Nie zuvor war die Preisdifferenz für Autofahrerinnen und Autofahrer an den Tankstellen im Tagesverlauf so groß wie aktuell. Wie eine ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise im Mai 2026 von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland zeigt, lag die Preisdifferenz zwischen dem Höchststand und dem Tiefststand eines durchschnittlichen Tages deutlich über den Werten des Vorjahres...
Die Differenz belief sich auf 14,6 Cent je Liter bei Super E10 und sogar 18,4 Cent je Liter bei Diesel. Für beide Kraftstoffsorten ergibt sich damit eine neue Rekorddifferenz: So registrierte der ADAC im Mai 2025 für Super E10 den bisherigen Rekordunterschied von 12,5 Cent, für Diesel im Mai 2022 die größte Differenz von 16,7 Cent. Auch vor vier Jahren wurden die Spritpreise ähnlich wie heute durch kriegsbedingte Sondereffekte geprägt, damals infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine.
ADAC Tankstellenbericht (Foto: ADAC)
Von den im Tagesverlauf niedrigsten Spritpreisen können die Verbraucher regelmäßig kurz vor der Mittagszeit profitieren. Nur um 12 Uhr dürfen die Tankstellen seit der Einführung des sogenannten Österreich-Modells Anfang April die Kraftstoffpreise anheben, danach dürfen sie bis zum nächsten Tag um 12 Uhr nur noch gleichbleiben oder gesenkt werden. Nach dem einmaligen Preissprung um 12 Uhr fallen die Spritpreise kontinuierlich und sinken bereits gegen 17.30 Uhr unter den Tagesdurchschnittspreis. Gegen 22 Uhr sowie um Mitternacht sind im bundesweiten Durchschnitt leichte Preisanstiege festzustellen, da dann viele Tankstellen schließen, die nicht rund um die Uhr geöffnet haben, aber meist etwas günstiger sind.
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Nach einer stabilen Preisphase während der Nacht sinken ab 5 Uhr morgens die durchschnittlichen Kraftstoffpreise wieder, wenn die ersten der zuvor geschlossenen und häufig etwas günstigeren Tankstellen wieder öffnen. Autofahrer, die zum günstigsten anstelle des teuersten Zeitpunks im Tagesverlauf tanken, können bei einer 50-Liter Tankfüllung Super E10 im Schnitt 7,30 Euro sparen, für Dieselfahrer lohnt es sich bei einer durchschnittlichen Ersparnis von 9,20 Euro sogar noch mehr.
Laut ADAC sollte das erhebliche Sparpotenzial beim Tanken nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Preisniveau seit Einführung des Österreich-Modells insgesamt gestiegen ist. Der Club sieht sich in seinen Befürchtungen bestätigt, dass die Mineralölkonzerne auf die mangelnde Flexibilität bei Preisanpassungen mit deutlichen Risikoaufschlägen reagieren. Ein Beleg dafür sind die gewaltigen und in der Regel nicht nur durch Ölpreissteigerungen erklärbaren Preissprünge zur Mittagszeit. Die aktuell so großen Unterschiede im Tagesverlauf liegen nicht zuletzt an den extremen Aufschlägen zur Mittagszeit.
Der ADAC empfiehlt den Autofahrerinnen und Autofahrern, fürs Tanken gezielt den günstigsten Zeitpunkt im Tagesverlauf zu nutzen. Wer die neue Tankregel für sich nutzen möchte, kann inzwischen noch deutlicher sparen als vor gut einem Jahr, wenn man den günstigsten und den teuersten Zeitpunkt am Tag gegenüberstellt. Wenn man zusätzlich an einer preisgünstigen Tankstelle tankt, lässt sich der Spareffekt noch weiter steigern. Fahrer von Benzin-Pkw sollten zudem Super E10 statt Super E5 tanken, sofern das Fahrzeug dafür freigegeben ist. So können weitere rund sechs Cent je Liter gespart werden.
Schnelle und praktische Hilfe für Preisvergleiche liefert die Smartphone-App ADAC Drive, die die Preise nahezu aller über 14.000 Tankstellen in Deutschland zur Verfügung stellt. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.
Der eigentümliche Tankrabatt, der nicht die Wurzel des Übels beseitigt, hat nach meiner Beobachtung nun endgültig dazu geführt, dass die Preise noch mehr und noch intensiver Achterbahn fahren. Dagegen ist die Börse ein Ort der Ruhe...
Vielleicht könnte jemand aus der Politik den Verantwortlichen auch mal verklickern, dass um 12 Uhr die Preise erhöht werden dürfen - nicht müssen...
...mittäglichen Preiserhöhung hat lediglich einen Vorteil:
Jeder weiß, wann der Sprit an diesem Tag am günstigsten ist... um 11:59 ! Besser wäre es vielleicht gewesen, die umgekehrte Richtung einzuschlagen: Die Tankstellen dürfen einmal am Tag senken. Das hätte sie dazu gezwungen, zu diesem Zeitpunkt den wirklichen niedrigsten Preis darzustellen, was für mehr Transparenz über die tatsächliche Preispolitik geführt hätte - einen funktionierenden Markt im Sinne der Wirtschaftstheorie vorausgesetzt.
Österreich hat das 2011 eingeführt und es hat dazu geführt, dass die Preise insgesamt gestiegen sind.
Man wusste auch schon vorher wann es bei uns am günstigsten ist. Unter der Woche, gegen Abend. Wenn die durch und durch von der Fossilen Lobby gesponserte Wirtschaftsministerin so eine Regelung durchsetzt dann ist doch von vornherein klar wem hier wirklich geholfen wird.
Die neue Regelung bringt keinen Vorteil und nur den oben genannten Nachteil.
Ein funktionierender Markt ist das nicht weil erstens Oligopol und zweitens unsere Gesellschaft leider aktuell nicht ohne den Sprit funktioniert.
Um davon wegzukommen muss man aber alternativen subventionieren und nicht den Status quo.
..deswegen der Nachsatz zu den funktionierenden Märkten. Ich maße mir nicht an, das beurteilen zu wollen, möglicherweise haben Sie Recht, was aber illegale Preisabsprachen voraussetzen würde, für die es meines Wissens nach bisher keine Beweise gab.
Die gestiegenen Preise (auch in Österreich), haben - so glaube ich - nichts mit den rechtlichen Rahmenbedingungen zu tun, sondern eher mit dem Trump/Netanjahu - induzierten Preisschock.
In der Vergangenheit war es der wahrscheinlich günstigste Preis am Tag - abends unter Woche. Heute ist es der mit Sicherheit günstigste Preis am Tag... ein kleiner Unterschied, wie ich finde.
Tatsächlich müssen wir raus aus der Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe... brauchen - wie Sie richtig schreiben - Alternativen, die es ja mittlerweile auch gibt. Eine Subvention in diese Richtung könnte die Marktdurchdringung beschleunigen - was ja auch passiert.