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Lichtblick zum Wochenende

Eine Welt der Gegensätze

Freitag, 18. März 2022, 09:04 Uhr
Im Lichtblick zum Wochenende macht sich Pfarrerin Eilice Neuland aus Holzthalleben heute Gedanken über Krieg, Pandemie und die Unsicherheit des Lebens...

Lieber Leser,
in diesen Wochen erleben wir eine Welt der Gegensätze: Einerseits sind uns Kriegsbilder vertraut, weil wir sie seit Jahrzehnten in den Medien immer wieder erleben. Oftmals bewegt es uns schon gar nicht mehr. Sie sind ja weit weg. Meist unberührt leben wir unser bequemes Leben weiter.

Andererseits hören wir vom Krieg in der Ukraine und plötzlich wird uns bewusst, wie brüchig der Frieden auch in Europa sein kann, wenn der Krieg vor der Haustür stattfindet. Und die Angst schnürt vielen die Kehle zu. Aber noch etwas gegensätzliches irritiert mich: Die Coronazahlen steigen in beängstigende Höhen, aber das Thema Corona scheint in die zweite Reihe gerückt zu sein und es wird von Lockerungen gesprochen. Wir erleben in Europa seit zwei Jahren, dass unser Leben längst nicht so sicher ist, wie wir jahrzehntelang gedacht haben. Unsere Gesundheit ist gefährdet, manchmal auch das Leben. Bei vielen bricht die finanzielle Sicherung weg. Sichere Beziehungen zerbrechen an politischen Diskussionen.

Seit zwei Jahren wird uns vor Augen geführt, dass unser Leben, unsere Lebenskonstruktion zerbrechlich ist. Allerdings leben mit dieser Unsicherheit viele Menschen überall auf der Welt seit Jahrtausenden. Kriege, Hungersnöte, Existenznöte, Beziehungsdramen bedrohen das Leben der Menschen schon immer. Nur manche ausgewählte Menschen wie wir konnten in dem Glauben leben, das Leben sei sicher. Was hält uns nun, wenn um uns herum alles wankt? Kann uns der Glaube an Gott Sicherheit geben? Von Jesus wird uns ein Gleichnis in Matthäus 7, 24 ff. erzählt: Ein Mann, der sein Haus auf Sand gebaut hat, verliert dieses Haus, als Sturm und Wellen den Sand wegspülen. Derjenige aber, der sein Haus auf festen Grund, auf Fels, gebaut hat, kann sicher im Haus bleiben, wenn Sturm und Wellen um ihn toben.

Jesus sagt, dass derjenige, der sein Haus auf festen Untergrund gebaut hat, mit dem zu vergleichen ist, der sein Lebenshaus auf den Glauben an Gott gründet. Auch, wenn um ihn herum die Stürme toben, kann er im Vertrauen auf Gottes Hilfe und Kraft ruhig bleiben und abwarten, bis der Sturm sich legt. Das müssen wir vielleicht lernen: Dem, was viele Millionen Christen täglich erleben, können auch wir vertrauen: Gott ist der Fels in der Brandung. Wer ihm vertraut, wird neue Kraft finden für das, was nötig ist.

Eilice Neuland
Pfarrerin im Pfarrbereich Holzthaleben und in der Region Helbe - Notte
Autor: red

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