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Sa, 17:32 Uhr
13.05.2023
Elektrisch ist oft, aber nicht immer günstiger

Wann sich ein Stromer lohnt

Soll das nächste Auto ein Elektroauto oder doch wieder ein Verbrenner sein? Beim Autokauf werden meist nur Anschaffungspreis und Betriebskosten ins Kalkül gezogen: Fördersummen und Strompreise hier, Rabatte und Kraftstoffpreise da lassen sich meist noch einfach überblicken...

Doch nur die TCO (Total Cost of Ownership, Vollkostenrechnung inklusive Wertverlust und Wartungskosten) zeigt, was für Kosten ein Fahrzeug tatsächlich verursacht. Der ADAC hat genau nachgerechnet, Ergebnis: Elektrofahrzeuge der Kleinst- und Kleinwagenklasse sind kostenmäßig nicht immer konkurrenzfähig, in den anderen Klassen kann ein Stromer ein Verbrenner-Fahrzeug jedoch zum Teil weit unterbieten.

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Der Preisunterschied zwischen den Verbrenner-Varianten und ihren Elektro-Pendants – selbst nach Abzug der Fördersumme - ist eklatant: Der VW eUp! kostet aktuell 29.995 Euro, mehr als doppelt so viel wie die Verbrenner-Variante mit 14.555 Euro. Leider bietet VW den Verbrenner-Antrieb seit diesem Jahr nicht mehr an. Auch beim Opel Corsa und beim Fiat 500 ist die Elektro-Variante aktuell nahezu doppelt so teuer wie der entsprechende Verbrenner: Opel Corsa 36.395 Euro (E-Variante) und 18.280 Euro (Verbrenner), Fiat 500 30.990 Euro (E-Variante) und 16.990 Euro (Verbrenner). Selbst bei einem Dieselpreis von zwei Euro je Liter sind die Gesamtkosten eines E-Kleinwagens höher. Dazu kommt der höhere Betrag beim Wertverlust, den auch ein günstiger Strompreis (unter 40 ct/kWh) langfristig nicht kompensieren kann.

Drastisch gesunken ist gleichzeitig die Angebotsauswahl in dieser Fahrzeugklasse, die häufig als Einstieg in die E-Mobilität oder Mobilität insgesamt gewählt wird: 15 Prozent weniger Modelle als noch vor zehn Jahren sind mittlerweile auf dem Markt erhältlich.
Doch in den höheren Fahrzeugklassen kann sich ein Umstieg auf einen Stromer durchaus lohnen, genaues Hinsehen ist erforderlich: Vergleicht man den Golf 1.5 eTSI Life DSG (110 kW) mit seinem elektrischen Pendant ID.3 Pro (58 kWh/150 kW), dann ist der ID.3 mit rund 33 000 Euro (nach Abzug der Fördersumme von 6750 Euro) knapp 2000 Euro günstiger in der Anschaffung als der Golf (34 970 Euro). Auch in der Vollkostenrechnung kommt die E-Version auf nur 56,0 Cent pro Kilometer, der Benziner auf 59,2 Cent. Aber: Rechnet man zehn Prozent Preisnachlass auf den Benziner-Golf an, kommt er bei einer Jahresfahrleistung von 15 000 Kilometern am Ende wieder etwas günstiger.

Aber auch bei einem deutlichen Strompreisanstieg zeigt sich: Es kommt auf die Vollkosten an. In der Mittelklasse (z.B. Tesla Model 3, Toyota bZ4X) hat das durchschnittliche E-Mobil bei einem Strompreis bis 80 ct/kWh immer noch Kostenvorteile, selbst bei einem Benzinpreis von 1,50 Euro.

In der oberen Mittelklasse (z.B. Mercedes EQE, Tesla Model S) jedoch schlägt ein E-Auto einen entsprechenden Benziner nur noch, wenn der Strompreis unter 70 ct/kWh und der Benzinpreis bei 1,50 Euro liegt. Im Vergleich mit einem Diesel aber besteht ein durchschnittlicher Stromer in dieser Klasse nie.

Der ADAC fordert, dass Mobilität bezahlbar bleiben muss – hohe Preise selbst für Kleinwagen stehen dem entgegen. Verbraucher sind angesichts hoher Kostenbelastungen auf günstige Fahrzeuge angewiesen. Insbesondere Stromer müssen deutlich billiger werden, wenn der Hochlauf der E-Mobilität gelingen soll. Das gilt vor allem deshalb, weil die Bundesregierung zur Erlangung der Klimaschutzziele auf Flottenerneuerung setzt.
Autor: red

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Kommentare
grobschmied56
14.05.2023, 19:34 Uhr
Umverteilung von arm nach grün ...
... wie ich es schon mehrfach beschrieben habe!
Es ist überhaupt nicht gewollt, daß sich in Zukunft noch jeder ein Auto leisten kann.
Die Grüne Sekte hat beschlossen und verkündet, die Stadt der Zukunft habe gefälligst autofrei zu sein! Basta!
Das E-Mobil ist schlicht und einfach nur ein ideologisches Feigenblatt, welches das knallharte Kalkül der Weltretter notdürftig verdecken soll. Es wird suggeriert, auch in Zukunft könne ja jedermann noch Auto fahren und individuelle Freiheit und Mobilität genießen. Aber das ist von der zur grünen Klimadiktatur strebenden neuen Elite natürlich gar nicht beabsichtigt und geplant.
Schon die Preise der tollen 'Klimarettungsmaschinen' sollten jedem einfachen Arbeiter und Angestellten die letzte Illusion über die Pläne der Menschheitsbeglückungspartei nehmen. Auch der scheinbar schleppende Ausbau des Ladenetzes öffentlicher Ladesäulen ist kein 'Systemfehler'.
Zahlreiche Kalkulationen von Ökonomen und Energiefachleuten zeigen die Schwachstellen der ausschließlich mit 'erneuerbarer Energie' geplanten Zukunft auf.
Der mickrige Beitrag der 'Erneuerbaren' wird sich in absehbarer Zeit kaum steigern lassen. Ach wenn Kanzler Scholz jetzt 'Deutschlandtempo' ansagt, ist das nicht mehr als eine La****en - Parole.
Mein Tipp: mdr Wissen - Schaffen wir die Energiewende?
In (fast) Echtzeit wird dort der Baufortschritt der 'Windkraft' angezeigt.
Heute (14.05.2023) lauten die aktuellen Werte:
An Land: 36.2 Prozent des nötigen Ausbaues.
Auf See: 20.9 Prozent des nötigen Ausbaues.
Heißt im Klartext: An Land wird ein Windrad aufgestellt, wo drei stehen müßten.
Auf See wird gerade mal eines von fünf fertig.
Das Einzige, was wirklich planmäßig und fristgerecht gelaufen ist, das war die Abschaltung der letzten drei verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland, die jahrzehntelang treu und brav ihren Dienst versehen hatten und für verläßlichen und bezahlbaren Strom gesorgt haben.
Wer angesichts solcher Tatsachen glaubt, er könne in Zukunft mit preiswertem '
Erneuerbarstrom' durch die Landschaft rollen und mit superpreiswerter Wärmepumpe seine Bude heizen und das 'Klima' retten, der glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann.
diskobolos
14.05.2023, 20:52 Uhr
Mal über den Tellerrand schauen
Man kann seine ganze Kraft investieren um alle möglichen Probleme mit der E-Mobilität aufzuzählen.

Wir können natürlich auch zuschauen, wie CHN (wo schon jeder zweite verkaufte Neuwagen ein E-Mobil ist) die Probleme löst. Die deutsche Auto-Industrie verliert unterdessen an Bedeutung. Welche Produkte wollen wir eigentlich in 10 Jahren noch in der Welt verkaufen?
Zahlenfreund
15.05.2023, 12:48 Uhr
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