ORNITHOLOGEN UNTERNAHMEN:
Vogelkundige Exkursion in vielseitiger Landschaft
Donnerstag, 06. Juni 2019, 06:57 Uhr
Ende Mai trafen sich in Hüpstedt 17 Teilnehmer der Fachgruppe "Ornithologie Eichsfeld 1966" zu einer vogelkundigen Exkursion. Nach Zaunröden verwies uns das Ortsschild von Keula auf die unsichtbare Kreisgrenze von Mühlhausen, einer noch vielseitigen Biotoplandschaft...
Eichsfeld. Eine Trockenwiese in sonniger Hanglage mit leuchtend gelben Primeln, blühenden Weißdornhecken und rotblauen Flieder. Im Wiesengrund begegnen uns zwei Hafflingerpferde mit ihrer goldfarbenen Mähne und einer neugierigen Braunschecke mit weißer Blässe. Mit feinem Gehör wird der Gesang einer Gartengrasmücke und der Feldlerchen erfasst.
Entdeckerfreude: Ein Schwarzkehlchenweibchen zeigt sich geduldig auf einem trockenen Zweig. Im Raintal bei Keula streiten sich zwei Goldammern um ihr Revier, und eine Nachtigall zögert mit ihren Brutgesang.
Ein Kolkrabenpaar im Flug mit erfreulichen Partnerrufen. Der Mäusebussard segelt über das Tal. Ein aufmerksamer Beobachter erblickt die im Eichsfeld seltene Grauammer auf einen Wildrosenzweig. An der Thomasecke bei Saalfeld werden Feldgehölze von kleinen Getreidefeldern umringt, über denen ein Schwarz- und ein Rotmilan kreisen. Schließlich zeigt sich mehrfach eine gelbfarbige Wiesenschafstelze am begrünten Wegesrand. In der Ferne drehen sich die rotweiß gefärbten Windräder. Neben einer geteerten Feldstraße sind breite Gräben mit einer blühenden Kräutervielfalt sowie Winterlinden, Wildpflaumen und Heckenrosen als Brut- und Nahrungsraum für die Tierwelt im Angebot.
Die zweite Grauammer lässt sich vom lauten Schwirrflug der Feldsperlinge nicht stören. Als neun Rauchschwalben über der ungemähten Wiese fliegen, entdecken wir erfreut ein Schwarzkehlchenmännchen. Zwischen dem Geschrei der Elstern und Rabenkrähen vernehmen wir den klangvollen Ruf vom Kuckuck. Von einer Weidekoppel muhen mit begrüßender Neugier eine gelbe Cahrolais-Mutterkuhherde mit 5 Kälbern und einem starken Bullen, der sich friedlich zeigt. Ein schmuckes Wohnhaus zwischen Weißdornhecken, Birken, Tannen und Trauerweiden im Grünen erklären wir zum Kleinen Paradies, wo zwei Hänflinge und ein Baumpieper singen.
Wir beurteilen eine Wiesenbrache mit vielen trockenen Kräuterstängeln und einen gegrubberten Randbereich mit einer erstaunlichen Vogeldichte. 20 Bluthänflinge zwitschern bei ihrer Samensuche, sieben Braunkehlchen, eine Wiesenstelze und erneut eine singende Grauammer sowie eine Dorngrasmücke vom Feldrandstrauch. Als uns unerwartet zwei Nilgänse niedrig überfliegen, rüttelt der Turmfalke nach Mäusen.
Wir fahren zum Menterodaer Gewerbegebiet, vorbei am tiefsten Kalischacht Europas mit der Sondermüllentsorgung, der mit seiner Begrünung, den braunen und hellen Steilflächen in der Weite wie ein Wahrzeichen wirkt. Über der Biogasanlage fliegt nur eine rufende Dohle, begleitet von Mauerseglern und Staren. Bei den drei Teichen der Kläranlage entdecken wir mehrere Stockenten, von denen ein Weibchen am Schilf 5 kleine Junge führt. Ein Schnatterentenweibchen zwingt uns zur genauen Artbestimmung, das Brutpaar der Reiherente belebt diesen Biotop.
Als wir Georg Pfützenreuter, der diesen Lebensraum erkundete, unseren Dank aussprechen, ruft zum Abschluss der Pirol. Wir erlebten in kurzer Zeit eine Vielfalt mit 33 Vogelarten, wo die Natur vom Menschen wieder Beachtung finden.
Wilhelm Roth
Autor: redEichsfeld. Eine Trockenwiese in sonniger Hanglage mit leuchtend gelben Primeln, blühenden Weißdornhecken und rotblauen Flieder. Im Wiesengrund begegnen uns zwei Hafflingerpferde mit ihrer goldfarbenen Mähne und einer neugierigen Braunschecke mit weißer Blässe. Mit feinem Gehör wird der Gesang einer Gartengrasmücke und der Feldlerchen erfasst.
Entdeckerfreude: Ein Schwarzkehlchenweibchen zeigt sich geduldig auf einem trockenen Zweig. Im Raintal bei Keula streiten sich zwei Goldammern um ihr Revier, und eine Nachtigall zögert mit ihren Brutgesang.
Ein Kolkrabenpaar im Flug mit erfreulichen Partnerrufen. Der Mäusebussard segelt über das Tal. Ein aufmerksamer Beobachter erblickt die im Eichsfeld seltene Grauammer auf einen Wildrosenzweig. An der Thomasecke bei Saalfeld werden Feldgehölze von kleinen Getreidefeldern umringt, über denen ein Schwarz- und ein Rotmilan kreisen. Schließlich zeigt sich mehrfach eine gelbfarbige Wiesenschafstelze am begrünten Wegesrand. In der Ferne drehen sich die rotweiß gefärbten Windräder. Neben einer geteerten Feldstraße sind breite Gräben mit einer blühenden Kräutervielfalt sowie Winterlinden, Wildpflaumen und Heckenrosen als Brut- und Nahrungsraum für die Tierwelt im Angebot.
Die zweite Grauammer lässt sich vom lauten Schwirrflug der Feldsperlinge nicht stören. Als neun Rauchschwalben über der ungemähten Wiese fliegen, entdecken wir erfreut ein Schwarzkehlchenmännchen. Zwischen dem Geschrei der Elstern und Rabenkrähen vernehmen wir den klangvollen Ruf vom Kuckuck. Von einer Weidekoppel muhen mit begrüßender Neugier eine gelbe Cahrolais-Mutterkuhherde mit 5 Kälbern und einem starken Bullen, der sich friedlich zeigt. Ein schmuckes Wohnhaus zwischen Weißdornhecken, Birken, Tannen und Trauerweiden im Grünen erklären wir zum Kleinen Paradies, wo zwei Hänflinge und ein Baumpieper singen.
Wir beurteilen eine Wiesenbrache mit vielen trockenen Kräuterstängeln und einen gegrubberten Randbereich mit einer erstaunlichen Vogeldichte. 20 Bluthänflinge zwitschern bei ihrer Samensuche, sieben Braunkehlchen, eine Wiesenstelze und erneut eine singende Grauammer sowie eine Dorngrasmücke vom Feldrandstrauch. Als uns unerwartet zwei Nilgänse niedrig überfliegen, rüttelt der Turmfalke nach Mäusen.
Wir fahren zum Menterodaer Gewerbegebiet, vorbei am tiefsten Kalischacht Europas mit der Sondermüllentsorgung, der mit seiner Begrünung, den braunen und hellen Steilflächen in der Weite wie ein Wahrzeichen wirkt. Über der Biogasanlage fliegt nur eine rufende Dohle, begleitet von Mauerseglern und Staren. Bei den drei Teichen der Kläranlage entdecken wir mehrere Stockenten, von denen ein Weibchen am Schilf 5 kleine Junge führt. Ein Schnatterentenweibchen zwingt uns zur genauen Artbestimmung, das Brutpaar der Reiherente belebt diesen Biotop.
Als wir Georg Pfützenreuter, der diesen Lebensraum erkundete, unseren Dank aussprechen, ruft zum Abschluss der Pirol. Wir erlebten in kurzer Zeit eine Vielfalt mit 33 Vogelarten, wo die Natur vom Menschen wieder Beachtung finden.
Wilhelm Roth
