eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Sa, 10:13 Uhr
05.08.2023
Widerstandsfähigkeit gegen Abbauprozesse im Hirn

Geistig fit im hohen Alter

Super-Ager sind widerstandsfähiger gegen altersbedingte Veränderungen der Hirnstruktur. (Foto: Anna Schroll/UKJ) Super-Ager sind widerstandsfähiger gegen altersbedingte Veränderungen der Hirnstruktur. (Foto: Anna Schroll/UKJ)
Über-80-Jährige, deren Gedächtnisleistung der von 30 Jahre Jüngeren entspricht, verdanken ihre geistige Fitness vor allem ihrer Widerstandsfähigkeit gegen altersbedingte Veränderungen des Gehirns...

Kompensations- und Bewältigungsstrategien von Alterserscheinungen spielen eine untergeordnete Rolle. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die diesen als Super-Ager bezeichneten Menschen im Altersvergleich auch eine deutlich bessere körperliche und seelische Verfassung bescheinigt.

Anzeige symplr (1)
Vor mehr als zehn Jahren startete die Vallecas-Studie in Spanien, an der weit über 1000 Menschen jenseits der 70 ohne neurologische oder schwere psychiatrische Störungen teilnehmen. Das Studienteam bittet die Senioren einmal im Jahr zu Tests und Untersuchungen, darunter auch MRT-Scans des Gehirns. Ziel des Gesamtprojektes ist es, frühe Anzeichen für kognitive Beeinträchtigungen und beginnende Demenz zu identifizieren.

Zusammen mit spanischen Kollegen wertete der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Christian Gaser vom Universitätsklinikum Jena jetzt im Projekt erhobene MRT-Daten zur Hirnstruktur aus und interessierte sich dabei vor allem für Super-Ager. So werden Menschen im Alter von 80 Jahren und älter bezeichnet, wenn sie über eine Gedächtnisleistung verfügen, die eigentlich für 30 Jahre jüngere Menschen typisch ist. Die Analyse ging der Frage nach, warum Super-Ager anders altern als die Mehrheit der Bevölkerung.

Mithilfe eines Gedächtnistests filterte das Studienteam 64 Super-Ager aus der gesamten Kohorte und stellte ihnen 55 ältere Erwachsene mit alterstypischer Gedächtnisfunktion gegenüber. In diesen Gruppen verglichen die Wissenschaftler die Hirnstrukturscans, Testergebnisse und Laborwerte, die im Schnitt über mehrere Jahre erhoben wurden. “Diese Studie ist eine der bisher größten Beobachtungsstudien über Super-Ager und die erste, die die Gehirnstruktur von Super-Agern im Laufe der Zeit untersucht”, sagt Christian Gaser und erklärt, dass dieses Längsschnittdesign der Studie entscheidend ist, um zu verstehen, warum Super-Ager anders altern.

Graue Substanz im Gehirn nimmt langsamer ab
Im Ergebnis wurden frühere Studien bestätigt, die zeigten, dass die Gehirne von Super-Agern mehr graue Substanz haben als typisch alternde Erwachsene. Die aktuelle Analyse ergab zudem, dass bei Super-Agern die graue Substanz in Schlüsselbereichen des Gehirns im Laufe von fünf Jahren insgesamt langsamer abnahm als bei der Vergleichsgruppe. Die Konzentration von Demenz-Biomarkern im Blut war dagegen in beiden Gruppen ähnlich. „Wir schließen daraus, dass es nicht einfach bessere Bewältigungsmechanismen sind, die Super-Ager vor altersbedingtem Gedächtnisverlust bewahren, sondern dass sie widerstandsfähiger gegen altersbedingte Veränderungen der Hirnstruktur sind“, so Christian Gaser. „Die genauen Gründe dafür sind jedoch noch unklar."

Unter insgesamt 89 demografischen, lebensstilbezogenen und klinischen Faktoren suchten die Forscher schließlich mit einem maschinellen Lernmodell nach denjenigen, die mit Super-Agern in Verbindung stehen. Dabei zeigte sich, dass Super-Ager über eine bessere geistige Gesundheit und mehr Mobilität verfügen als andere in ihrer Altersgruppe. "Allerdings war das Modell nur in zwei Dritteln der Fälle in der Lage, Super-Ager von typischen älteren Erwachsenen zu unterscheiden", so Gaser. Dies deutet darauf hin, dass das Superaging möglicherweise durch zusätzliche genetische Faktoren beeinflusst wird.

Gaser merkt an, dass es nicht klar ist, ob alle Menschen das Potenzial haben, Super-Ager zu werden. Er betont jedoch, dass lebenslanges Lernen, soziale Aktivitäten, ein aktiverer Lebensstil und die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit im täglichen Leben dazu beitragen können, dass man ein Super-Ager werden kann. "Ein aktiverer Lebensstil in der Lebensmitte und Aktivitäten wie das Spielen eines Instruments sowie die Aufrechterhaltung der Beweglichkeit und Kontrolle des Bluthochdrucks und des Blutzuckerspiegels könnten dazu beitragen, ein gesundes Gedächtnis im Alter zu erhalten", sagt er.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Real Human
06.08.2023, 11:50 Uhr
Besser ein No-Ager als ein Super-Ager??
Seit Beginn der Neuzeit, die etwa von 1492 bis 1789 klassisch (eurozentrisch) zeitlich festgelegt wird, verbreiteten sich bildliche Darstellungen vom JUNGBRUNNEN als Quelle einer ewigen Jugend und sogar eines ewigen Lebens. Allgemein bekannt sollten eigentlich noch die künstlerischen Darstellungen von Lucas Cranach dem Älteren (1546) oder Hans Sebald Beham (um 1500) sein. Nachdenklicher sind schon Filme wie „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, in dem ein greisenhaftes Baby geboren wird, dessen biologische Uhr aber rückwärts tickt.

Ernsthafter mit dem Altern setzt sich der äußerlich etwas an Ras-Putin :–) erinnernde Aubrey de Grey auseinander. Er glaubt an die Möglichkeit einer molekular-genetischen Umprogrammierung von Lebewesen mit der Möglichkeit, die biologische Uhr beträchtlich zu verlangsamen.

Wer sich intensiver mit dem Problem auseinandersetzen will, dem empfehle ich als systematischen Einstieg den Wikipedia-Artikel „Unsterblichkeit“ mit den vielen tiefer gehenden Links.

„Die Idee der Unsterblichkeit gehört in nahezu allen Religionen zum festen Glaubensbestand.“, heißt es dort. Aber stellen Sie sich mal vor, Sie werden nach Ihrem Tode immer wieder neu geboren! Hinduismus und Buddhismus beschäftigen sich damit und betrachten den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten als nicht erstrebenswert, da er ewiges Leiden verursacht. Der Ausweg ist das Nirwana (Erlöschen, Verwehen).

Die Romane „Replay – Das zweite Spiel“ von Ken Grimwood und z.B. auch „Die vielen Leben des Harry August“ von Claire North (Catherine Louise Webb) führen das Thema Reinkarnation unterhaltsam aus. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist verglichen damit nur eine seichte Komödie.

Also, bleibt alle möglichst lange gesund – vor allem im Kopf! – und hoffen wir, dass aus Ras-Putin nicht noch dwa-, tri-, … Putins werden?–)
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)