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Sa, 08:00 Uhr
21.03.2026
Das Wort zum Wochenende

Wirklich keine Zeit?

Zukunftsforscher haben uns vor Jahrzehnten vorgeschwärmt, in welchem Glück wir heute leben würden. Zum Beispiel brächten wir nur wenige Stunden am Tag einer festen Arbeit nachgehen – den großen Rest hätten wir viel Zeit, unseren eigenen Dingen und Vorlieben nachzugehen. Trotz allem Fortschritt – heute scheinen wir weniger Zeit zu haben als zuvor. Kann das stimmen?
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Der normale Tag hat immer noch seine 24 Stunden. Und sicherlich: Statt uns für mehr Freizeit freizusetzen, müssen nach wie vor viele Stunden an Arbeit für unseren Lebensunterhalt aufgebracht werden. Unser Lebensstil mit tatsächlich mehr Annehmlichkeiten hat eben seinen Preis. Aber bei genauerem Hinsehen müssen wir wahrnehmen, dass unsere Zeit in erheblichem Maße von zusätzlichen Zeitdieben okkupiert wird.

Schon vor Jahrzehnten wurde von manchem darauf hingewiesen, dass durch die Eroberung unserer Wohnstuben durch das Fernsehen wir uns mehr und mehr für die Schicksale von jenseits der Mattscheibe und andere TV-Angebote zu interessieren begannen - nicht so stark für die Geschicke unserer Mitmenschen um uns herum. Kein Wunder, dass das Gemeinwohl vor Ort darunter leidet.

Und heute? Statistiken von 2024 sagen: Im Durchschnitt schauen wir Deutschen drei Stunden fern und benötigen noch zusätzlich 1, 5 bis 2 Stunden für unsere Aktivitäten in den Sozialen Medien. Im Durchschnitt! Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielt das Fernsehen nicht mehr die große Rolle, sie tummeln sich aber viel, viel mehr auf Instagramm, TicToc, Youtube und Co. - oft drei Stunden und darüber hinaus.

Abgesehen von vielen fragwürdigen Inhalten (anderes ist ja durchaus auch nützlich) - allein die durchschnittlichen fünf Stunden täglich sind eine erhebliche Lücke in der aktiven (!) Gestaltung unserer eigenen Lebens und Umfeldes.

Es fehlt also oft nicht an Zeit, sondern an ihrer bewussten Gestaltung. Ich lese: Der amerikanische Pfarrer John Mark Comer und seine Familie üben sich mit ihrer Gemeinde in einer Neugestaltung ihres Lebens. Neben anderen Maßnahmen bleiben einmal in der Woche 24 Stunden Bildschirme dunkel, werden Smartphones vor sich selbst weggesperrt. Diese Zeit widmen sie sich selbst und einander - und Gott.

Und sie berichten: Es ist wie ein Atemholen der Seele, eine wohltuende Insel inmitten einem aufgewühltem Meer. Mit Wirkung auch auf ihren Alltag. Mancher Zeitdieb verliert darüber seine unwiderstehliche Macht. Ich nehme ihnen das ab. Mach den siebenten Tag zu etwas Besonderen, fordern uns die jüdische und christliche Tradition schon immer auf. Ich finde - auch heute mit gutem Recht!

Ein gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Andreas Möller aus Körner.
Autor: red

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