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Fr, 10:42 Uhr
11.07.2025
Prognos-Zukunftsatlas 2025

Hat Nordthüringen überhaupt noch eine Chance?

Die Veröffentlichung des Prognos-Zukunftsatlas in der nnz hat gestern eine intensive Diskussion ausgelöst. Auf Bitte der nnz-Redaktion hat Prognos noch einige detaillierte Daten zu den vier Nordthüringer Landkreisen zusammengestellt...

Das war im Jahr 2022: Der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) besuchte einen damaligen Leuchtturm: Maximator an der Darre: Aktuell soll sich das Unternehmen von rund 50 Mitarbeitern trennen. (Foto: nnz-Archiv) Das war im Jahr 2022: Der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) besuchte einen damaligen Leuchtturm: Maximator an der Darre: Aktuell soll sich das Unternehmen von rund 50 Mitarbeitern trennen. (Foto: nnz-Archiv)
Wie das einst so üblich war und bei anderen Medien immer noch ist, wollen auch wir mit der positive Nachricht beginnen: Die betrifft aus der Analyse der Zahlen, Daten und Fakten einzig den Landkreis Eichsfeld.

Der Landkreis Eichsfeld hat gegenüber der Ausgabe des Zukunftsatlas aus dem Jahr 2022 einen deutlichen Sprung nach oben im Gesamtranking gemacht. Die Eichsfelder verbesserten sich um 50 Plätze nun auf den 290. Rang und wurden in die fünfte Zukunftsklasse (ausgeglichene Chancen/Risiken) eingestuft. Alle anderen Landkreise im Norden des Freistaates werden in die achte, und damit schlechteste Klasse (8) eingestuft. Das bedeutet, aus Sicht von Prognos bestehen für den Unstrut-Hainich-Kreis, den Kyffhäuserkreis und den Landkreis Nordhausen sehr hohe Risiken für die weitere wirtschaftliche Zukunft.

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Diese Zahlen werden flankiert von einem Blick auf Demographie und Soziale Lage. Hier kommen die Wirtschaftsexperten zu folgender Einschätzung: "Mit einer Veränderung von +3,4% von 2022 zu 2023 verzeichnet der Landkreis Eichsfeld das höchste Bevölkerungswachstum von allen 400 Kreisen. In den anderen Kreisen ist die Bevölkerungsanzahl gesunken, besonders im Unstrut-Hainich-Kreis, der mit einem Minus von 4% auf Platz 400 beim Bevölkerungswachstum liegt."

Auch bei der Veränderung des Anteils der Einwohner sind Landkreis Eichsfeld und im Unstrut-Hainich-Kreis starke Gegensätze: "Im Landkreis Eichsfeld ist der Anteil um 3,6% zurückgegangen (Rang 16), im Unstrut-Hainich-Kreis um 5,2% gestiegen (Rang 347). Der Anteil junger Erwachsener ist in allen Kreisen unterdurchschnittlich niedrig."

Noch deprimierender lassen sich die Zahlen im punkto Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmarkt beschreiben. In der Analyse von Prognos und Handelsblatt heißt es: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich zwischen 2017 und 2022 in allen Kreisen eher unterdurchschnittlich entwickelt. Außer in Eichsfeld ist die Beschäftigungsentwicklung (2021 – 2024) in allen Kreisen negativ. Die Arbeitslosenquote lag in Eichsfeld 2024 unter dem deutschlandweiten Durchschnitt, in allen anderen Kreisen jedoch teils deutlich darüber (insb. Kyffhäuserkreis 8,1% und Nordhausen, 8,2%, gegenüber dem Bundesdurchschnitt 5,8%)."

Und es kommt noch schlimmer: "Es fehlen digitale Impulsgeber. Zudem ist die Schulabbrecherquote in allen Landkreisen, mit Ausnahme von Eichsfeld, sehr hoch (um die 12%, gegenüber 6,7% im Bundesdurchschnitt). Es werden nur wenige Unternehmen gegründet und die Anzahl von Top Unternehmen ist gering, ebenso wie der Anteil der Beschäftigten in Zukunftsbranchen."
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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Kommentare
Filzstift und Lineal
11.07.2025, 12:06 Uhr
NDH - Versagen ist lokal verursacht
Der Vergleich zum Eichsfeld zeugt: Das Versagen der Region Nordhausen ist lokal bedingt. M.E. liegt es am "Nordhäuser System" der "Eliten": Posten - von Politik bis Wirtschaft - werden ausschließlich innerhalb dieses Systems vergeben, eine Bestenauswahl gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr.

Allerdings: Der Bürger hats so gewollt, er wählt immer wieder diesen Sumpf. 🧐
Totofino
11.07.2025, 13:21 Uhr
An dieser Entwicklung
trägt seit 1990 hauptsächlich die CDU Schuld, Ostdeutschland wurde nur ausgeblutet (außer ein paar "Leuchttürmen"), inklusive Westberlin leben hier30 Prozent weniger Menschen seit der Wende, die jüngeren ab 55 abwärts sind zu einem großen Teil in den Westen abgewandert. Das ist auch ein Grund für die Überalterung.
Dass das Eichsfeld z.B. niedrigere Arbeitslosenzahlen hat, hat auch seine Ursache darin, dass viele in das wirtschaftlich besser dastehende Hessen pendeln
free Gigi
11.07.2025, 13:34 Uhr
System NDH
Geklüngel sowie linksgrüne Politik haben zum Niedergang beigetragen.
P.Burkhardt
11.07.2025, 15:06 Uhr
Also....
....wenigstens für die hohe Schulabbrecherquote und die nicht vorhandenen Zukunftsbranchen kann die Politik nix... liegt wohl doch m.M.n. irgendwie an dieser Gegen-Alles-Mentalität...🤷‍♂️

Ist ja auch logisch:

Klein Maiky: Ich würde ja gerne lernen, aber meine Eltern sagen, das Bildungssystem wäre Mist ! Also lasse ich es !

Groß Kevin: Ja, diese Zukunftsbranchen wären schon toll, aber meine Eltern sagen, erneuerbare Energien sind Mist, KI ist Quatsch und E-Autos sind auch doof...

Wundert sich hier echt irgendwer, dass NDH auf der Stelle tritt ?
alf-gordon
11.07.2025, 15:52 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema. Verstehen wir nicht.
Kritiker86
12.07.2025, 07:20 Uhr
Jetzt
wurde das bestätigt, was mein Gefühl seit Jahren schon in dieser Stadt ist. Wenn man nicht ganz Blind durch diese Stadt geht, die einst in den 90er und 2000 noch ganz gut da stand, sieht man den Verfall jetzt deutlich. Der Jahr für Jahr zunimmt. Und in den nächsten 10 Jahren zur Katastrophe führen wird. Wer keine Arbeit hier bekommt, den kann ich nur empfehlen, bloß weg hier. Einen Bürgermeister zu wählen zum 2.mal, der die Stadt ruiniert hat, nur um eine AFD zu verhindern, ist echt absolut irre. Aber gut, die knappe Mehrheit wollte dies so. Also soll sie jetzt auch die Konsequenzen spüren. Der Anfang vom Ende ist gemacht, wir werden wieder leben, wie es sich bisher keiner mehr vorstellen konnte. Wartet noch ein bisschen ab.
Jäger53
12.07.2025, 07:35 Uhr
Nordhausen
In Nordhausen ist es wie im Bundestag. Es haben Leute das sagen die keinerlei Ahnung von Ihrer zu machenden Arbeit haben. Man muss viel zu oft dann auf sogenannte Fachleute zurück greifen. Und diese Personen kassieren dann richtig ab. Es währe nicht schlecht gewesen mehr auf die AfD schon vor einem Jahr gehört zu haben. Ich bin kein AfD Wähler.
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