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374 Jugendliche suchen noch eine Berufsausbildung

Schnelle Entscheidung zur Berufsausbildung gefragt

Donnerstag, 30. Juli 2015, 12:16 Uhr
Der überwiegende Teil der Jugendlichen weiß bereits, wie die nahe berufliche Zukunft aussieht. Die Meisten werden eine betriebliche Ausbildung beginnen. Einige werden weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium aufnehmen.

Aktuell sind noch etwa 480 Lehrstellen im Agenturbezirk offen bzw. die Entscheidung der Unternehmen steht noch aus. Es sind aber auch noch 374 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Dieses Verhältnis zeigt, dass es für die Unternehmen gilt, rasch zu handeln. Wer jetzt noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen hat, der sollte dies schnellstens tun, damit die Ausbildungsstelle nicht unbesetzt bleibt“, sagt Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

„Für jeden Jugendlichen, der noch keine Ausbildung hat, steht derzeit rein rechnerisch mehr als ein Ausbildungsplatz zur Verfügung. Nun liegt es an den Unternehmen, zügig zu reagieren und bei der Auswahl der künftigen Auszubildenden kompromissbereit zu sein, damit sie am Ende nicht leer ausgehen. Nicht immer können wir als Agentur für Arbeit den Wunschkandidaten vorschlagen. Ich empfehle den Firmen, sich bei der Auswahl des geeigneten Bewerbers nicht ausschließlich von den schulischen Leistungen der Jugendlichen leiten zu lassen. In vielen Bewerbern steckt vielleicht trotz der nicht so guten Schulnoten genau der künftige Mitarbeiter, der über das handwerkliche Geschick verfügt, welches für ihr Unternehmen benötigt wird. Für leistungsschwächere Jugendliche bietet die Agentur für Arbeit eine Vielzahl an attraktiven Fördermöglichkeiten, die von den Arbeitgebern genutzt werden können“, so Ina Benad weiter.

Nahezu ausgeglichener Markt
Der Ausbildungsmarkt zeigt sich im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis nahezu ausgeglichen. Im Landkreis Gotha gab es bereits weniger Bewerber als betriebliche Ausbildungsstellen, während im Unstrut-Hainich-Kreis noch mehr Bewerber als betriebliche Lehrstellen gemeldet waren. Jedem Bewerber kann rein rechnerisch ein betrieblicher Ausbildungsplatz angeboten werden, da aktuell noch mehr Ausbildungsplätze als Bewerber verfügbar sind.



Mehr Ausbildungssuchende, Zahl der Altbewerber auf Vorjahresniveau
Mit 1.313 Bewerbern für Berufsausbildungsstellen sind im Beratungsjahr 2014/ 2015 weniger Bewerber (-110) gemeldet als im Vorjahr. Etwa 38 Prozent der Bewerber kommen aus den Vorjahren.
„Bei den Ausbildungssuchenden können wir feststellen, dass sich die Zahl der Altbewerber weiter rückläufig entwickelt“, sagte Ina Benad.

724 Jugendliche können einen Realschulabschluss vorweisen. Mit einem Hauptschulabschluss bewerben sich 342 junge Menschen. 200 haben das Abitur oder eine Fachhochschulreife. Nur 10 Jugendliche besitzen keinen Schulabschluss.

In Zeiten des Fachkräftebedarfes auf Ausbildung setzen
Der gestiegene Fachkräftebedarf und der sich vollziehende demografische Wandel spiegeln sich auch auf dem Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Gotha wider.

Im Juli lag die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen auf dem Niveau vom Vorjahr. „Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen zeigt, dass viele Unternehmen ihren vorhandenen bzw. zukünftig entstehenden Fachkräftebedarf mittels betrieblicher Ausbildung decken wollen. Ich freue mich über die große Bereitschaft der Unternehmen, eigene Fachkräfte auszubilden“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Von Oktober 2014 bis Juli 2015 meldeten die Unternehmen 1.277 betriebliche Ausbildungsstellen (1.264 im Vorjahreszeitraum). Der größte Anteil kam aus dem Bereich Produktion und Fertigung (489 Stellen), gefolgt von kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (253 Stellen), dem Bereich Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung (164 Stellen), dem Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (144 Stellen) und dem Baugewerbe (139 Stellen).

Kompromissbereitschaft notwendig
Obwohl sich in diesem Jahr mehr Jugendliche um eine Ausbildung bemühen als Lehrstellen zur Verfügung stehen, ist es in einigen Branchen schwierig, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. Junge Menschen mit einem guten Schulabschluss haben die Möglichkeit, sich ihren Ausbildungsplatz auszusuchen. Aber auch die Bewerber mit weniger guten Schulnoten können gute Praktiker und wertvolle zukünftige Fachkräfte für die Unternehmen sein. „Ich appelliere an die Arbeitgeber, deren Ausbildungsstellen noch nicht mit passenden Bewerbern besetzt sind, hier flexibel zu sein und den Jugendlichen die erhofften Chancen einzuräumen. Aufgrund der jetzt bereits geringeren Bewerberzahlen wird es jedoch nicht möglich sein, das vorhandene Angebot an Lehrstellen auszuschöpfen. Der Beginn des Ausbildungsjahres steht vor der Tür und schnelles Handeln ist gefragt, damit die Ausbildungsstelle nicht unbesetzt bleibt. Neben bewährten Instrumenten, wie etwa den „ausbildungsbegleitenden Hilfen“, fördert die BA Jugendliche und Unternehmen jetzt neu mit der „Assistierten Ausbildung“, bei der beide Partner von Coaches während der Ausbildungszeit begleitet und unterstützt werden, um die betriebliche Berufsausbildung erfolgreich zu meistern“, so Ina Benad.
Auch bei den Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, ist es wichtig, offen für Alternativen zu sein. „Viele Lehrstellen sind bereits besetzt. Es gibt aber noch gute Chancen in den Fertigungsberufen, im Bau, im Bereich Logistik und im Handel. Nur noch wenige Stellen, aber sehr viele Bewerber, gibt es in den Büroberufen“, so Ina Benad weiter.

Im Unstrut-Hainich-Kreis zeigt sich ein etwas anderes Bild. Zwar sind auch hier die Bewerberzahlen rückläufig, jedoch gibt es seit Beginn des Berichtsjahres erneut mehr Bewerber als Berufsausbildungsstellen. So meldeten sich bis Juli 2015 im Unstrut-Hainich-Kreis 562 Jugendliche, während die Unternehmen bislang 522 Ausbildungsstellen angezeigt haben.

190 junge Menschen sind aktuell noch auf der Suche nach einer Lehrstelle, während 195 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Für jeden noch unversorgten Bewerber steht damit rein rechnerisch eine offene Lehrstelle zur Verfügung.

Vergleich Stellen/Bewerber
Die Berufswünsche stimmen oft weitgehend mit den angebotenen Ausbildungsplätzen überein.

Mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber gibt es derzeitig in den Fertigungsberufen, im Baubereich und im Bereich Lager/ Logistik. Hier stehen die Chancen gut, eine freie Stelle zu finden.
Dagegen wird es schwerer, einen Ausbildungsplatz in den Büroberufen zu finden. Hier gibt es mehr Bewerber als freie Stellen.
Autor: red

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