Mo, 10:00 Uhr
12.05.2025
uhz im Gespräch mit Polizeirat Marcus Bürgel
Prävention durch Präsenz bei Vandalismus
Polizeirat Marcus Bürgel ist seit September vorigen Jahres Leiter der Polizeiinspektion Mühlhausen und zuständig für den gesamten Landkreis. Einen Arbeitstag pro Woche verbringt der gebürtige Erfurter in der Polizeistation von Bad Langensalza. Hier traf ihn die uhz zu einem Gespräch …
Thema unserer Unterhaltung war der immer wieder festzustellenden Vandalismus in Kuranlagen und anderen öffentlichen Räumen der Rosenstadt, die zu Verwüstungen und Zerstörungen führen. Wie schätzt der leitende Polizist des Landkreises die Lage ein, wollten wir wissen.
Vom kriminellen Geschehen her sieht es in Bad Langensalza ganz allgemein noch recht gut aus, wenn man Vergleiche mit beispielsweise Weimar oder Eisenach heranzieht., sagte Marcus Bürgel und stellt gleich klar, dass trotzdem jeder Einzelfall ärgerlich und zu untersuchen ist, wenn er zur Anzeige gebracht wird. Besonders in einer Kurstadt mit vielen Gästen und Touristen sind solche Vorfälle von Zerstörungen sehr unangenehm, weiß er. Dem Rechnung tragend habe Bad Langensalza auch zwei Kontaktbereichsbeauftragte (KOBB), was es in anderen Städten dieser Größenordnung nicht gäbe.
Es käme bei der Betrachtung von Gefahrenlagen immer auf die Relationen an und die Kreisstadt Mühlhausen, die 60 Prozent der Kriminalität im Landkreis produziert, habe auch nur zwei KOBBs. Zur Kontrolle städtischer Anlagen und zur Abschreckung von potentiellen Tätern gibt es in Bad Langensalza mindestens eine Streifenbesatzung, die auch nachts im Einsatz ist und stichpunktartig soziale Brennpunkte oder auch die Parkanlagen überprüft. Dauerhafte Präsenz heißt das in der polizeilichen Fachsprache, allerdings richtet die sich auch auf den Straßenverkehr in und um die Stadt. So ärgerlich und frustrierend Sachbeschädigungen wie zerstörte Bänke und abgeknickte Bäume auch seien, sie treten nicht so häufig auf, dass die Polizei hier Veranlassung sieht, die Beobachtungsaufgaben auszuweiten. Der Polizeirat betonte geichzeitig, dass es einen großen Unterschied mache, ob drei Sträucher am Stadtrand malträtiert würden oder Grünanlagen im öffentlich prädestinierten Raum wie einer Kuranlage. Wir reden hier von besonders schweren Sachbeschädigungen, die laut Paragraph 4 der Strafprozessordnung als Sachbeschädigung von verschönernden Dingen mit Haftstrafen bis zu drei Jahren belegt werden können. Wir als Polizei sind bemüht jeden Täter der Justiz zur Bestrafung zuzuführen, ergänzt der Chefpolizist des Landkreises.
Allerdings müssen die Beobachtungen der Bevölkerung auch angezeigt werden, damit ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden kann. Seine Beamten seien im Durchschnitt pro Wochenende bei 60 - 70 Einsätzen gefordert. Aus den Bad Langensalzaer Parks gab es in den letzten drei Jahren aber nur 12 Anzeigen, sagt die polizeiliche Statistik.
Für die Zukunft sieht Marcus Bürgel die beste Prävention durch die Präsenz seiner Beamten. Er verwies jedoch auf die Schwierigkeiten für eine vorbeugende Ansprache an Zielgruppen, da es diese konkrete Zielgruppe bei Zerstörungsakten nicht gibt. Wo Parks und Anlagen nachts verschlossen werden können, sollte das unbedingt geschehen, des Weiteren müssten die Bürger immer wieder sensibilisiert werden, beherzt einzuschreiten, wenn sie Zeugen von Straftaten werden. Oder zumindest die Polizei darüber informieren. In Bad Langensalza speziell gehen die KOBBs auch gemeinsam mit dem städtische Ordnungsamt auf Streifengänge, was die Hemmschwelle für Randalierer erhöhen soll.
Zwanzig Polizeibeamte arbeiten in Bad Langensalza im Schichtdienst rund um die Uhr, um aufzuklären und abzuschrecken. Eine Erhöhung der momentan gezeigten Präsenz in den Grünanlagen der Kurstadt könne Polizeirat Bürgel aber erst bei gehäuften Fällen schwerer Sachbeschädigung veranlassen. Denn das Verbrechen schläft nicht und ist auf vielen anderen Ebenen täglich und vor allem nachts unterwegs.
Olaf Schulze
Autor: oschThema unserer Unterhaltung war der immer wieder festzustellenden Vandalismus in Kuranlagen und anderen öffentlichen Räumen der Rosenstadt, die zu Verwüstungen und Zerstörungen führen. Wie schätzt der leitende Polizist des Landkreises die Lage ein, wollten wir wissen.
Vom kriminellen Geschehen her sieht es in Bad Langensalza ganz allgemein noch recht gut aus, wenn man Vergleiche mit beispielsweise Weimar oder Eisenach heranzieht., sagte Marcus Bürgel und stellt gleich klar, dass trotzdem jeder Einzelfall ärgerlich und zu untersuchen ist, wenn er zur Anzeige gebracht wird. Besonders in einer Kurstadt mit vielen Gästen und Touristen sind solche Vorfälle von Zerstörungen sehr unangenehm, weiß er. Dem Rechnung tragend habe Bad Langensalza auch zwei Kontaktbereichsbeauftragte (KOBB), was es in anderen Städten dieser Größenordnung nicht gäbe.
Es käme bei der Betrachtung von Gefahrenlagen immer auf die Relationen an und die Kreisstadt Mühlhausen, die 60 Prozent der Kriminalität im Landkreis produziert, habe auch nur zwei KOBBs. Zur Kontrolle städtischer Anlagen und zur Abschreckung von potentiellen Tätern gibt es in Bad Langensalza mindestens eine Streifenbesatzung, die auch nachts im Einsatz ist und stichpunktartig soziale Brennpunkte oder auch die Parkanlagen überprüft. Dauerhafte Präsenz heißt das in der polizeilichen Fachsprache, allerdings richtet die sich auch auf den Straßenverkehr in und um die Stadt. So ärgerlich und frustrierend Sachbeschädigungen wie zerstörte Bänke und abgeknickte Bäume auch seien, sie treten nicht so häufig auf, dass die Polizei hier Veranlassung sieht, die Beobachtungsaufgaben auszuweiten. Der Polizeirat betonte geichzeitig, dass es einen großen Unterschied mache, ob drei Sträucher am Stadtrand malträtiert würden oder Grünanlagen im öffentlich prädestinierten Raum wie einer Kuranlage. Wir reden hier von besonders schweren Sachbeschädigungen, die laut Paragraph 4 der Strafprozessordnung als Sachbeschädigung von verschönernden Dingen mit Haftstrafen bis zu drei Jahren belegt werden können. Wir als Polizei sind bemüht jeden Täter der Justiz zur Bestrafung zuzuführen, ergänzt der Chefpolizist des Landkreises.
Allerdings müssen die Beobachtungen der Bevölkerung auch angezeigt werden, damit ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden kann. Seine Beamten seien im Durchschnitt pro Wochenende bei 60 - 70 Einsätzen gefordert. Aus den Bad Langensalzaer Parks gab es in den letzten drei Jahren aber nur 12 Anzeigen, sagt die polizeiliche Statistik.
Für die Zukunft sieht Marcus Bürgel die beste Prävention durch die Präsenz seiner Beamten. Er verwies jedoch auf die Schwierigkeiten für eine vorbeugende Ansprache an Zielgruppen, da es diese konkrete Zielgruppe bei Zerstörungsakten nicht gibt. Wo Parks und Anlagen nachts verschlossen werden können, sollte das unbedingt geschehen, des Weiteren müssten die Bürger immer wieder sensibilisiert werden, beherzt einzuschreiten, wenn sie Zeugen von Straftaten werden. Oder zumindest die Polizei darüber informieren. In Bad Langensalza speziell gehen die KOBBs auch gemeinsam mit dem städtische Ordnungsamt auf Streifengänge, was die Hemmschwelle für Randalierer erhöhen soll.
Zwanzig Polizeibeamte arbeiten in Bad Langensalza im Schichtdienst rund um die Uhr, um aufzuklären und abzuschrecken. Eine Erhöhung der momentan gezeigten Präsenz in den Grünanlagen der Kurstadt könne Polizeirat Bürgel aber erst bei gehäuften Fällen schwerer Sachbeschädigung veranlassen. Denn das Verbrechen schläft nicht und ist auf vielen anderen Ebenen täglich und vor allem nachts unterwegs.
Olaf Schulze
