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Mi, 09:52 Uhr
24.06.2026
15 Jahre Welterbe

Der Hainich ist einzigartig

Am 25. Juni 2011 wurden fünf alte Buchenwälder in Deutschland als Teil des einmaligen Weltnaturerbes von der UNESCO anerkannt. Die Wälder in Grumsin (Brandenburg), Kellerwald (Hessen), Jasmund und Serrahn (beide Mecklenburg-Vorpommern) sowie Hainich (Thüringen) zählen zu den größten und ältesten Buchenwäldern Mitteleuropas...

Seit 2011 stehen sie unter besonderem Schutz. Bundesumweltminister Carsten Schneider sowie die Landesministerien und die beteiligten Schutzgebietsverwaltungen blicken anlässlich des Jubiläums zurück auf eine beeindruckende Entwicklung und zugleich auf die kommenden Herausforderungen.

Bild:
Einzigartiger Wald und Welterbe - der Hainich (Foto: Lisa Mäder)

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Weltnaturerbe Buchenwälder sind weltweit einmalig. Als Schatzkammern der Artenvielfalt stehen sie in einer Reihe mit den Galapagos-Inseln oder dem Great Barrier Reef. Mit den fünf deutschen Buchenwäldern haben wir echte Naturwunder direkt vor der Haustür.“

Thüringens Umweltminister Tilo Kummer unterstreicht die Bedeutung des einzigartigen Buchenwaldgebiets im Nationalpark Hainich: „Der Hainich ist einzigartig. Er hat sich von einem ehemaligen Truppenübungsplatz zu einem Nationalpark verwandelt, in dem keine Panzer mehr rollen, sondern sich die Natur frei entfalten darf. Damit lockt er viele Besucherinnen und Besucher weit über Thüringen hinaus an. Vor Ort, auf den mehr als hundert Kilometer langen Wanderwegen und im Baumkronenpfad, kann man erleben, was eine natürliche Waldentwicklung bedeutet. Das Informationszentrum gibt spannende Einblicke in die Artenvielfalt eines klimarobusten Mischwaldes mit etwa 10 000 Tierarten, darunter Wildkatze und Luchs, Grauammer und Neuntöter sowie seltene Käferarten wie den Juchtenkäfer. Mein Dank geht auch an die Stadt Bad Langensalza als Betreiberin des Baumkronenpfades und an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalparks, die sich heute und an allen anderen Tagen um diesen besonderen Schatz Thüringens kümmern und ihn für alle zugänglich machen.“

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Nationalparkleiter Rüdiger Biehl ergänzt: „15 Jahre UNESCO-Welterbe sind zugleich 15 Jahre sichtbarer Erfolg für den Naturschutz in Thüringen. Wo die Natur sich frei entwickeln kann, entstehen Lebensräume von außergewöhnlicher Vielfalt. Seltene Arten wie Schwarzspecht, Mittel- und Kleinspecht, Hohltaube oder zahlreiche hochspezialisierte Käferarten finden hier optimale Bedingungen. Besonders wertvoll ist das Vorkommen von Urwaldreliktarten wie dem Reitters Strunk-Saftkäfer oder dem Kurzhornschröter. Sie stehen stellvertretend für die einzigartige Dynamik und ökologische Qualität unserer alten Buchenwälder. Gemeinsam mit den vier weiteren deutschen Welterbe-Buchenwäldern tragen wir Verantwortung für ein Weltnaturerbe von außergewöhnlichem universellem Wert, das weit über Deutschland hinaus Bedeutung besitzt.“

Der Nationalpark Hainich lädt im Jubiläumsjahr zu zahlreichen Veranstaltungen ein, darunter Führungen und Forschertage für Familien. Zu den Höhepunkten zählt die Sternwanderung zur Betteleiche am 27. Juni 2026 unter dem Motto „Wege verbinden – 15 Jahre Weltnaturerbe“, die Besucherinnen und Besucher aus verschiedenen Richtungen des Nationalparks zusammenführt. Weitere Informationen hier: https://www.nationalpark-hainich.de

Der Nationalpark Hainich beherbergt mit mehr als 5.000 Hektar die größte nutzungsfreie Laubwaldfläche Deutschlands und gehört zur seriellen UNESCO-Welterbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Die Welterbestätte vereint einzigartige Buchenwälder in ganz Europa. Die fünf deutschen Gebiete sind eine wichtige Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder“, das 2007 von der Slowakei und der Ukraine gegründet wurde, da sie unterschiedliche Höhenlagen – von der Küste bis ins Mittelgebirge – sowie die biogeografische Region der „mitteleuropäischen Buchenwälder“ abdecken und eine große ökologische Vielfalt aufweisen.

Mit 93 Teilgebieten in 18 europäischen Ländern (Stand 2026) handelt es sich um die größte serielle Welterbestätte weltweit. Sie dokumentiert eindrucksvoll die nacheiszeitliche Ausbreitung sowie die ökologische Anpassungsfähigkeit der Rotbuche. Alte, naturnahe Buchenwälder sind heute selten und seit Langem zunehmend bedroht. Ziel des Welterbes ist es daher, diese einzigartigen Wälder dauerhaft zu erhalten, ihre Artenvielfalt zu schützen und ihre natürlichen Prozesse für kommende Generationen zu bewahren.
Autor: red

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