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Mi, 14:30 Uhr
09.09.2026
Familienbund Thüringen fordert Bildungsdebatte

Eltern können Probleme im Bildungssystem nicht auffangen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in der heutigen Generaldebatte beim Thema Bildung die Verantwortung der Eltern angesprochen. Wer das angesichts der neuen PISA-Ergebnisse tut, muss sagen, was das im Familienalltag heißen soll...

Bild:
Symbolbild Lernen (Foto: Pixabay-picjumbo_com)


Eltern erziehen ihre Kinder und leisten viel für deren Bildung. Verlässlichen Unterricht und ausreichende schulische Förderung muss dagegen der Staat sichern, diese Aufgabe lässt sich nicht an Familien delegieren. Für Unterrichtsausfall, fehlendes Fachpersonal und unzureichende Förderung können Eltern nicht geradestehen.
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„Eltern begleiten Hausaufgaben, lesen vor, motivieren nach Rückschlägen, gehen zu Elterngesprächen und suchen Hilfe, wenn ihr Kind Schwierigkeiten hat. Viele sorgen sich um die schulische Zukunft ihrer Kinder. Wenn die politische Antwort darauf lautet, Eltern müssten mehr Verantwortung übernehmen, muss man fragen: Was genau sollen sie zusätzlich leisten?", sagt Johannes Döring, Geschäftsführer des Familienbundes der Katholiken im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen.

Für Familien hätte das konkrete Folgen: Sollen sie nach Feierabend den ausgefallenen Matheunterricht nachholen, oder gleich die Arbeitszeit reduzieren, um aufzufangen, was der Lehrkräftemangel liegenlässt? Wer das ernsthaft erwartet, sollte auch sagen, wer den Gehaltsausfall trägt.

„Eltern sind für ihre Kinder da. Aber Zeit, Geld und Fachwissen lassen sich nicht per politischem Appell vermehren. Wer tagsüber arbeitet, übernimmt abends nicht einfach die Aufgabe mehrerer Fachlehrkräfte. Aus der Sorge um das eigene Kind darf keine Pflicht werden, Versäumnisse des Bildungssystems privat auszubügeln", ergänzt Döring.
Autor: emw

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Kommentare
Jäger53
09.09.2026, 18:21 Uhr
Schule
Zu DDR Zeiten hat alles was mit Schule zu tun hatte hervorragend funktioniert. Und kommt mir nicht wieder mit der Stasi. Das ganze Bildungssystem war einfach besser.
Jürgen Pohl
09.09.2026, 21:48 Uhr
Ist ihr Artikel ernst gemeint?
Ich bin wahrlich kein Verfechter des Kanzlers, doch die Rolle der Eltern in der Bildung darf nicht klein geredet werden. Natürlich wünschen wir uns eine Schule wie in der DDR aber ohne Fahnenapell. Doch zu sagen, ich habe gearbeitet und jetzt Feierabend, die Bildung meines Kindes hat der desolate Staat zu übernehmen spricht gegen die Verantwortung der Eltern. Wenn ich ein Kind in diese Welt setzte, dann habe ich die verdammte Pflicht und Schuldigkeit es zu erziehen und zu bilden. Hilft mir dieser elende Staat nicht dabei werden meine Nachmittage kürzer. Dennoch kann ich die Wochenenden dafür einsetzen, dass dieser Staat und die Bildungspolitik besser wird. Einfach zu sagen, der desolate Staat soll, ich habe Feierabend, Pech fürs Kind. Dies kann nicht ernst gemeint sein. Gehen sie in sich.
P.Burkhardt
09.09.2026, 22:33 Uhr
lesen Sie den Artikel lieber...
...nochmal verstehend, Herr Pohl. Dort steht nicht, dass Eltern ihre Kinder nicht erziehen sollen. Dort steht inhaltlich, dass die Bildung in den dafür vorgesehenen Einrichtungen von ausgebildeten Pädagogen passieren soll, weil die Eltern dass zu Hause eben wegen der fehlenden pädagogischen Qualifikation (in den meisten Fällen) gar nicht leisten können... deswegen halte ich die Schulpflicht für wichtig und richtig, auch wenn es da andere Stimmen aus anderen Gründen gibt.

War aber ein netter Versuch 🫡...weswegen ich Ihnen auch ein Däumchen nach oben gegeben habe 😂
Kobold2
10.09.2026, 06:55 Uhr
theoretisch richtig
Herr Pohl, aber praktisch sind die Eltern von heute, das Ergebnis vergangener Pisastudien. Das zunehmend sinkende gesellschaftliche Niveau ist schon lange nicht mehr zu übersehen.
biwa59
10.09.2026, 09:54 Uhr
Denkt jemand an die Kinder?
Herr Pohl, sie appellieren an die Verantwortung der Eltern und wollen den Staat aus der Verantwortung nehmen. Den Staat, der Steuerzahler braucht und Leute, die der alten Generation eine Rente erwirtschaften muss. Sie wollen einen anderen Staat, das ist mir bewusst, aber wenn man die Axt an die Schulpflicht legt, löst das kein Problem.
Ihr Argument, dass die Eltern ihren Feierabend zugunsten der Bildung der Kinder opfern soll, ist doch wohl nicht Ernst gemeint. Wann sollen die Kinder Feierabend haben? In den höheren Klassen gehen sie schon viele Stunden in die Schule, danach Hausaufgaben und denn sollen sie noch einige Stunden Lernen mit den Eltern verbringen? Die Reichen können sich teure Nachhilfe leisten, dann haben die Kinder aber auch kaum noch Zeit für sich und Hobbies, Sport, Freunde usw.
Das gesamte Bildungssystem muss verändert werden, damit es effektiver wird und das Lehren und Lernen Spaß macht. Dann schneiden auch die Schüler*innen in Deutschland wieder besser ab.
nur_mal_so
10.09.2026, 11:29 Uhr
Es gibt doch bereits ganz tolle, konstruktive Vorschläge zum Bildungssystem -
- vom Wahlgewinner in SA: Schulpflicht abschaffen.
Damit müsste doch eigentlich der Großteil der Kommentatoren mehr als glücklich sein.
Lautaro
10.09.2026, 13:53 Uhr
Schulpflicht abschaffen ? Gehts noch ?
Sicher bin ich kein AfD-Fan, aber einige ihrer Forderungen sind nun mal auf der Uhr als 5vor 12 anzusehen.
Die Schulpflicht abzuschaffen gehört sicher nicht dazu. Wer sich so etwas einfallen lässt, ist entweder als Kind von der Schaukel gefallen oder hat ein anderes schlimmes Erlebnis gehabt.
Was ich allerdings verstehe.....Politik bzw. politische Einstellungen sollten Lehrer für sich behalten. Das unterschreibe ich gern.
Aber die Schulpflicht ? Wir haben Nachwuchs, welcher genug Gegenargumente liefert.
ndhmann
10.09.2026, 14:51 Uhr
Veränderung im Bildungssystem.
Das nach diesen veröffentlichten PISA- Ergebnissen auch grundlegende Veränderungen im hiesigen Bildungssystem zwingend notwendig sind ist sicherlich unbestritten. Dazu sollte und müsste man ganz vorurteilsfrei und ergebnissoffen herangehen.
Auch darf das Thema des klassischen Präsenzunterricht ( Anwesenheit) in der Schule dabei kein tabu sein.
Es gibt in der Eu und in Europa zahlreiche Länder mit anderen Modellen der Beschulung ihrer Kinder. Dänemark, Österreich, Niederlande, Italien, Irland, Spanien und das Vereinigte Königreich sind nur einige. Die Modelle reichen dabei von Unterrichtspflicht bis Bildungspflicht. Das auch das erfolgreich seien kann ....es wird wohl keiner behaupten die Bewohner dieser Länder sein ,,geistig unterbelichtet" und/ oder N zis!
Das die hier bestehende Schulpflicht nicht gleichzeitig mit hoher Bildung oder gar Allgemeinwissen gleichzusetzen ist beweisen einige Kommentatoren hier regelmässig...
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