Trauer um Boris Romantschenko
Ukraine-Krieg überschattet Tag der Befreiung
Dienstag, 29. März 2022, 18:06 Uhr
Während in den letzten beiden Jahren durch die Pandemie das Gedenken an die Befreiung der Lager Mittelbau-Dora und Buchenwald im Wesentlichen nur im digitalen Raum stattfinden konnte, werden in diesem Jahr 15 ehemalige Häftlinge anreisen. Überschattet wird der Jahrestag allerdings durch den Krieg in der Ukraine...
Nicht alle ehemaligen Häftlinge, die zu den Gedenkfeiern reisen wollten, können teilnehmen: Der 77. Jahrestag wird überschattet durch den Krieg in der Ukraine, insbesondere durch den gewaltsamen Tod von Boris Romantschenko, Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) und Überlebender der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Das IKBD und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora haben unter diesen Umständen beschlossen, im Rahmen der Gedenkfeier auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ Buchenwald auch an Boris Romantschenko und seine Erneuerung des Schwurs von Buchenwald für eine Welt des Friedens und der Freiheit aus dem Jahr 2015 zu erinnern.
Vertreter der Zivilgesellschaft aus der Ukraine und Russland werden diese Aufgabe übernehmen, wie sie auch an alle Toten Buchenwalds aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion erinnern werden. Offizielle Vertreter von Russland und von Belarus sind bei der Gedenkfeier in diesem Jahr nicht willkommen. Die Botschaften wurden über die Entscheidung bereits informiert.
Als Überlebende des Konzentrationslagers Buchenwald werden Naftali Fürst (Haifa, Israel) und Vasile Nussbaum (Cluj-Napoca, Rumänien) das Wort ergreifen. In der Gedenkstätte Buchenwald hält Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Gedenkrede, in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen.
Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, erläutert das weitere Programm des Jahrestages: Jahrestage dürfen nicht nur von Ritualen und Pathos geprägt sein. Sie sollen zum Nachdenken anregen – etwa darüber, was aus den Erfahrungen der Überlebenden von 1945 und ihrer Hoffnung auf eine friedliche, humane und einige Welt ohne Krieg, Rassismus und Antisemitismus geworden ist. Nachdenken braucht Wissen und Diskurs.
Aus diesem Grund haben wir mit unseren zivilgesellschaftlichen Kooperationspartnern ein breites Veranstaltungsprogramm aufgestellt, das Sonderausstellungen, Lesungen, Filmvorstellungen sowie Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen umfasst. Hervorheben möchte ich den neuen Stationenweg ‚Geschichte. Bewusst. Machen.‘, mit dem wir zukünftig – gemeinsam mit einem Netzwerk der Erinnerung rund um Buchenwald herum – den Jahrestag in der Gedenkstätte Buchenwald gestalten wollen. Auch das neue Erscheinungsbild der Stiftung und ihrer Gedenkstätten, das wir in Angriff genommen haben, zeigt, dass wir – immer ausgehend von unseren historischen Orten – neue Wege für die Erinnerung beschreiten wollen.
Der russische Angriff bedroht die ukrainischen KZ-Überlebenden mit dem Tod und hat viele von ihnen in existenzielle Not gebracht. Um ihnen und ihren Familien zu helfen, haben sich 30 deutsche Gedenkstätten in einem Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine zusammengeschlossen. Es sammelt Spenden und organisiert konkrete Hilfsleistungen (Infos: https://hilfsnetzwerk-nsverfolgte.de/).
Autor: redNicht alle ehemaligen Häftlinge, die zu den Gedenkfeiern reisen wollten, können teilnehmen: Der 77. Jahrestag wird überschattet durch den Krieg in der Ukraine, insbesondere durch den gewaltsamen Tod von Boris Romantschenko, Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) und Überlebender der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Das IKBD und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora haben unter diesen Umständen beschlossen, im Rahmen der Gedenkfeier auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ Buchenwald auch an Boris Romantschenko und seine Erneuerung des Schwurs von Buchenwald für eine Welt des Friedens und der Freiheit aus dem Jahr 2015 zu erinnern.
Vertreter der Zivilgesellschaft aus der Ukraine und Russland werden diese Aufgabe übernehmen, wie sie auch an alle Toten Buchenwalds aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion erinnern werden. Offizielle Vertreter von Russland und von Belarus sind bei der Gedenkfeier in diesem Jahr nicht willkommen. Die Botschaften wurden über die Entscheidung bereits informiert.
Als Überlebende des Konzentrationslagers Buchenwald werden Naftali Fürst (Haifa, Israel) und Vasile Nussbaum (Cluj-Napoca, Rumänien) das Wort ergreifen. In der Gedenkstätte Buchenwald hält Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Gedenkrede, in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen.
Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, erläutert das weitere Programm des Jahrestages: Jahrestage dürfen nicht nur von Ritualen und Pathos geprägt sein. Sie sollen zum Nachdenken anregen – etwa darüber, was aus den Erfahrungen der Überlebenden von 1945 und ihrer Hoffnung auf eine friedliche, humane und einige Welt ohne Krieg, Rassismus und Antisemitismus geworden ist. Nachdenken braucht Wissen und Diskurs.
Aus diesem Grund haben wir mit unseren zivilgesellschaftlichen Kooperationspartnern ein breites Veranstaltungsprogramm aufgestellt, das Sonderausstellungen, Lesungen, Filmvorstellungen sowie Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen umfasst. Hervorheben möchte ich den neuen Stationenweg ‚Geschichte. Bewusst. Machen.‘, mit dem wir zukünftig – gemeinsam mit einem Netzwerk der Erinnerung rund um Buchenwald herum – den Jahrestag in der Gedenkstätte Buchenwald gestalten wollen. Auch das neue Erscheinungsbild der Stiftung und ihrer Gedenkstätten, das wir in Angriff genommen haben, zeigt, dass wir – immer ausgehend von unseren historischen Orten – neue Wege für die Erinnerung beschreiten wollen.
Der russische Angriff bedroht die ukrainischen KZ-Überlebenden mit dem Tod und hat viele von ihnen in existenzielle Not gebracht. Um ihnen und ihren Familien zu helfen, haben sich 30 deutsche Gedenkstätten in einem Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine zusammengeschlossen. Es sammelt Spenden und organisiert konkrete Hilfsleistungen (Infos: https://hilfsnetzwerk-nsverfolgte.de/).
