Als ich fremd war hatte am 3. Dezember Premiere im Theater Nordhausen. Mit der neuesten Produktion des Jungen Theaters der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH kam nicht die Interpretation eines Stückes auf die Bühne, sondern die unmittelbare Interpretation von Wünschen, Ängsten, Sehnsüchten, Erinnerungen und Überzeugungen Jugendlicher...
Junges Theater (Foto: I. Kühn)
Bianca Sue Henne, Leiterin des Jungen Theaters, hatte vor den Sommerferien Nordhäuser Schülern Fragen zum Thema Fremdsein gestellt. Aus den auf anonymen Fragebögen gesammelten Antworten arrangierte und inszenierte sie eine Textcollage, die ein regenbogenbuntes Spektrum von Lebensvorstellungen zwischen Fremde und Freundschaft, zwischen Einsamkeit und Geborgenheit, Vereinzelung und Verantwortung zum Ausdruck bringt.
27 Jugendclubmitglieder im Alter von 13 bis 20 gaben den Texten Raum und Zeit sowie im wahrsten Sinne eine Bühne (Ausstattung: Wolfgang kurima Rauschning und Anja Schulz), auf der die Ansicht des Einzelnen aus der Masse heraustritt, das Individuum aber in der Gemeinschaft wieder aufgehoben wird. Was Worte nicht fassen können, wird in Gesang ausgedrückt.
Junges Theater (Foto: I. Kühn)
Das Projekt Als ich fremd war wurde mit Fördergeldern realisiert. Nordhausen gehört zu den 90 deutschen Kommunen, die einen Lokalen Aktionsplan im Rahmen des Bundesprogramms Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus umsetzen. Als ich fremd war leistet darin einen auf das Verständnis gemeinsamer Grundwerte und kulturelle Vielfalt ausgerichteten bildungspolitischen Beitrag.
Der erfolgreichen Premiere am Abend des 3. Dezember vor 250 Besuchern folgen zwei weitere Vorstellungen – schülerfreundlich vormittags, am 15. und 16. Dezember, jeweils um 10 Uhr. Karten dafür gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
...in einem einzigen kommentar- puh, das ist übel.
"vielfalt, toleranz, demokratie" lautet die überschrift dieses projektes. leider scheint herr oder frau hitchcock von keinem dieser drei begriffe bisher etwas gehört zu haben, oder, was noch schlimmer wäre, etwas davon zu halten.
da stehen 27 jugendliche auf der bühne und verwirklichen sich selbst, und zeigen anderen, zuschauenden jugendlichen sinnvolle mittel und wege auf, sich selbst zu finden.
wer das als steuerverschwendung empfindet, begrüßt wahrscheinlich eher sich sinnlos betrinkende oder randalierende teenager, die in der altstadt scheiben einschlagen?
ich hab ebenfalls sehnsucht: nach ein wenig mehr verstand in dieser welt. und wenn es mit dem verstand schon nicht klappt, so doch wenigstens etwas mehr vielfalt, toleranz und demogratie.
Ich finde es gut, dass Herr Greiner hier auch die bodenständigen Deutschen Spießer zu Wort kommen lässt. Auch Sympathisanten oder Mitglieder der NPD und von Freies Nordhausen sollten sich hier äußern dürfen, solange keine Volksverhetzung stattfindet. Die Nordhäuser und Hohnsteiner sollten wissen, welche Geister immer pöbuhlärer werden.
An hitchcock: Vielleicht habe ich Sie ja zu Unrecht in die rechte Schublade getan. Aber immerhin polemisieren Sie ja gegen das mit öffentlichen Gelder geförderte Bundes(!)programm Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus!