uhz-online
Ausstellungseröffnung in der Marienkirche

Spuren des Krieges zeichnen Menschen und Orte

Freitag, 04. September 2015, 17:29 Uhr
Vom 10. September an wird die Marienkirche, seit 1975 Geschichtsdenkmal und Begegnungsstätte mit Kunst und Kultur, zu einem Erinnerungsort an die Schrecken des Ersten Weltkrieges.

Gustav Wolf-Weifa: „Warneton, 6. Sept. 1917, Partie am Kloster“.   (Foto: Foto: Museum) Gustav Wolf-Weifa: „Warneton, 6. Sept. 1917, Partie am Kloster“.   (Foto: Foto: Museum)
Um 19.30 Uhr eröffnen die Mühlhäuser Museen eine Ausstellung um den Lyriker Gustav Wolf, der in zahlreichen Skizzen, Gedichten und kurzen Kriegsberichten seine Erlebnisse aus dem sogenannten „Großen Krieg“ dokumentierte. Von seiner Mühlhäuser Enkelin wiederentdeckt, werden sie in dieser Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
 
Als Kind der „verlorenen Generation“ zog Gustav Wolf, 1896 in Weifa (Sachsen) geboren, 1914 mit den Idealen und der Begeisterung der Kaiserzeit in den Krieg. Die Illusion einer heldenhaften Kriegsführung verlor Wolf schnell in den Grauen und Schrecken an der Front; mehrfach wurde er auch verwundet.
Bereits während des Krieges begann der junge Soldat mit der zeichnerischen und lyrischen Aufarbeitung seiner Erlebnisse. Seine persönlichen Skizzenbücher sind ein Zeugnis des Alltags an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Eine Auswahl von 26 Skizzen führt den Besucher in die Schützengräben und das direkte Umfeld der Kampfzonen in Frankreich und Flandern.

Regelmäßig porträtierte Wolf auch seine Kameraden. Militärische Exponate wie Stahlhelm und Gasmaske oder Gebrauchsgegenstände, die aus Kriegsschrott hergestellt wurden, ergänzen die Ausstellung. Aufnahmen der Kriegsdenkmäler in und um Mühlhausen sollen den Ersten Weltkrieg in das Gedächtnis der Menschen zurückbringen und an die gefallenen 1313 Mühlhäuser Soldaten erinnern. Darüber hinaus wird zum ersten Mal die Mühlhäuser Nagelsäule von 1916 ausgestellt; ein typisches Mahnmal des Ersten Weltkrieges, mit dem Spenden für die Hinterbliebenen der gefallenen Soldaten gesammelt wurden.
Parallel zur Ausstellung der Mühlhäuser Museen präsentiert das Stadtarchiv Mühlhausen die Kooperationsschau „Dasein im Großen Krieg – Mühlhausen 1914 - 1918“ mit einer Auswahl kurzer Biogramme von Menschen aus Mühlhausen und Umgebung.
 
Die Ausstellung „Gezeichnet! – Gustav Wolf-Weifa skizziert den Ersten Weltkrieg“ ist bis zum 31.01.2016 in St. Marien, der Müntzergedenkstätte zu sehen. Ab dem 18. September wird die Ausstellung „Dasein im Großen Krieg – Mühlhausen 1914 – 1918“ im Stadtarchiv Mühlhausen präsentiert. Die Ausstellungseröffnung ist am 17.09.2015, 19.00 Uhr.
Anke Weisbrich, M.A.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 uhz-online.de