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Interview mit Thomas Wirth vor dem Restart der Thüringenliga

Mit breitem Kader zum Klassenerhalt

Donnerstag, 03. März 2022, 09:40 Uhr
Am Samstag startet die Thüringer Verbandsliga wieder in die Saison. Die Preußen aus Bad Langensalza müssen um 14 Uhr im Stadion Lindenberg in Weimar antreten. Vor dem Restart unterhielten wir uns mit Preußen-Coach Thomas Wirth über die nächsten Wochen, Reformwünsche und Perspektiven …

Thomas Wirth trainiert seit 2018 den FSV Preußen Bad Langensalza (Foto: privat) Thomas Wirth trainiert seit 2018 den FSV Preußen Bad Langensalza (Foto: privat)

uhz online: Das war eine sehr lange Winterpause. Welche Vorteile hat das für die Mannschaft gehabt und welche Nachteile?
Thomas Wirth: Also Vorteile kann ich da keine erkennen, außer dass sich verletzte Spieler in Ruhe auskurieren konnten. Und der eindeutige Nachteil ist, dass wir nach einer so langen Pause nicht wissen, wo wir stehen, wie wettbewerbsfähig wir schon sind.

Wie wichtig ist es, den Spielbetrieb jetzt endlich wieder aufzunehmen?
Das ist enorm wichtig, denn wir hatten in der letzten Zeit viele Ausfälle durch die Lockdowns. Und schließlich sind wir ja dafür Fußballer geworden, dass wir uns mit anderen im Spiel messen wollen.

Angesichts der chaotischen letzten Spielzeiten, hast du Änderungswünsche am Austragungsmodus? Welche Ideen sähest du gern umgesetzt?
Vielleicht sollte über die Einführung von zwei Staffeln in der Landesliga ernsthaft nachgedacht werden, die ihre Auf- und Absteiger in Überkreuzduellen ermitteln. Nach derzeitigem Stand kämen allein drei Thüringer Absteiger aus der Oberliga dazu, was bedeutet, dass sieben Mannschaften aus unserer Liga absteigen müssten. Da sind aktuell sehr viele Thüringenligisten gefährdet, wir auch.

Sicher ist es schwierig einzuschätzen nach der langen Pause, aber wie beurteilst du den gefühlten Vorbereitungsstand deiner Preußen? Seid ihr fit?
Wenn ich nach den Tests der letzten Wochen gehe, würde ich sagen, der Stand ist richtig gut. Wir haben in der Vorbereitung einige gute Partien gespielt und aus den nicht so guten hoffentlich die richtigen Lehren gezogen. Ich hatte in der Vorbereitung immer 19-20 Spieler zur Verfügung, alle haben gut gearbeitet. Insofern kann ich nicht klagen. Aber das alles zählt am Samstag auf dem Platz nicht mehr.

Hast du irgend ein Konzept, wie ihr die anstrengenden nächsten Wochen mit den vielen Spielen überstehen könnt?
Die einzige Möglichkeit zu bestehen ist ein großer Spielerkader. Und da sind wir mit 23 Jungs in der ersten Mannschaft sehr gut aufgestellt. Dennoch wird es extrem schwierig werden, die Liga zu halten. Wir haben schon erlebt, was es nach sich zieht, wenn nur ein Spieler wieder Corona-positiv ist und mehrere dadurch ausfallen. Das kann einige Vereine in der Liga noch hart treffen.

A pro pos Kadergröße: Welche Abgänge gab es im Winter bei den Preußen?
Tim Müller hat uns nach Sömmerda verlassen und Kossivi Jean D'Arc Amededjisso - kurz „Paco“ ist in die zweite Luxemburgische Liga gewechselt.

Welche Zugänge konntest du in den letzten Wochen begrüßen?
Lukas Weis ist aus Martinroda gekommen und wird uns im Abwehrverbund sofort helfen können, wo er praktisch alles spielen kann vom Außenverteidiger bis zu Sechster vor der Abwehr.
Außerdem hat sich der junge Kolumbianer Juan Diego Velandia Gonzalez uns angeschlossen. Er ist ein Rechtsverteidiger, der aus dem Schlotheimer Internat zu uns kam und sich in Bad Langensalza im Männerbereich beweisen will.

Welche Saisonziel hast du dir als Trainer für die verbleibende Zeit bis Mitte Juni gesteckt?
Ganz klar: den Klassenerhalt. Angesichts der Unwägbarkeiten mit der fortlaufenden Corona-Welle und der schon erwähnten Menge an möglichen Absteigern müssen wir Sorge tragen, nicht unter den Strich zu rutschen. Momentan trennt uns ein Punkt davon. Hauptziel ist es, auch im nächsten Jahr in Bad Langensalza Verbandsliga zu spielen.

Die uhz-online bedankt sich für das Gespräch und wünscht den Preußen viel Erfolg.

Zusatzinformation
Bis Mitte Juni wird praktisch jedes Wochenende um Punkte gespielt. Trotzdem können die letzten fünf regulären Spieltage nicht mehr ausgetragen werden. Am kommenden Wochenende wird der 14. Spieltag ausgetragen und es kommt zu einer der Partien, für die es kein Rückspiel geben wird. Anstoß am Weimarer Lindenberg ist um 14 Uhr. Zuschauerbeschränkungen gibt es bei Freiluftveranstaltungen mit unter 500 Zuschauern keine mehr, so dass sich die Fans aus Bad Langensalza getrost auf den Weg in die Klassikerstadt machen können.
Olaf Schulze
Autor: osch

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