Sie gehört für die Landwirtschaft im Norden Thüringens zur Tradition – die es so in dieser Form nicht noch einmal gibt. Die Volksbank ist gewachsen, bekam Teile der Mitte und des Thüringer Westens dazu. Heute gab es die 21. Auflage dieses Treffens im Burghof des Kyffhäusers...
Ministerin Boos-John, Vorstand Herbst (Foto: nnz)
Peter Herbst, der Vorstand der VR Bank in Thüringen, verzichtete in diesem Jahr auf den allgemeinen Rundumschlag zur Politik im Allgemeinen und die Finanzwelt im Besonderen und machte die Bühne im Burghof unterhalb des Kyffhäuser-Denkmals sogleich für die neue Thüringer Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und ländlicher Raum, Colette Boos-John, frei.
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Boos-John ging in ihrem Statement zunächst auf die allgemeine Wirtschaftssituation in Thüringen und in Deutschland ein. Die Lage sei so schlecht wie kurz nach der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr und überhaupt seien Putin, Trump und China an allem schuld. Es waren gleich am Anfang die allbekannten Plattitüden, die in der Feststellung ausuferten, dass gerade die aktuellen starken Männer in der globalen Welt einen Verteidigungsmodus in Deutschland erforderten.
Doch von der Verteidigungsfähigkeit nun zur Landwirtschaft im Freistaat. Die sei natürlich auch weiterhin vom mittelfristigen Finanzrahmen der EU abhängig und deren künftiger Fördermittelpolitik. Die Ministerin, die sich als Vegetarierin outete, deutete an, dass sich die Einkommenssituation der mitteldeutschen Landwirte nicht gerade verbessern werde, weil die Unterstützung selektiver werde. Gießkanne ade. Trotzdem werde die Thüringer Landesregierung alles tun, damit die Benachteiligung der ostdeutschen Bauernschaft nicht übermäßig werde.
Darüber hinaus mussten sich die Gäste von Mackenrode bis Gerstungen den Zustand der Natur anhören, die vom weitergehenden Artensterben bedroht sei. Dagegen soll ein Netzwerkprojekt helfen, das sich aus der Bauernschaft und den bekannten Naturschutzverbänden wie NABU, BUND oder Ökoherz zusammensetzen soll. Die Euphorie in den Gesichtern der Landwirte war durchaus von Skepsis geprägt. Vielleicht hätte man die knappe Viertelmillion Euro an anderer Stelle ausgeben können.
Blick in den Burghof (Foto: nnz)
Tierwohl und Wettbewerbsfähigkeit sollen künftig als Einklang mehr Aufmerksamkeit seitens der Politik finden. Hochwertige Lebensmittel sollen auch in Zukunft produziert werden – eine hochbrisante Gemengelage, die eine Transformation erfordern. Zum Beispiel bei der Anwendung smarter Technologien, wie Boos-John ausführte und eine Reduzierung von Pflanzenschutzmittel erfordere.
Zum Ende der Ausführung gab es den Dank an die Zuhörenden für deren Aufmerksamkeit. Mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Biodiversität auf der einen Seite, auf der anderen Seite sollte aber auch kein Hoftor geschlossen werden. In der anschließenden Diskussion gab es eine Wortmeldung aus der Nordthüringer Bauernschaft. Dazu mehr in einem gesonderten Beitrag.
Den zweiten Vortragsteil übernahm Prof. Dr. Holger B. Deising von der Martin-Luther-Universität. Sein Thema: Das Gift in unserer Nahrung: Wie toxisch sind der integrierte und der biologische Pflanzenschutz. Peter-Stefan Greiner
"Die Lage sei so schlecht wie kurz nach der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr und überhaupt seien Putin, Trump und China an allem schuld. Es waren gleich am Anfang die allbekannten Plattitüden, die in der Feststellung ausuferten, dass gerade die aktuellen starken Männer in der globalen Welt einen Verteidigungsmodus in Deutschland erforderten."
"Darüber hinaus mussten sich die Gäste von Mackenrode bis Gerstungen den Zustand der Natur anhören, die vom weitergehenden Artensterben bedroht sei. Dagegen soll ein Netzwerkprojekt helfen, das sich aus der Bauernschaft und den bekannten Naturschutzverbänden wie NABU, BUND oder Ökoherz zusammensetzen soll. Die Euphorie in den Gesichtern der Landwirte war durchaus von Skepsis geprägt. Vielleicht hätte man die knappe Viertelmillion Euro an anderer Stelle ausgeben können."
-> Jeder weiß, was das Publikum (Landwirte) ob der Vorträge gedacht hat.
"Jeder weiß, was das Publikum (Landwirte) ob der Vorträge gedacht hat."
Das glaube ich kaum. Die Landwirte sind nämlich genau so heterogen, wie andere Berufsgruppen. Da gibt es nämlich einige, die sich bewusst sind, dass immer größere Monokulturen, immer größere Ställe und immer mehr Chemie und Gülle auf den Feldern keine Lösung für die Zukunft sein können. Auch denen ist aufgefallen, dass es nur noch 1/3 so viele Vögel bei uns gibt, wie vor 30 Jahren.
Und dann gibt es auch die anderen, denen es nur um ihr Geld geht. Auch das ist verständlich, kann aber nicht der alleinige Maßstab für die Politik sein.
Neue Ministerin in Erfurt und genau der gleiche Senf, oder besser Unfähigkeit, wie vorher. Schuld sind immer die Anderen und das Lied von der nötigen Hochrüstung kann man schon langsam nicht mehr hören. Die vielen Bauernproteste hat man einfach sich tot laufen lassen aber Hilfe wird es aus fadenscheinigen Gründen nicht geben. Eben typisch Deutschland zur Zeit.
die nnz lässt schon jede Menge Kommentare durch, wo man ab und an mal schluckt und sich fragt, "ist das tatsächlich noch durch 'Meinungsfreiheit' abgedeckt?" Beispiele erspare ich mir, jeder weiß, worum es geht.
Wenn also tatsächlich mal ein Kommentar gesperrt wird, dann sollten Sie sich vielleicht eher fragen, was Sie für einen Stiefel zusammengeschrieben haben, dass er nicht einmal von der nnz veröffentlicht werden kann.
"Meinungsfreiheit" bedeutet nur, dass jeder seine Meinung offen sagen kann, sie bedeutet jedoch nicht, dass sie deshalb auch von anderen geteilt oder gar weiterverbreitet werden muss.
wenn der Kommentar freigeschaltet würde, könnten Sie sich ein Bild machen und dann eventuell auch zu einem Urteil kommen, das dem Namen gerecht würde und nicht auf Mutmaßungen und Unterstellungen basiert. Der Kommentar erdreistete sich einer (neuerlichen) Kritik am Autor und dessen eigenwilliger Interpretation journalistischer Herangehensweise.