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Do, 10:25 Uhr
17.03.2022
Sandra Czerniak ist City-Managerin in Bad Langensalza

Eine Weichenstellerin für die Zukunft

Aus ihrem schmucken, kleinen Büro schaut Sandra Czerniak auf die Marktstraße des Kurortes Bad Langensalza, dessen City-Managerin sie für die nächsten drei Jahre sein wird. Viele Gelegenheiten zum Beobachten wird sie vorerst nicht finden, denn ihr Arbeitspensum ist enorm und die Aufgaben vielfältig …

Sandra Czerniak in ihrem Büro in der Marktstraße 29 (Foto: oas) Sandra Czerniak in ihrem Büro in der Marktstraße 29 (Foto: oas)


„Das ist immer so mit Jobs, die es vorher nicht gab“, lacht die studierte Tourismuswirtschaftlerin. „Da steht viel Aufbauarbeit und Netzwerkknüpfen am Anfang.“ Doch Sandra Czerniak ist von Natur aus optimistisch und fröhlich. Die zweifache Mutter mit Lebensmittelpunkt in Erfurt freut sich auf die Arbeit in der Rosenstadt. Als eine Art „Weichenstellerin“ begreift sie sich selbst und will entscheidende Akzente bei der Stadtentwicklung setzen. Jedoch nicht als One-Woman-Show, wie sie betont, sondern im Konsens mit all den engagierten Akteuren, die ein gemeinsames Ziel eint: Bad Langensalza auf Dauer zu einer guten Adresse und möglichst zu einer unverwechselbaren Marke formen. „Ich habe bei allen Mitstreitern viel positive Energie erfahren, die ich auch selbst für unsere Ziele spüre“, sagt sie und verweist auf die ersten Schwerpunkte, die sie gesetzt hat. Das Leerstandsmanagement in der Innenstadt habe Priorität, eine eigene Website für das City-Management soll möglichst bald frei geschaltet werden und schließlich will Frau Czerniak ein Gutscheinsystem mit den Händlern der Stadt realisieren.

Für das Erreichen dieser Zielmarken erstellt sie momentan eine Kontaktdatenbank, sitzt in verschiedenen Gremien in Strategierunden oder Projekt-Meetings und entwirft ihren Ansatz für eine attraktive, moderne Kurstadt. Hier helfen ihr die zwanzig Jahre Berufserfahrung im Tourismus- und Landesmarketing, die sie vor ihrem Engagement in der Rosenstadt von Hotellerie und Eventmanagement über das Destinationsmarketing bis hin zu Unternehmerverband und einer Arbeitsstelle in der Digitalisierung für die Landesmarketingorganisation Thüringer Tourismus GmbH führten.

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Um die leerstehenden Objekte im Stadtbild mit neuem Leben zu erfüllen ist sie in Kontakt mit Immobiliengesellschaften, einzelnen Hausbesitzern, den städtischen Gesellschaften und anderen Städten, die ähnliche Probleme haben. Das Sanierungsbüro der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) ist praktischerweise im selben Raum wie die City-Managerin, was viele Synergien erzeugt.

Unterschiedliche Eigentumsverhältnisse erschweren mitunter eine konzertierte Arbeit, doch Bad Langensalzas City-Managerin hat eine Reihe von Ideen, wie Leerstand überbrückt werden könnte. Über Schaufensterkampagnen, Co-Working-Stationen und die zeitweise Ansiedlung von Handwerkern oder Künstlern in verwaisten Geschäften und Läden wäre eine Bereicherung der Altstadt für Einheimische und Gäste möglich. „Ich möchte Begegnungsorte schaffen, wo sich Menschen vorstellen und ihre Arbeit konkret zeigen können“, sagt sie und fügt an: „Die innenstädtischen Bereiche entwicklen sich immer weiter weg von reinen Versorgungsleistungen. Wir müssen Angebote schaffen für jüngere, dynamische und digital affine Menschen, die in Zukunft unsere Stadt bewohnen und besuchen werden.“ Hierfür steht die 41-Jährige in engem Kontakt zur städtischen Kur und Tourismus GmbH, zu Bürgermeister und Verwaltung, dem Gewerbeverein und allen, die an Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung interessiert sind. „Die Strategie ist es, unsere Zielgruppe zu finden und zu erreichen.“ Diese sieht die erfahrene Touristik-Expertin in Gästen die zur Kur, aber auch für Wellness- und Stadt-Tourismus nach Bad Langensalza kommen. „Ohne einen starken Touristenstrom und die Kurgäste ist der Status der Stadt als Kurort nicht zu halten. Und der wiederum ist für das Image und die zu akquirierenden Gelder für die Stadt unersetzlich.“

Sandra Czerniak will dabei nicht die Bad Langensalzaer Einwohner aus dem Blick verlieren, denn jeder sei „ein wichtiges Zahnrad zum Erhalt und Gedeihen der Stadt“, sagt sie.

In einem Gastronomen-Stammtisch wird beispielsweise mit den Gastwirten überlegt, wie sich die tausendjährige Geschichte Langensalzas auf der Speisekarte wiederfinden oder wie dem Thema „gesunde Ernährung“ Rechnung getragen werden könne. „Andere Städte beneiden uns um den Lokalpatriotismus, der in Bad Langensalza herrscht“, weiß die junge Frau aus eigener Erfahrung und schwärmt schon von der neu gestalteten Friederiken-Therme, die einfach großartig und ein echtes Alleinstellungsmerkmal wird, weshalb sie auch als ein wichtiger Baustein für ein modernes Stadtmarketing taugt.

Mit viel Elan und Vorfreude geht es auch an den Frühjahrsputz (Foto: oas) Mit viel Elan und Vorfreude geht es auch an den Frühjahrsputz (Foto: oas)


Weil vor dem Erfolg immer erst der Fleiß steht und das Wort „Frühjahr“ linguistisch gut zum Begriff „Putz“ passt, soll es am 12. April in den Geschäften der Altstadt zu einer großangelegte Aktion kommen, in deren Verlauf letztendlich die „Goldene Kehrschaufel“ verliehen wird und es Preise für einen Sieger des Wettbewerbs um den „Goldenen Eimer“, (ein neuer Wanderpokal) geben soll.

Außer dieser witzigen Maßnahme hat Sandra Czerniak noch viele andere konkrete Vorhaben in Planung. Über die Umsetzungen muss sie sich aufgrund des regen Interesses von Vereinen, Initiativen, Institutionen und Unternehmen der Stadt nicht sorgen. „Ich habe den Eindruck, dass ganz viele Langensalzaer ihre Stadt innig lieben und alles dafür tun, sie noch schöner und attraktiver zu gestalten. Wenn ich dabei Vermittler und Akteur sein darf, bin ich hoch zufrieden.“ Auch dann, wenn sie den Ausblick auf die herausgeputzte Marktstraße wohl noch eine ganze Weile nicht genießen kann, weil sich ihr Fokus auf den Monitor ihres Computers und die Zukunft der Rosenstadt richten wird.
Olaf Schulze
Autor: osch

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