. Hier ist nicht der Platz dafür. Deshalb nur einige Bemerkungen:
Die Gewerkschaften können nur so stark sein wie die Anzahl und Kampfbereitschaft ihrer Mitglieder. Wo beides niedrig ist, kann man nicht viel erwarten. Im Westen weiß man das längst. Im Osten hofft man irgendwie auf "die Politik".
Der Begriff "LohnnebenKOSTEN" ist AG-Sprech, für den AN sind es die Beiträge zu seinen Sozialversicherungen. Aber davon abgesehen, fordert eine Mehrheit eine Ausweitung von Sozialleistungen (höhere Renten, mehr Pflegekräfte und bessere Bezahlung). Einiges kam in den letzten Jahren dazu (Elterngeld, Kindergeld, Grundrente,...)
Versprechungen machen ALLE Parteien, über die Finanzierung hört man weniger. Ihre Meinung würde mich interessieren

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13.09.2021, 14.57 Uhr
Leser X | Zum Thema Gewerkschaften
Da gibt es solche und solche. Den DGB mit seinen Spartengewerkschaften würde ich mal als staatsnahe bezeichnen. Sie sind überwiegend handzahm und diszipliniert. Am liebsten würden sie noch fragen, ob und wann sie streiken dürfen und wie sie es so machen können, dass es am besten keiner mitkriegt. Die "Ergebnisse" sind entsprechend im üblichen Bereich.

Aber es gibt in Deutschland auch eine Art Solidarnosc unter den Gewerkschaften, die GdL. Eine vergleichsweise unabhängige Gewerkschaft. Die fanden unsere Obersten ja früher in Polen ganz toll. Aber im eigenen Land straft man sie mit unüberhörbarer Verachtung.

Unlängst kritisierte der Chef der Staatsgewerkschaft (in wessen Auftrag wohl?) Hoffmann den aufmüpfigen und nicht käuflichen Chef der GdL, Weselsky, doch bitte Maß zu halten. Wohl aus Angst vor einem Nachahmungseffekt.

Die in Deutschland im internationalen Vergleich mittlerweile teils schäbigen Einkommen resultieren einerseits aus den oben beschriebenen staatskonformen Pseudo-Gewerkschaften. Dass es aber außer der GdL kaum eine Gewerkschaft gibt, die ihren Namen verdient, liegt vor allem an der nicht vorhandenen Kampfbereitschaft und -fähigkeit der Millionen von Billiglöhnen betroffenen Beschäftigten.

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14.09.2021, 08.47 Uhr
Psychoanalytiker | Rentenrecht - das hat die CDU verbockt und ...
... die anderen Parteien machen nicht wirklich etwas dagegen.

Nach diversen Sozialverbänden (z.B. "Der Paritätische") definiert man "arm", wenn man nach einem recht komplizierten Rechenverfahren (das der normale Rentner meist nicht wirklich nachvollziehen kann), 60 oder weniger des bundesdeutschen Durchschnittsverdienstes aller "Werktätigen" (vereinfacht gesagt) erhält.

Das Rentenniveau beträgt derzeit offiziell 48 Prozent, bis zu den 60 Prozent der Armutsgrenze fehlen also noch 12 Prozent. Wenn man nun den Durchschnittsrentner (der 45 Jahre arbeitete und exakt, Jahr für Jahr, den Durchschnittslohn Deutschlands verdiente) betrachtet, hat der:

45 Jahre x 1,0000 Rentenpunkte × 33,47 € (Ost) pro Rentenpunkt = 1.506,15 € (brutto).
Das sind diese echten 48 Prozent für den bundesdeutschen Durchschnittsrentner.

Wenn also 48 Prozent 1.506,15 € sind, dann müssen (davon abgeleitet) 100 % = 3.137,81 € sein. Dies wäre der bundesdeutsche Durchschnittsverdienst, wenn man diesen vom "beschworenen" Rentenniveau, und nicht von "politischen Schönreden" ableitet.

Die Armutsgrenze beträgt davon 60 Prozent, es ergibt sich also ein Wert von 1.882,69 €. (brutto) und davon gehen dann noch Sozialabgaben und Steuern ab.

Nun kann jeder Rentner oder jede Rentnerin vergleichen und ermitteln, ob er/sie/es im Sinne deutscher Sozialverbände "arm" ist, oder nicht. Und nun geht wählen, am besten so, dass Ihr zukünftig nicht mehr "arm" seid.

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14.09.2021, 09.32 Uhr
Psychoanalytiker | Verlogene Gewerkschaften ...
... das ist meine feste Überzeugung, wenn es um das Bekenntnis, dass "die Schere zwischen arm und reich" geschlossen werden muss.

Ich möchte dies an einem stark übertriebenen und sehr vereinfachten Beispiel erklären:

In einem Betrieb arbeitet eine (Angestellte, die Mitglied einer Gewerkschaft ist) für 2.000 €. Ihr Chef ist kein Mitglied einer Gewerkschaft und bekommt 10.000 €.

Da nahezu immer nur prozentuale Gehaltserhöhungen ausgehandelt werden, bekommt die Angestellte (im Beispiel 5 Prozent) mehr. Das sind 100 €, insgesamt dann 2.100 €.

Der Chef hat durch diesen Kampf der Gewerkschaft 500 € mehr, also am Ende 10.500 € und das ohne Mitglied der Gewerkschaft zu sein.

Nun noch mehr Vereinfachung: Bei den nächsten Kämpfen der Gewerkschaft und wieder prozentualer Erhöhungen bekommt die Gewerkschafterin wieder 100 € mehr, der Chef "lacht sich ins Fäustchen" denn er bekommt auch wieder 500 €.

Nun hat die Angestellte 2.200 €, der Chef schon 11.000 € auf dem Girokonto. Der anfängliche Unterschied von 8.000 € pro Monat beträgt nun schon 8.800 €, und so setzt es sich "Jahr für Jahr" fort. Der Chef bekommt das Geld wegen der "Solidarität" und der Verfahrensweise (prozentuale Erhöhung) ohne Mitgliedsbeitrag, ohne Teilnahme an einem Streik. Die Angestellte zahlt Gewerkschaftsbeitrag und zieht sich für einen Streik das "Leibchen" an.

Und ihre Gewerkschaft beteuert wieder und wieder, "dass die Schere zwischen arm und reich" geschlossen werden muss ...

Man könnte es auch anders machen. Der Chef bekommt 100 €, die Angestellte 500 € monatlich mehr. Das schließt die Schere.

Nun überlegt mal und zieht Eure Schlüsse ...

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14.09.2021, 12.01 Uhr
Müller | @Psychoanalytiker Der Chef hat oft weniger pro Stunde als der Angestellte
Ich kenne das so das oft der Angestellte mehr Geld bekommt und der Chef von frühs bis Nachts und am Wochenende und Feiertags arbeiten muss um seinen Betrieb am Leben zu halten. Der Chef hat dann unter 5 Euro die Stunde. Bei noch mehr Belastung schmeisst der Chef irgendwann hin. Der Angestellte ist dann arbeitslos und hatt Null Euro. Bei den Linksbüdnissen kommen wir vielleicht wieder zu DDR Verhältnissen da hatten die Linken ja regiert. Verlogene Planwirtschaft wo dann die Geschäfte leer waren und es vieles nicht mehr gab und alles den Bach runter ging und viele Häuser einstürzten weil keiner mehr investieren wollte und konnte. Uns spendet kein Land Geld so wie wir das immer tun. Wenn alle zu hause bleiben und arm sind wo kommt das Geld und die Waren dann her wenn es keine Reichen mehr gibt die was erwirtschaften und denen man alles wegnehmen kann.

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14.09.2021, 12.13 Uhr
diskobolos | Psychanalytiker, Ihre Rechnungen haben Mängel
1) Jede sinnvolle Unterscheidung in arm und reich muss alle Personen des Haushalts berücksichtigen. Eine Familie mit 2 Kindern ist mit 1500 € im Monat arm, ein Alleinstehender sicher nicht.
2) Die Rechnung müsste natürlich vom NETTO-Einkommen einschl. aller Sozialleistungen ausgehen. Außerdem müssten natürlich weitere Einkommen (Betriebsrenten, Kapitalerträge, Mieteinnahmen) herangezogen werden.
3) Ihr Rentner mit 45 Punkten ist der s. g. "Eckrentner". Mit "Durchschnitt" hat der nicht viel zu tun (die durchschnittliche Rente ist sicher niedriger).
4) Ihre 1883 (brutto) als Armutsgrenze beziehen sich auf einen Werktätigen. Ihre Folgerung daraus für Rentner ist nicht logisch
5) Ihr Chef mit 10 000 € wird in der Regel nicht nach Tarif bezahlt, sondern hat einen individuellen Arbeitsvertrag.
6) Es ist richtig, dass die Gewerkschaft nur einen Tarifvertrag für ihre Mitglieder aushandelt. Die AG übertragen den aber auf alle Beschäftigten um die Gewerkschaft zu schwächen (andernfalls würden sofort ALLE eintreten). Die Nichtmitglieder sind Trittbrettfahrer.
Im Übrigen werden in den Tarifverträgen die unteren Lohngruppen oft stärker angehoben als die oberen.

7) Eine höhere Rente kann man bei dieser Wahl sicherlich nicht wählen. Welche Partei hat denn die in ihrem Wahlprogramm? Veränderungen im Rentensystem sind schwierig, da die laufenden Renten immer zu bezahlen sind. Darüber hinaus ist kein nennenswertes Geld da.

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14.09.2021, 17.47 Uhr
Psychoanalytiker | Meine Berechnungen haben Mängel ...
... nein haben sie nicht.

Sehr geehrter "diskobolos" zunächst vielen Dank an Sie! Ich habe nämlich mit einem Bekannten um 10 Euro gewettet, dass Sie auf meine Kommentare antworten, und ich habe gewonnen !!!

Nun zu meinem Anliegen. Sie sind nicht besser, als so mancher Politiker, der die Wahrheit nicht begreift oder begreifen will.

Wenn von "Armut" gesprochen wird, kommen sofort unlautere Gegenargumente wie "der Haushalt muss eingerechnet werden", "Betriebsrenten, Kapitalerträge, Mieteinnahmen" u.s.w. sind einzubeziehen. Nein, nicht jeder hat solche Nebeneinnahmen und nicht jeder hatte das Glück, dass sein "10.000 Mark-DDR-Häuschen" jetzt 250.000 Euro und mehr "wert" ist. Es gibt auch Rentner ohne jeglichen Anhang.
Aber auch Ihre anderen Argumente sind "voll daneben" und verunglimpfen letztendlich die Lebensleistung der Rentner, die z.B. alleinstehend sind und die 2.000 Euro Eigenanteil für einen Heimplatz zu zahlen haben und dafür zunächst ihr Erspartes abbauen müssen. Aber Haupsache junge Männer bekommen in Gänze 7.000 Euro dafür, dass sie hier sind ... .

Es ist mir auch völlig egal, ob es sich um einen "Eckrentner", einen "Kurvenrentner" oder sonst etwas handelt. Meine Rechnung ist fair und wiederspiegelt die Durchschnittsrente eines Altersrentners über 45 Arbeitsjahre.

Wer nämlich auf Heller und Pfennig oder Cent in jedem Jahr exakt den bundesdeutschen Durchschnittslohn verdiente, erhält dafür 1,0000 Rentenpunkte. Und da man üblicherweise 45 Jahre arbeiten muss, ergibt das genau 45,0000 Rentenpunkte, und die sind mit dem aktuellen Rentenwert zu multiplizieren. Alles andere ist unlauter. Und 48 Prozent ... .

Und nun zum "Tarifvertrag". Ja Müller, sie mögen Recht haben, Ihre Beispiele beziehen sich aber eher auf Löhne von nicht tarifgebundenen Betrieben. Nehmen Sie aber bitte den öffentlichen Dienst, VW und andere tarifgebundene Betriebe oder auch Pflegeheime. Alle sollen viel und gut verdienen, aber wenn nur "Prozente" ausgehandelt werden, und das ist reine Mathematik, wird sich die Schere weiter und weiter öffnen und eben nicht, wie versprochen, schließen. Und die Chefs, die ich hier meine lachen sich ins Fäustchen, weil das Gewerkschaftsmitglied ihr Gehalt erhöht.

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14.09.2021, 20.48 Uhr
diskobolos | @Psychoanalytiker
Bleiben Sie doch sachlich.
Natürlich ist bei der Frage reich oder arm der ganze Haushalt zu sehen. Die Chefarztgattin ist nicht arm, auch wenn sie nur 500 € Rente hat. Und natürlich sind sämtliche Einnahmen bei der Bewertung zu berücksichtigen. Dass jeder zusätzlich zur gesetzlichen Rente Einnahmen hat, hab ich nirgends behauptet. Wer nur wenig gesetzliche Rente hat und sonst weder andere Einnahmen oder nennenswertes Vermögen, ist möglicherweise wirklich arm. Ich habe gar nicht behauptet, dass es keine Altersarmut in D gibt. Durch die Einführung der Grundrente hat sich da auch einiges gebessert. Das größere Problem ist aber die auch existierende Kinderarmut.
Dass eigenes Vermögen für den Pflegeplatz herangezogen wird, halte ich im Grundsatz für richtig. Eine Heranziehung der eigenen Kinder ist auch in Ordnung. Ich weiß, dass es vielen lieber ist, die Kinder der anderen heranzuziehen. Wäre es denn richtiger, die Allgemeinheit kommt dafür auf und der Pflegebedürftige kann sein ganzes Vermögen vererben?
Ach so - welcher meiner Punkte ist denn nun falsch?

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