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Do, 10:21 Uhr
02.11.2023
631.000 Überstunden – 221.000 für „umsonst“

„Fleiß-Pegel“ des Jahres für den Unstrut-Hainich-Kreis

Es ist der „Fleiß-Pegel“ vom Unstrut-Hainich-Kreis: Rund 631.000 Überstunden haben die Menschen im Unstrut-Hainich-Kreis im vergangenen Jahr am Arbeitsplatz zusätzlich geleistet. Davon 221.000 Arbeitsstunden zum Nulltarif – ohne Bezahlung...

Das geht aus dem „Überstunden-Monitor“ vom Pestel-Institut hervor. Die Wissenschaftler haben dabei die „Plus-Stunden im Job“ im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) untersucht.

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Ein pikantes Ergebnis aus dem „Überstunden-Monitor“: „Alle Beschäftigten zusammengenommen haben den Unternehmen im Unstrut-Hainich-Kreis durch unbezahlte Mehrarbeit rund 3,18 Millionen Euro quasi ‚geschenkt‘. Und das ist schon äußerst sparsam – nämlich nur auf Mindestlohn-Basis – gerechnet“, sagt Jens Löbel von der NGG Thüringen. Außerdem sei der Überstunden-Berg auch ein Gradmesser für den „massiven Fachkräftemangel“.

„Allein in Hotels, Restaurants und Gaststätten leisteten die Beschäftigten im vergangenen Jahr im Unstrut-Hainich-Kreis rund 14.000 Überstunden. 5.000 davon ohne Bezahlung – quasi für umsonst“, so das Pestel-Institut. Die Wissenschaftler haben bei ihrer Untersuchung aktuelle Mikrozensusdaten ausgewertet. Basis der Überstunden-Berechnung ist die Übertragung von Branchen-Durchschnittswerten auf die Beschäftigungsstruktur vom Unstrut-Hainich-Kreis.

Mit Blick auf die Überstunden warnt die NGG Thüringen: Hotellerie und Gastronomie könnten nicht dauerhaft auf die „Goodwill-Überstunden“ ihrer Beschäftigten bauen. „Es wird höchste Zeit, das Fachkräfte-Loch zu stopfen, das die Corona-Pandemie noch vergrößert hat. Das klappt allerdings nur, wenn Hotels und Restaurants bereit sind, attraktive Löhne zu bezahlen. Perspektivisch muss der Gastro-Startlohn für eine Köchin oder einen Restaurantfachmann nach der Ausbildung bei 3.000 Euro pro Monat für einen Vollzeitjob liegen“, so Jens Löbel. Dieses „Lohn-Ziel“ müsse die Gastro-Branche Schritt für Schritt erreichen. Nur dann werde es gelingen, junge Menschen für eine Ausbildung im Hotel oder Restaurant zu gewinnen.

Das Gastgewerbe erlebe gerade einen regelrechten „Fachkräfte-Schwund und Mini-Job-Schub“. Ob in der Küche, im Service, an der Hotelrezeption oder an der Bar: „Die Branche versucht, fehlende Fachkräfte immer häufiger durch angelernte Beschäftigte zu ersetzen“, berichtet der Geschäftsführer der NGG Thüringen. Mittlerweile seien 41 Prozent der Gastro-Beschäftigten im Unstrut-Hainich-Kreis Mini-Jobber.
Autor: red

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