Luftqualität:
Auch E-Autos erzeugen Feinstaub
Die WHO hat nach mehr als 15 Jahren neue Leitlinien zur Luftqualität veröffentlicht. Sie enthalten Empfehlungen für Richtwerte bei Schadstoffen. Vor allem die Belastungen mit Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) müssten drastisch gesenkt werden...
Der von der WHO empfohlene Wert für NO2 liegt bei zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, in den alten Leitlinien von 2005 waren es noch 40 Mikrogramm. So hoch ist bislang auch der rechtlich bindende Grenzwert, den die EU vorschreibt. Die WHO-Empfehlungen für Feinstaub wurden ebenfalls verschärft, die Langzeitbelastung mit kleinen Partikeln (PM2,5) sollte statt bisher zehn höchstens fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft betragen. Hier liegt der aktuelle EU-Grenzwert fünfmal höher, nämlich bei 25 Mikrogramm.
Prof. Dr. med. Barbara Hoffmann, Leiterin der Umweltepidemiologie an der Universität Düsseldorf, sieht die WHO-Empfehlungen als richtigen Schritt, sie müssten Richtschnur für künftige EU-Vorgaben sein. Die WHO-Empfehlungen zeigen, dass es keine sicheren Level von Luftverschmutzung gibt. Das heißt, auch ein bisschen Gift ist schädlich, vor allem, wenn es jeden Tag aufgenommen wird. Die gesetzlichen Grenzwerte liegen zurzeit weit über den Werten, die die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, und stellen daher keinen ausreichenden Schutz der Bevölkerung dar, so Hoffmann.
Mit der Abkehr vom Verbrennungsmotor werde sich die Luftqualität in den Städten vor allem an Hotspots mit sehr hoher Belastung positiv bemerkbar machen. Allerdings müssen wir bedenken, woher der Strom kommt – solange wir mit Kohle Strom erzeugen, ist der Netto-Effekt gering. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass auch Elektroautos Luftschadstoffe ausstoßen, nämlich vom Reifen-, Straßen- und Bremsabrieb, sagt Barbara Hoffmann. Das ist bei neuen Autos inzwischen der größte Anteil an Emissionen und wird durch das hohe Gewicht der Autos noch verstärkt.
Das ganze Interview lesen Sie ab Donnerstag, 16. Dezember 2021, in der aktuellen AUTO BILD (Ausgabe 50/2021).
Autor: psg
Kommentare
pseudonym
15.12.2021, 10:38 Uhr
Und gebt uns unser täglich Propaganda.
Die Luft war noch nie so sauber wie heutzutage, die Lebenserwartung bzw sogar das Alter der Betagten nie so hoch wie heute. Wie wurden denn die heute 80-Jährigen trotz der achso bösen Luftverschmutzung der vergangenen Dekaden trotzdem so alt? Wie kann das sein? Trotz Pestiziden, trotz Dieselautos und LKWs Anstiegs der letzten 30 Jahre?
Die hätten ja alle mit 50 den Löffel abgeben müssen, wenn man bedenkt, wie schlecht die Luft früher war.
Nun fährt man ein emmisionsfreies E-Auto, und es reicht immer noch nicht? Was für ein Ärger...
Halssteckenbleib
15.12.2021, 11:01 Uhr
E-Autos und Feinstaub...
Was für eine tolle Erkenntnis.Auch Fahrradreifen Pollerwagenreifen Schuhsohlen und und und erzeugen Feinstaub.Was für eine Haarspalterei um sone Pillepalle.E-Autos und Klima....Selbst Schuld wer sowas kauft.... Ich fahre mein Trabbi und das Klima gibt's immernoch.Heutzutage schadet sogar "NICHTS" den Klima.
Flitzpiepe
15.12.2021, 11:07 Uhr
Hat die Professorin auch beachtet
dass E-Autos bei normalem Verkehr komplett durch den Elektromotor selber gebremst werden?
Nur bei einer Vollbremsung wird noch normal gebremst und es entsteht Feinstaub. Nur wie oft macht man eine Vollbremsung?
grobschmied56
15.12.2021, 11:24 Uhr
Pseudonym hat vollkommen ...
... recht. Das willkürliche Verändern von ohnehin utopischen 'Grenzwerten' ist rein ideologisch bedingt und hat mit der Realität nichts mehr zu tun.
Ähnliches 'Herumgeschraube' an Grenzwerten kann man seit Jahren im medizinischen Bereich beobachten.
Wer vor 40 Jahren mit bestimmten Werten für Blutdruck oder Cholesterin als völlig normal und gesund galt, war vor 20 Jahren 'grenzwertig' und ist heute - behandlungsbedürftig! Natürlich bietet unsere vorzügliche Pharmaindustrie hierfür auch gleich die geeigneten Mittelchen an, zu ausgesprochen moderaten Preisen.
Ein Schelm, der arges dabei denkt!
Was die Luftqualität angeht - verglichen mit der am Ende der 80'er Jahre hat sie in den meisten Städten inzwischen die Güte von Luftkurorten.
In der DDR hatten wir mehrere Millionen KFZ, die mit verbleitem Zweitaktgemisch betrieben wurden und das Heizen mit Braunkohle war in den meisten Haushalten die Regel. Da herrschte tatsächlich oft 'dicke Luft' oder besser Smog. Die meisten Leute haben's überlebt.
Das willkürliche Herabsetzen von Grenzwerten soll einfach nur der üblichen Panikmache Vorschub leisten.
Am Ende kann man dann nicht nur Elektro-Autos sondern jeden Radfahrer als 'gefährliche Feinstaub-Quelle' geißeln. Typischer Mumpitz der Alarmisten-Fraktion!
Echter-Nordhaeuser
15.12.2021, 11:42 Uhr
"Ja so ist das"
Einfach nur noch krank normalerweise müssten wir Barfuß laufen Schuhe produzieren auch Feinstaub. Heutzutage muss alles und jedes steril sein kein Wunder das unsere Kinder bei jedem bißchen was in der Luft liegt krank werden. Wir haben doch früher mehr (auf Deutsch gesagt) Dreck gefressen und waren trotzdem gesund.
grobschmied56
15.12.2021, 11:51 Uhr
Kleiner Nachtrag, mit ...
... leicht satirischem Unterton. Flitzpiepe liegt etwas schief - der meiste 'tödliche' Feinstaub entsteht nicht beim Bremsen, sondern als Reifenabrieb beim ganz normalen Rollen des Rades. Das passiert bei allen Fahrzeugen, unabhängig vom Antrieb.
Was sonst noch verboten werden muß:
- hastige Fortbewegung, also Joggen, Rennen, Hasten
- Kerzen, Kaminfeuer, Lagerfeuer, Osterfeuer
- das Ausschütteln von Bettdecken am offenen Fenster!
Frau Holle bekommt einen Ausnahmestatus, da sie es schafft, dank Zauberkraft und weiblicher List (!) den Feinstaub ihrer Betten in harmlose weiße Schneeflöckchen zu verwandeln. Bei jedem Normalo, der das nicht hin bekommt und trotzdem schüttelt wird demnächst die Umwelt-Polizei der Öko- Chmer die Tür eintreten und den bösen Massenmörder abführen.
Satire aus.
In was für einer bescheuerten Welt leben wir inzwischen. Hier geben nur noch die Durchgeknallten den Ton an. Und allzu viele besoffen Gläubige rennen den Volksverdummern und Rattenfängern hinterher und glauben den ganzen Hui, der ihnen da erzählt wird.
Trüffelschokolade
15.12.2021, 13:30 Uhr
Mentalitäten
Grobschmied hat in einem bestimmten Punkt teilweise Recht. Heute geben oft die Durchgeknallten den Ton an, oder versuchen es zumindest.
Ein gutes Beispiel sind die hiesigen Kommentare.
Zwei typische Sachen kommen hier zum Tragen:
1.) Die "Früher ging das doch auch!"-Mentalität.
"Früher waren wir doch auch arm, und haben es überlebt. Warum sollte es Leuten heute besser gehen, sollen sie doch lieber alle in Armut leben!" Statt sich drüber zu freuen, dass man es besser haben kann, hält man lieber am früheren Elend fest.
2.) "Alles muss so bleiben wie es war!!!11!"
Dass sich wissenschaftliche Erkenntnisse ändern und man heutzutage oft besser weiß, in welchem Maße bestimmte Sachen schaden (oder auch nicht), wird allzuoft ausgeblendet. Ginge es nach diesen Leuten wie hier bei den Kommentaren, müsste man wahrscheinlich heute auch noch Aderlässe betreiben oder so. "Früher ging das doch auch!!!111!"
Gerade das Internet gibt den Durchgeknallten oft die Möglichkeit sich mehr zu äußern und so von mehr Leuten gesehen zu werden als nur am Stammtisch in der lokalen Kneipe.
ndhmann
15.12.2021, 14:16 Uhr
Trüffel......
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse.......? Davon ist in dem Artikel absolut nichts zu lesen! Die WHO sieht sich nach 15 Jahren lediglich gemüßigt neue Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxyd zu empfehlen. Sicherlich weil man sie sonst eventuell der Untätigkeit bezichtigt werden könnte.
Wenn die bisherigen Grenzwerte entschieden zu hoch , warum ist dann die deutsche Professorin im Rahmen ihrer Tätigkeit nicht selbst darauf gestoßen? Es scheint der Erkenntnisgewinn einer ,,Trittbrettfahrerin" zu sein.
Die wissenschaftliche Grundlage für die Senkung der Grenzwerte durch die WHO bleibt vollkommen im dunkeln. Aber sicher wird es bald ,,passende", vermutlich noch selbst in Auftrag gegebene Studien geben, die die Notwendigkeit der niederen Grenzwerte belegen und zu gaaaaanz dringenden Handeln raten. Deutschland könnte dann ja wieder die Vorreiterrolle einnehmen und der Welt zeigen, wie es geht.
Wie teuer darf es diesmal sein ?
Echter-Nordhaeuser
15.12.2021, 14:59 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
grobschmied56
15.12.2021, 16:06 Uhr
Noch ein Denkanstoß für ...
... Leute die glauben, jede Veränderung müsse Verbesserung bedeuten. Mit Grenzwerten ohne Ende kann man alles und jedes teurer machen bis zum Gehtnichtmehr. Und nur darum geht es mal wieder.
Vielleicht fällt ja Trüffels Beifall für neue Grenzwerte etwas gedämpfter aus, wenn er beim Kauf der nächsten Fahrradreifen plötzlich doppelt so viel löhnen muß, wie gewohnt. Hundert Prozent Preisaufschlag ('Feinstaubsteuer') würde ordentlich Knete in die klamme Staatskasse bringen. Wenn es tatsächlich so kommen sollte, bitte nicht über den Grobi schimpfen. Unsere fabelhafte neue Regierung braucht mich nicht, um sich neue Steuern auszudenken. Auf so was kommen die von ganz allein.
Psychoanalytiker
15.12.2021, 17:36 Uhr
Deutschland will die Welt retten
Egal auf welchem Gebiet, Deutschland will zunehmend die "Welt retten". Ob bei der Aufnahme von Flüchtlingen, bei der Abschaffung von Energieressourcen wie Kohle, Gas und Erdöl oder bei der Abschaffung von Fahrzeugen mit Diesel- oder Benzinantrieb, Deutschlands Politiker preschen vor und merken irgendwie nicht, dass andere Staaten da nicht, oder nur in ganz geringem Umfang mitmachen.
Besonders die 26 weiteren Staaten der EU machen nicht mehr so mit, wie es sich deutsche Politik gerne vorstellt.
Aber auch China lässt sich mit Sicherheit die Grüne Politik von Annalena Baerbock nicht aufschwatzen, nur weil sie es so will. Im Gegenteil: China baut massiv Autos und die Rikscha-Fahrer stellen zunehmend auf PKW um.
Unsere PKW-Fahrer dagegen kaufen Lastenfahrräder und stellen (auch wegen bösartiger Kraftstoff-Preise) auf die Antriebsarten, die China gerade abschafft, um. Zu gut Deutsch: Chinesen fahren jetzt Auto, wir Fahrrad, gehts noch ?
Hauptsache unser mickrig kleines Land "rettet die Welt", senkt z.B. den Schadstoffausstoß, aber rings rum, z.B. in Tschechien, Frankreich, Polen setzt man auf bisherige Energieträger, einschließlich Atome ...
Trüffelschokolade
15.12.2021, 19:08 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Beitrag
diskobolos
15.12.2021, 21:01 Uhr
D will die Welt retten?
Wer sagt denn so was? Aber vielleicht sollten wir zumindest UNSEREN Beitrag dazu leisten?
Was die E-Mobility betrifft, empfehle ich Ihnen, Psychoanalytiker, sich mal darüber zu informieren, was sich da in CH und den USA tut. Tesla ist da nur die Spitze des Eisbergs. Firmen, die auf Verbrenner setzen, werden vom Markt verschwinden wie einst die Produzenten von Pferdekutschen. Was das für D bedeutet, dessen Wirtschaft davon lebte, jedes Jahr Millionen Autos nach China zu verkaufen, können Sie sich denken.
Feinstaub ist sicher ein verhältnismäßig kleines Problem. Der Klimawandel ist von ganz anderer Dimension.
Herr Taft
15.12.2021, 22:30 Uhr
Feinstaub...
...erzeugt jede Waschmaschine....eigentlich alles mechanische, was sich dreht... Wenn wir den ganz weghaben wollen müssen wir zurück in die Steinzeit und selbst dort, haben die Menschen Holz verbrannt und so Feinstaub produziert.
Ist es denn nur so schwer zu begreifen, dass wir Wege brauchen Fortschritt, Wohlstand, Technologie und Umweltschutz unter einen Hut bringen müssen ?
Die Alternative ist, dass wir immer so weiter machen wie bisher - die Atmosphäre aufheizen, die Luft vergiften und uns selbst mit dem Feinstaub die Lungen zerstören.
Da wir aber nun mal (mit einer Ausnahme von etwa 10% in Deutschland und 25% in Thüringen) vernunftbegabte Wesen sind, die eben erkennen, wenn sie etwas falsch machen bin ich zuversichtlich, dass Vernunft und Wissenschaft über Rückwärtsgewandtheit und Dummheit siegt.
Kobold2
16.12.2021, 12:00 Uhr
Deutschland rettet
nicht viel, sondern trampelt eher (wiedermal) hinterher .
Im internationalen Vergleich geben wir ein eher trauriges Bild ab, aber reden halt viel drüber, damits hoffentlich keiner merkt. Für den, der einfache Antworten braucht, funktioniert das auch noch.
Das wird auch durch ständige Wiederholungen nicht besser.
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