Eine Betrachtung zu Impfdebatten und Behandlungen
Frech und gesellschaftlich inakzeptabel!
Sonntag, 14. November 2021, 17:16 Uhr
Die öffentliche Auseinandersetzung um den Impfstatus in der Coronakrise nimmt an Schärfe zu. Statt eine weitere Eskalationsstufe zu zünden, sollten wirksame Behandlungen der Krankheit diskutiert und die Diffamierungen des jeweils anderen Impf-Lagers eingestellt werden, meint Olaf Schulze …
Ehrlich gesagt sind auch wir nnz-Redakteure es leid, uns einen Großteil des Tages und unserer Arbeitszeit immer wieder mit der grassierenden Virus-Krankheit und deren Auswirkungen beschäftigen zu müssen. Es gibt wirklich noch andere Themen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Aber dann erhalten wir von Lesern ein Dokument wie das hier thematisierte, das so unwirklich erscheint, dass man es kaum glauben kann.
Zwei hoch angesehene Mediziner im Muschterländle haben jetzt den Pfad ärztlicher Tugend und ethischen Denkens verlassen, so als hätte es den Eid des Hippokrates nie gegeben, keine Jahrhunderte währende Zeit der moralischen Aufklärung oder auch keine wissenschaftlich-technische Revolution im medizinischen Bereich.
Im Namen des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs klassifizieren sie Menschen, die sich bisher keiner Corona-Schutzimpfung unterzogen haben als frech und gesellschaftlich inakzeptabel und stellen in einem Brief an die Mitglieder der Vereinigung fest, dass es zulässig sei, die Sprechstunden in Abteilungen für 2G/3G-Patienten und andere zu untergliedern.
Zeitpunkt und Umfang sind vom individuellen Praxisspektrum abhängig und dürfen vom Praxisinhaber festgelegt werden, z. B. 3G-Sprechstunde von 08.00 – 18.00 Uhr; non 3G-Sprechstunde von 07.00 – 07.10 Uhr, heißt es in einem vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Metke und seinem Stellvertreter Dr. Fechner unterzeichneten Schreiben.
Geschworen haben die beiden Herren nicht mehr auf den Eid des Hippokrates, wohl aber auf die Genfer Deklaration des Weltärztebundes, zuletzt überarbeitet im Jahre 2017, in der ein Punkt lautet: Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden. Metke und Fechner haben diesen Schwur offensichtlich vergessen, denn sie beenden ihren Brief mit der zusätzlichen Empfehlung an ihre Kollegen: Sie können die Patienten nach deren Impfstatus fragen, haben aber kein Recht auf eine wahrheitsgemäße Antwort oder gar einen entsprechenden Nachweis. Wer keine Auskunft abgeben möchte, der kann in die non 3G-Sprechstunde verwiesen werden.
Diese rigorosen und durch keinerlei Rechtsgrundlage gestützten Forderungen sind um so fraglicher, da es sich bei den Impfstoffen gegen das SARS Cov-2-Virus bekanntermaßen nicht um jahrelang auf ihre Nebenwirkungen erforschte Vakzine handelt, die noch dazu einen neuartigen Immunisierungsschutz verfolgen (mRNA-Ansatz). Und die Krankheit ist auch keine der bekannten verheerend tödlichen Seuchen, wie die Überlebensfähigkeit von über 99 Prozent der an Corona erkrankten Patienten jetzt schon beweist. (Korrigiert, siehe P.S.)
Die Impfungen, das zeigen die Ereignisse der letzten Wochen mit den zunehmenden Impfdurchbrüchen und den Rufen aus Politik und Gesundheitswesen nach Auffrischungen des Impfschutzes, sind nicht das Allheilmittel gegen die Krankheit. Eine 2G-Regelung im öffentlichen Raum ohne jede Tests ist deshalb nicht nur gefährlich, sondern hochgradig verantwortungslos den Menschen gegenüber ist, die sich durch Impfung oder Genesung für unantastbar halten. Diese Geschützten sollen mit der 2G-Regelung jetzt vor den Ungeschützten geschützt, vor allem wohl aber für ihre Impfbereitschaft belohnt werden. Paradox ist daran, dass Leute wie Metke und Fechner mit ihren Empfehlungen an die Kollegen die Ungeschützten zwingen wollen, den Schutz zu benutzen, der die Geschützten nachweislich nicht vor der Krankheit schützt.
Anstatt die Ungeimpften als die Parias der modernen Gesellschaft hinzustellen, sollten Mediziner vielleicht ihr Können und Wissen darauf verwenden, die verängstigte Bevölkerung mehr und besser über Hygiene- und andere Schutzmaßnahmen sowie über medizinische Behandlungsmöglichkeiten einer aufziehenden Corona-Erkrankung zu unterrichten. Und deren gibt es einige.
Ob das immer wieder verlachte dreimalige Gurgeln pro Woche hilft oder ob vielleicht schleunigst das in England entwickelte Medikament auf den Markt gelangen oder ein Totimpfstoff zugelassen werden muss halte ich für die Fragen, mit denen sich alle Politiker und Mediziner befassen sollten, die momentan darüber nachsinnen, wie sie gesunde Ungeimpfte zwingen könnten, endlich ihren Widerstand aufzugeben.
Die immer wieder ins Spiel gebrachte Impfpflicht für ganze Berufsgruppen wird es wohl nicht geben; zu groß ist die Gefahr, dass sich vor allem im medizinischen und Pflegebereich noch mehr impfunwillige Mitarbeiter verabschieden könnten. Gerade medizinisch geschultes Personal beobachtet ganz genau, wie die im letzten Jahr propagierten Schutzfaktoren der Impfstoffe gegen Ansteckung, gegen symptomatische Erkrankung und auch gegen einen tödlichen Verlauf leider nicht eingetreten sind.
Gefragt sind jetzt nicht Funktionäre wie Metke und Fechner in Stuttgart, sondern mutige Mediziner bundesweit, die sich dafür einsetzen, dass wieder flächendeckend und kostenfrei getestet wird - überall und jeder. Nur das und endlich praktikable Behandlungsmethoden der Krankheit haben Aussicht, die vierte Welle zu brechen. Sätze wie dieser der Baden-Württembergischen KV-Chefs: Spätestens dort, wo man andere gefährdet, ist Corona und Impfen keine Privatsache mehr helfen da wenig. Diese Binsenweisheit gilt schließlich für Geimpfte und Ungeimpfte gleichermaßen und ist für jeden halbwegs vernunftbegabten Mitbürger eine Selbstverständlichkeit.
Sicherlich sind die beiden Schwaben nur Ausnahmen in ihrer Zunft, allerdings eben hochrangige. Vielleicht sollten die Herren hin und wieder in der Genfer Deklaration des Weltärztebundes blättern, der sie einst zustimmten und wo zu lesen steht: Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten.
Olaf Schulze
P.S.: Im Artikel oben habe ich Letalität und Mortalität verwechselt und deshalb falsche Prozentangaben gemacht. Die Letalität bezeichnet den Anteil der Erkrankten, die an dieser Krankheit verstorben sind. Das sind in Deutschland bei Covid19 im Laufe der letzten zwei Jahre 98.194 Menschen (Stand heute früh, Quelle: statista.com), die an oder mit dem Virus gestorben sind. Die Letalitätsrate der bis heute 5 038.436 registrierten Coronakranken beträgt demnach 1,95 Prozent.
Die Mortalität dagegen bezeichnet die Anzahl der Todesfälle auf die Gesamtbevölkerung. Hier ergibt sich mit den 98.194 Verstorbenen heute ein Prozentsatz von 0,117 für Deutschland in den letzten knapp zwei Jahren.
Ich bitte, mir diesen Fehler zu verzeihen und bedanke mich bei den aufmerksamen Lesern, die mich darauf hingewiesen haben. Denn natürlich sorgen 1,95 Prozent Letalität dafür, dass der Prozentsatz der Überlebenden auf 98,05 Prozent schrumpft.
Autor: oschEhrlich gesagt sind auch wir nnz-Redakteure es leid, uns einen Großteil des Tages und unserer Arbeitszeit immer wieder mit der grassierenden Virus-Krankheit und deren Auswirkungen beschäftigen zu müssen. Es gibt wirklich noch andere Themen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Aber dann erhalten wir von Lesern ein Dokument wie das hier thematisierte, das so unwirklich erscheint, dass man es kaum glauben kann.
Zwei hoch angesehene Mediziner im Muschterländle haben jetzt den Pfad ärztlicher Tugend und ethischen Denkens verlassen, so als hätte es den Eid des Hippokrates nie gegeben, keine Jahrhunderte währende Zeit der moralischen Aufklärung oder auch keine wissenschaftlich-technische Revolution im medizinischen Bereich.
Im Namen des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs klassifizieren sie Menschen, die sich bisher keiner Corona-Schutzimpfung unterzogen haben als frech und gesellschaftlich inakzeptabel und stellen in einem Brief an die Mitglieder der Vereinigung fest, dass es zulässig sei, die Sprechstunden in Abteilungen für 2G/3G-Patienten und andere zu untergliedern.
Zeitpunkt und Umfang sind vom individuellen Praxisspektrum abhängig und dürfen vom Praxisinhaber festgelegt werden, z. B. 3G-Sprechstunde von 08.00 – 18.00 Uhr; non 3G-Sprechstunde von 07.00 – 07.10 Uhr, heißt es in einem vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Metke und seinem Stellvertreter Dr. Fechner unterzeichneten Schreiben.
Geschworen haben die beiden Herren nicht mehr auf den Eid des Hippokrates, wohl aber auf die Genfer Deklaration des Weltärztebundes, zuletzt überarbeitet im Jahre 2017, in der ein Punkt lautet: Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden. Metke und Fechner haben diesen Schwur offensichtlich vergessen, denn sie beenden ihren Brief mit der zusätzlichen Empfehlung an ihre Kollegen: Sie können die Patienten nach deren Impfstatus fragen, haben aber kein Recht auf eine wahrheitsgemäße Antwort oder gar einen entsprechenden Nachweis. Wer keine Auskunft abgeben möchte, der kann in die non 3G-Sprechstunde verwiesen werden.
Diese rigorosen und durch keinerlei Rechtsgrundlage gestützten Forderungen sind um so fraglicher, da es sich bei den Impfstoffen gegen das SARS Cov-2-Virus bekanntermaßen nicht um jahrelang auf ihre Nebenwirkungen erforschte Vakzine handelt, die noch dazu einen neuartigen Immunisierungsschutz verfolgen (mRNA-Ansatz). Und die Krankheit ist auch keine der bekannten verheerend tödlichen Seuchen, wie die Überlebensfähigkeit von über 99 Prozent der an Corona erkrankten Patienten jetzt schon beweist. (Korrigiert, siehe P.S.)
Die Impfungen, das zeigen die Ereignisse der letzten Wochen mit den zunehmenden Impfdurchbrüchen und den Rufen aus Politik und Gesundheitswesen nach Auffrischungen des Impfschutzes, sind nicht das Allheilmittel gegen die Krankheit. Eine 2G-Regelung im öffentlichen Raum ohne jede Tests ist deshalb nicht nur gefährlich, sondern hochgradig verantwortungslos den Menschen gegenüber ist, die sich durch Impfung oder Genesung für unantastbar halten. Diese Geschützten sollen mit der 2G-Regelung jetzt vor den Ungeschützten geschützt, vor allem wohl aber für ihre Impfbereitschaft belohnt werden. Paradox ist daran, dass Leute wie Metke und Fechner mit ihren Empfehlungen an die Kollegen die Ungeschützten zwingen wollen, den Schutz zu benutzen, der die Geschützten nachweislich nicht vor der Krankheit schützt.
Anstatt die Ungeimpften als die Parias der modernen Gesellschaft hinzustellen, sollten Mediziner vielleicht ihr Können und Wissen darauf verwenden, die verängstigte Bevölkerung mehr und besser über Hygiene- und andere Schutzmaßnahmen sowie über medizinische Behandlungsmöglichkeiten einer aufziehenden Corona-Erkrankung zu unterrichten. Und deren gibt es einige.
Ob das immer wieder verlachte dreimalige Gurgeln pro Woche hilft oder ob vielleicht schleunigst das in England entwickelte Medikament auf den Markt gelangen oder ein Totimpfstoff zugelassen werden muss halte ich für die Fragen, mit denen sich alle Politiker und Mediziner befassen sollten, die momentan darüber nachsinnen, wie sie gesunde Ungeimpfte zwingen könnten, endlich ihren Widerstand aufzugeben.
Die immer wieder ins Spiel gebrachte Impfpflicht für ganze Berufsgruppen wird es wohl nicht geben; zu groß ist die Gefahr, dass sich vor allem im medizinischen und Pflegebereich noch mehr impfunwillige Mitarbeiter verabschieden könnten. Gerade medizinisch geschultes Personal beobachtet ganz genau, wie die im letzten Jahr propagierten Schutzfaktoren der Impfstoffe gegen Ansteckung, gegen symptomatische Erkrankung und auch gegen einen tödlichen Verlauf leider nicht eingetreten sind.
Gefragt sind jetzt nicht Funktionäre wie Metke und Fechner in Stuttgart, sondern mutige Mediziner bundesweit, die sich dafür einsetzen, dass wieder flächendeckend und kostenfrei getestet wird - überall und jeder. Nur das und endlich praktikable Behandlungsmethoden der Krankheit haben Aussicht, die vierte Welle zu brechen. Sätze wie dieser der Baden-Württembergischen KV-Chefs: Spätestens dort, wo man andere gefährdet, ist Corona und Impfen keine Privatsache mehr helfen da wenig. Diese Binsenweisheit gilt schließlich für Geimpfte und Ungeimpfte gleichermaßen und ist für jeden halbwegs vernunftbegabten Mitbürger eine Selbstverständlichkeit.
Sicherlich sind die beiden Schwaben nur Ausnahmen in ihrer Zunft, allerdings eben hochrangige. Vielleicht sollten die Herren hin und wieder in der Genfer Deklaration des Weltärztebundes blättern, der sie einst zustimmten und wo zu lesen steht: Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten.
Olaf Schulze
P.S.: Im Artikel oben habe ich Letalität und Mortalität verwechselt und deshalb falsche Prozentangaben gemacht. Die Letalität bezeichnet den Anteil der Erkrankten, die an dieser Krankheit verstorben sind. Das sind in Deutschland bei Covid19 im Laufe der letzten zwei Jahre 98.194 Menschen (Stand heute früh, Quelle: statista.com), die an oder mit dem Virus gestorben sind. Die Letalitätsrate der bis heute 5 038.436 registrierten Coronakranken beträgt demnach 1,95 Prozent.
Die Mortalität dagegen bezeichnet die Anzahl der Todesfälle auf die Gesamtbevölkerung. Hier ergibt sich mit den 98.194 Verstorbenen heute ein Prozentsatz von 0,117 für Deutschland in den letzten knapp zwei Jahren.
Ich bitte, mir diesen Fehler zu verzeihen und bedanke mich bei den aufmerksamen Lesern, die mich darauf hingewiesen haben. Denn natürlich sorgen 1,95 Prozent Letalität dafür, dass der Prozentsatz der Überlebenden auf 98,05 Prozent schrumpft.
