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Sa, 10:02 Uhr
29.07.2023
Gefährdungsbeurteilung als unternehmerische Pflicht

Was gegen hohen Krankenstand hilft

Der Krankenstand in Thüringens Unternehmen ist bundesweit mit der höchste. Im Schnitt liegt er Daten der BARMER zufolge bei 7,6 Prozent. An einem durchschnittlichen Arbeitstag im Jahr 2022 fehlten somit 76 von 1.000 Thüringer Beschäftigten krankheitsbedingt im Job...

Ebenso hoch ist der Krankenstand lediglich in Mecklenburg-Vorpommern. Aus Sicht der BARMER ist in den Unternehmen im Freistaat ein besonderes Augenmerk auf die Gefährdungsbeurteilung von großer Bedeutung, um dem hohen Krankenstand entgegen zu wirken. „Die Gefährdungsbeurteilung als wichtiger Aspekt des Arbeitsschutzes ist unternehmerische Pflicht und beim betrieblichen Arbeitsschutz unverzichtbar. Sie kann präventiv wirksam sein, denn sie dient als Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Gesundheitsmanagement“, so Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER Thüringen. Das sei allerdings nicht allen Arbeitgebern bewusst, weshalb es bei der Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung noch Lücken zu füllen gebe.

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Niedrige Umsetzungsquote
Einer Studie zufolge erfüllen in Thüringen lediglich rund 64 Prozent der Unternehmen ihre gesetzliche Pflicht zur allgemeinen Gefährdungsbeurteilung. Bei der Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich psychischer Belastungen, die seit einem Jahrzehnt Pflicht ist, liegt die Umsetzungsquote bei nur 40 Prozent. Dabei hat die Zahl der Fehltage in Thüringen laut BARMER-Daten seit dem Jahr 2014 um 36 Prozent zugenommen, bei psychisch bedingten Krankschreibungen gar um knapp 40 Prozent. „Die Ursachen für Erkrankungen sind vielfältig und die Trends alarmierend. Angesichts des Arbeits- und Fachkräftemangels ist jeder krankheitsbedingte Ausfall einer zu viel“, so Sven Nobereit, Geschäftsführer Sozial- und Arbeitsmarktpolitik beim Verband der Wirtschaft Thüringens. Die Arbeitswelt gehöre zu den größten Präventionssettings überhaupt und für effektive Präventionsmaßnahmen lege die Gefährdungsbeurteilung den Grundstein. Bei den Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sei wirksame Unterstützung durch die Krankenkassen für die Unternehmen im Land unabdingbar.

Positivbeispiel aus Thüringen
Aus Sicht der BARMER müssen die Umsetzungsquoten der Gefährdungsbeurteilung gesteigert werden. Im Unternehmensnetzwerk „Gesund arbeiten in Thüringen“, welches die BARMER gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) aufgebaut hat, liegt die Quote bereits bei 100 Prozent.

„Die darin zusammengeschlossenen rund 35 Thüringer Betriebe haben allesamt die Gefährdungsbeurteilung vollumfänglich umgesetzt“, hält BARMER-Landeschefin Dziuk fest. Möglich sei dies durch die Zusammenarbeit im Netzwerk verbunden mit den Unterstützungsangeboten von BARMER und DGAUM. „Potenzielle Gefährdungen für die Gesundheit der Beschäftigten zu ermitteln, zu beurteilen und geeignete Maßnahmen abzuleiten kann dazu beitragen, Fehlzeiten zu senken und die Beschäftigungsfähigkeit zu verlängern“, ist Dziuk überzeugt. Es gebe verschiedene Leitfäden, wie genau eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden sollte. Entscheidend sei stets, dass sie gemacht wird. Da viele Thüringer Unternehmen Kleinst-, kleine oder mittlere Betriebe sind, seien die Bedingungen, diese Prozesse umzusetzen, speziell und der Beratungsbedarf entsprechend hoch. Auch deshalb sei das Netzwerk „Gesund arbeiten in Thüringen“ geschaffen worden.

Für neue Mitglieder stehe es offen. „Wenn es darum geht, den Gesundheitsschutz in den Unternehmen zu verbessern, können Arbeitgeber viel tun. Wichtig ist aber auch, dass die Beschäftigten bei diesen Bemühungen beteiligt werden und mitziehen“, so Birgit Dziuk.
Autor: red

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Kommentare
Strandläufer
29.07.2023, 10:34 Uhr
Hoher Krankenstand
Er hat wohl viele Gründe und die wenigsten sind tatsächlich organischer Natur.
Aber das ist nur eine These aus der Praxis.

Oft wird sich auf dem Weg zurück geholt was Menschen meinen das es ihnen zusteht.

Unzufriedenheit und mangelnde Wertschätzung, Ungleichgewicht, mangelnde Gerechtigkeit...gerechte und ordentliche Vergütung für die Leistung. ..Mitarbeiterführung - da sollte man anfangen.

Schön, wenn man stetig den Mindestlohn anhebt.

Auf der Strecke bleiben die, die mal in Vorleistung gegangen sind (mit Ausbildund/Studium) und im Mittelfeld sich eher selten über solche Lohnsteigerungen freuen können.
Noch schlimmer, wenn man selbst qualifiziert nur den Mindestlohn erhält.

Es krankt an ALLEN Ecken und Enden aktuell.

DAS macht die Leute krank oder sie verlängern ihre Auszeiten.

Der Rest ist Augenwischerei.
Im Nu
29.07.2023, 13:25 Uhr
Die Arbeitsmoral...
....wird durch die Politik torpediert und so, wie ich es einschätze, durchaus gewollt. Typisch deutsche Eigenschaften, wie Fleiß und Ordnung und gesunder Menschenverstand werden seit langem nicht mehr gefördert. Die letzten wackeren "Alten" fragen sich dann zunehmend, ob sie sich denn überhaupt noch ein Bein ausreißen sollten....das was früher mal eine Gesellschaft zusammen gehalten hat und funktionieren ließ, zerbricht. "Jetzt bin ich auch mal dran und wer weiß, wie lange überhaupt noch Geld da ist und der Zirkus hier noch schlimmer wird" sind Gedankengänge, die durchaus nachvollziehbar sind. Abstrampeln lohnt sich nicht mehr, Geld wird verschleudert für alles mögliche, für die Belange des Volkes wird der Hahn kaum noch aufgedreht. Das zermürbt die Idealisten und das äußert sich eben auch im gestiegenen Krankenstand. Aber das ist ja alles populistisch....Jaja..
Strandläufer
29.07.2023, 14:42 Uhr
Im Nu
Vollkommen richtig und tagtäglich erlebbar. Wer das als Populismus abtut ist ignorant der Lebenswirklichkeit der Menschen gegenüber.

Es muss sich wirklich- leider wirklich- niemand mehr wundern, dass die Menschen resignieren und jeder, im Kleinen wie im Großen seinen eigenen goldenen Weg kreiert. Je nach Möglichkeiten und seien es weniger Arbeitstage für das Gehalt.

Es wird ja vorgelebt.
Lautaro
29.07.2023, 17:18 Uhr
Der Krankenstand ist auch dem Durchschnittsalter geschuldet....
In vielen Bereichen (die ich kenne) geht die Mehrzahl der Mitarbeiter auf die 60 zu. Jede Erkältung, Grippe oder sonstige Zipperlein dauern in der Rekonvaleszenz nun mal etwas länger.
Unsere Arbeitgeber ignorieren das und verlassen sich darauf, dass die verbliebenen Mitarbeiter die (bis zu 50Prozent) Mehrarbeit locker stemmen. Wenn ein fast 60jähriger mit der gewohnten Aufgabenstellung (körperliche Arbeit) schon am Limit ist.
Und dann gleichgültig vom Arbeitgeber mit 30-50Prozent Mehrbelastung beauftragt wird ?
Dann nutzt auch kein Ibuprofen mehr.
Ich staune über die Entwicklung der heutigen Jugend mit ihrer Work-Life Balance. Sie zeigen dem Kapitalismus mit seiner Lohnspreizung, dass man sich nicht mehr mit einem Drittel des Durchschnittseinkommens begnügen muss. Sondern einfach auch mal NÖ sagt.
Kobold2
29.07.2023, 17:49 Uhr
Interessante These
Das die Politik Einfluss auf die Arbeitsmoral in den Firmen hat.....
Bei uns ist es der Chef, die Dispo, der Umgang und die Wertschätzung untereinander und das jeder merkt, daß man im selben Boot sitzt, das man ein offenes Ohr für private Dinge hat und diese lösungsorientiert zur beiderseitigen Zufriedenheit angeht. Selbstverständlich natürlich auch der Betrag, der pro Monat auf dem Konto landet.
Dann kommt man selten auf die Idee, einfach so, krank zu feiern.
Lautaro
29.07.2023, 18:39 Uhr
Nun Herr Kobold...
Einen solchen Schwall detaillierten Unsinns habe ich selten gelesen.
Zitat....Bei uns ist es der Chef, die Dispo, der Umgang und die Wertschätzung untereinander und das jeder merkt, daß man im selben Boot sitzt, das man ein offenes Ohr für private Dinge hat und diese lösungsorientiert zur beiderseitigen Zufriedenheit angeht. ....
Sagen sie mal, in welcher Parallelwelt leben sie eigentlich ?
Ich kann mir vorstellen, dass sie sich vor dem Schlafengehen irgendetwas ausdenken, was ihnen am nächstem Morgen beim Kampf gegen die Realität beisteht .
Die Realität ist eine andere, Selbst Leute mit 4000€ Brutto schauen auf 2000€ Leute geringschätzig herab.
Geniessen sie Ihren Ruhestand und beherzigen sie Dieter Nuhrs Empfehlung......Wenn man keine Ahnung hat....einfach nur....
Kobold2
29.07.2023, 21:09 Uhr
Da haben wir es wieder.....
Die Nachricht gefällt nicht, also ist es ein Schwall detaillierten Unsinns aus einer Parallelwelt, die man sich mit stimulierenden Substanzen ausgedacht hat. Passt auch super zum Artikel über die Presse und Meinungsfreiheit.
Zuhören oder andere Sichtweisen anhören, ist nicht mehr. Die Meinung steht halt ungeachtet der Faktenlage fest.
Ich schrieb von der Firma, in der ich seit über 20 Jahren angestellt bin. Die Fluktuation ist sehr überschaubar, meist privaten Ursprungs und einige Dauernörgler ( ja, die kann man nicht ausschließen) sind sogar zurück gekommen. Traurig, das man sich so banale Dingedes menschlichen Umgangs nicht mehr vorstellen kann.
Ich weiß auch, das sich in vielen Firmen das allgemein sinkende gesellschaftliche Niveau auf das gesamte Arbeitsklima nieder schlägt.
Man steht sich dabei selbst im Weg und sucht die Schuld, wie immer, gern bei den anderen.
Aus meiner Erfahrung ein Mentalitätsproblem der Region. Man macht sich selber gegenseitig krank. Ich habe selbst Leute in meinem Umfeld, die sich dem jahrelang ausgesetzt haben und die nach einem Arbeitgeberwechsel richtig aufgeblüht sind.
P.Burkhardt
30.07.2023, 00:51 Uhr
Oh Lautaro...
...ich hab keine Ahnung, wo sie arbeiten, aber wenn das dort so ist, wie Sie es beschreiben, sollten Sie sich nach einem neuen Job umsehen ... und mal so am Rande 4k Brutto ist, naja nix womit man auf andere herabschauen kann... und, vielleicht empfinden Sie das ja auch nur so...

Bei uns in der Firma gab es eine heftige Umstrukturierung vor ein paar Jahren. Einige hat es hart getroffen, aber es wurde versucht jeden zu halten, niemanden zu verlieren. Wer heute noch dabei ist, wird doppelt und dreifach wertgeschätzt...
diskobolos
30.07.2023, 10:44 Uhr
Wenn jemand sich nicht wertgeschätzt fühlt,
liegt das nach meiner Erfahrung meist an ihm selbst.
Bei manchen Leuten liegt auch die Selbsteinschätzung der eigenen Leistung über der Realität.
Und dann gibt es auch noch die, die ständig beleidigt sind. Die legen jedes Wort auf die Goldwaage und nehmen es als Angriff auf ihre Persönlichkeit. Das schlägt sich irgendwann auch auf die Gesundheit nieder.
Strandläufer
30.07.2023, 16:02 Uhr
Vielschichtig
Man sieht an dem regen Austausch wie vielschichtig das Thema ist.
Auch ich habe Leute erlebt die aus Befindlichkeiten, Eitelkeiten dem Gefühl der Ungerechtigkeit krank feierten. Die sich anders einschätzen.
Jedoch den meisten ist es schlicht egal. Ihnen ist egal, dass die Kollegen das kompensieren müssen, ihnen ist egal was es für Konsequenzen hat,...sie fühlen sich im Recht. Die Firma schuldet ihnen was.

Wohl dem der einen AG hat, der mit guten Führungskräften und einem guten Lohngefüge arbeitet. Da wird mutmaßlich die Krankenquote nicht so hoch sein und auch der Wechselwille nicht. Das dies jedoch eher selten ist, sollte auch klar sein.
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