Erster Techno-Gottesdienst begeistert in Mühlhausen
Was für ein Abend in der Mühlhäuser Jugendkirche: Heiße Temperaturen, wummernde Beats aus den Boxen, dichter Bühnennebel und pulsierende Lichteffekte – dazwischen Gebet und Segen. Zum ersten Mal wurde im Kirchenkreis Mühlhausen ein vierstündiges Techno-Gottesdienst-Format gefeiert...
DJ TIEFUNDTON an den Reglern vor dem Altar in der Jugendkirche Mühlhausen/Kirchenkreis Mühlhausen (Foto: Regina Englert)
Das Motto Vollgas, Bass und Freiheit" spiegelte sich in den Tanzenden wider. An den Reglern vor dem Altar standen DJ Tiefundton und JK-SOUNDZ an den Decks. Während JK-SOUNDZ regional fest verankert ist, gilt Tiefundton als etablierter Name in der deutschen Techno-Szene – bekannt für melodische und basslastige Sets. Kirche kann dort sein, wo Menschen leben und ihre Kultur gestalten", betont das Team der Jugendkirche als Gastgeber.
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Wasservernebler und Pavillons im Garten sorgten für Abkühlung, während Seifenblasen, Konfetti und Ballons die Kulisse abrundeten. Es war ein kraftvolles, ehrliches Event mitten im Leben der jungen Generation.
Die Botschaft des Evangeliums ist zeitlos – auch wenn der Bass dazu heute etwas lauter sein darf. Fragte man die Anwesenden, hörte man ausnahmslos begeisterte Antworten und Lob für den Mut, die Organisation und den tollen Sound und ein Wiederholung? Wäre klasse!".
Moderne Sprache für den Glauben: Techno wird dabei nicht zum Selbstzweck, sondern zu einer modernen Sprache, um über Freiheit, Hoffnung und Glauben ins Gespräch zu kommen", erläutert Elisabeth Dauphin von der Jugendkirche. Dass Musik Emotionen weckt, zeigt die evangelische Tradition des Gemeindegesangs bereits seit Martin Luther. Auch Julia Stein, Referentin für die Arbeit mit Kindern, Jugend und Familien im Kirchenkreis, erlebte die Stimmung positiv: Für mich war es ein bunter Gottesdienst mit enorm viel jungem Engagement – von der Gestaltung durch den Trägerkreis bis zur Logistik durch Ehrenamtliche, Freunde und Familien." Der Mut zu Neuem zeigte Wirkung. Wir hatten Menschen in der Jugendkirche, die vorher noch nie da waren und Kirche ganz anders erlebt haben als erwartet. Das war toll!", ergänzt Superintendent Christian Beuchel, den die Beats ebenfalls mitgerissen haben.
Das Format hat Zukunft. Auf die Frage, ob dies der letzte Gottesdienst dieser Art war, antwortet Julia Stein entschlossen: Ich bin sicher, dass das erst der Anfang war. Wir probieren weiter neue Formate aus, denn Gott lässt sich auf viele Arten ehren und feiern!"