uhz-online
Thüringer HC

THC will an Erfolg anknüpfen

Donnerstag, 14. April 2022, 17:58 Uhr
Am kommenden Samstag steht für den Thüringer HC das nächste Heimspiel an. Um 18 Uhr ist mit dem derzeitigen Tabellensechsten die Sport-Union Neckarsulm in der Salza-Halle zu Gast. Der THC verbindet das Spiel mit einer Ferienaktion für die jüngeren Fans...

Für Schüler der Klassenstufen 1-12 sind Schülerfreikarten für dieses Spiel an der Abendkasse erhältlich.

Rückblick:
Einen überraschend souveränen Auftritt legte der Thüringer HC beim 40:25-Heimsieg gegen die HSG Blomberg-Lippe aufs Parkett. “Wir haben gestern unser mit Abstand bestes Saisonspiel abgeliefert.”, beginnt Herbert Müller die Pressekonferenz.

“Wir waren von der ersten Sekunde auf Wiedergutmachung aus." An den Erfolg vom Mittwoch anknüpfen/Unzufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft bis zur 40 Minute zollte HSG-Coach Steffen Birkner dem THC nach dem Spiel Respekt: “Der Unterschied ist dann der Gegner, der deutlich besser ist heute. Wir haben eine Mannschaft gesehen, die unheimlich viel Feuer hatte.”

Im Gegensatz zu den Spielen der vergangenen Wochen war der THC nicht wiederzuerkennen und trotzdem passt das Spiel in das Auf und Ab. Solche Leistungen wie gegen die Ostwestfalen dauerhaft abzurufen muss das erklärte Ziel bis zum Saisonende sein. Das wünscht sich der Trainer von Herzen: “Diese Leistung jetzt kompensieren können, so konservieren können, damit wir dann auch über Wochen hinweg auf diesem Level agieren können.”

Das Team agierte wie aus einem Guss, geschlossen als Mannschaft und angeführt von Kerstin Kündig, die über die Mitte Regie führte. Mit Stolz auf seine Frauen, betont der THC-Coach: “Wir haben das Spiel dominiert. Wir haben das Spiel in die eigenen Hände genommen. Speziell die Mittelachse mit einer guten Irma Schjött im Tor, einer alles überragenden Kerstin Kündig auf der Spielmacherposition und einer Annika Meyer auf der Kreisläuferposition, die zu keinem Zeitpunkt auch nur ein bisschen in den Griff zu kriegen war, haben diesem Spiel eine absolute Dominanz aufgedrückt. Die ganze Mannschaft ist einfach mitgelaufen, hat mitgespielt und sich eingebracht.” Besonders im Abschluss der wohl größten Schwäche der letzten Wochen zeigte sich das Team gefestigt. So wurde auf Einzelaktionen verzichtet und mehr die freien Räume der Mitspielerinnen am Kreis und auf den Außenpositionen gesucht. Das betonte nach dem Spiel Annika Meyer im THC-Talk: “Es hat einfach Spaß gemacht zu spielen. Wir haben alle Spielerinnen mit ins Spiel gebracht.” Ein Rezept, was aufging.

Die Torhüterpositionen sind gefestigt. In den letzten Spielen war hier kaum negatives finden. Laura Kuske und Irma Schjött ergänzen sich super, da prallen die Kritikpunkte ab. Deren Leistungen verhinderten eher deftigere Niederlagen.

Die Schwachstellen lagen sichtbar im Spielaufbau, der Chancenverwertung, im Zusammenspiel, im Verbinden der individuellen Spielermentalitäten und -stärken vor allem im Angriff und daran hat das Team selbst und unter Herbert Müller in den letzten Tagen wohl deutlich gearbeitet. “Wir haben sofort das schnelle Umschaltspiel von Blomberg in den Griff bekommen und nach spätestens einer Viertelstunde für klare Verhältnisse gesorgt. Die Mannschaft hat gestern alles gezeigt, was so ein Handballherz sich wünscht.”, schwärmt Herbert Müller, der seine Mannschaft so spielen sehen hat, wie er es sich selbst seit Wochen wünscht. Natürlich darf man nicht vergessen zu erwähnen, wie sich die Kadersituation veränderte. Dominika Zachova ist zurzeit nicht einsatzfähig.

Yuki Tanabe war in der Vorbereitung auf die Saison verletzt zum THC gekommen. Die Verletzung musste auskuriert und die Spielerin in den taktischen Spielaufbau integriert werden. Genauso Kim Braun, die nach der langen Verletzungspause noch nicht in der Form ist, um ihre Stärken effektiv einzubringen. Das ist auch nicht zu erwarten, wenn man den Verletzungsverlauf betrachtet. Dazu immer noch Spielerinnen, die coronageschwächt ihr Leistungspotenzial nicht voll abrufen können.
Jennifer Rode bemerkte, dass Herbert Müller erstmals in dieser Spielzeit ein Aufwärmspiel mitgespielt hat, vielleicht war ja auch das ein Glücksbringer und gutes Omen.

“Wollen wir mal hoffen, dass wir in drei Tagen nicht wieder ein anderes Gesicht sehen, sondern dass wir mit diesem Rückenwind auch ins nächste ganz wichtige Spiel gegen Neckarsulm gehen.”, leitet Herbert Müller zum nächsten Spiel über.

Zum Spiel:
Der tabellensechste Sport-Union Neckarsulm reist aus den letzten sechs Spielen mit zwei Siegen (Metzingen, Halle), drei Niederlagen (Bietigheim, Blomberg, Buchholz-Rosengarten) und einem Unentschieden (Bad Wildungen) nach Bad Langensalza. Im Derby gegen Metzingen gab es ein richtiges Feuerwerk an Toren, aus dem die Neckarsulmerinnen mit 39:35 als Sieger hervorgingen. Gestern überzeugte das Team gegen Halle mit einem ungefährdeten 33:25-Sieg. Die Niederlage gegen die SG BBM Bietigheim (21:36) war wohl im zweiten Regionalderby eingeplant. Etwas überraschend die Niederlage gegen die Handball Luchse. Dass man die Sport-Union bis zur letzten Minute nicht abschreiben darf, wurde im Spiel gegen Bad Wildungen deutlich, zur Pause lagen die Schwäbinnen 13:18 zurück und erkämpften noch das Unentschieden.

Zwei Spieltage muss das Team aus Baden Württemberg noch nachholen (Zwickau, Buxtehude). Dadurch ist die aktuelle Tabellensituation noch nicht bereinigt. “Das ist die nächste Mannschaft, die eigentlich angetreten ist, um internationalen Aufgaben gerecht zu werden. Auch da geht es wieder um ein Vier-Punktespiel und ich hoffe, dass wir die Leistung vom Mittwoch bestätigen können.”, macht der Trainer den ernst der Lage deutlich. Nachlässigkeiten kann man sich auf keinen Fall mehr leisten.
Das die Neckarsulmerinnen ein Kampfteam sind steht außer Frage. Mit Johanna Stockschläder, die ab der kommenden Saison beim THC spielen wird, und Selina Kalmbach, haben sie zwei deutsche Nationalspielerinnen in ihren Reihen. Johanna Stockschläder und Lynn Knippenborg je 95 Bundesligatore gehören zu den torgefährlichsten Spielerinnen der Mannschaft und ihnen gehört neben Irene Espinola Perez (90) das Augenmerk genauso wie Nathalie Hendrikse, die den THC ebenfalls verstärken wird.

So analysiert Herbert Müller: “Ich denke, wir müssen besonders auf Lynn Knippenborg aufpassen. Eine der alles überragenden Mittelspielerinnen der Bundesliga, die das Spiel von Neckarsulm absolut dominiert und in der Hand hat. Natürlich müssen wir auch die gefährlichen Werferinnen wie speziell Perez achten. Ich will gar nicht von den beiden überragenden Außen sprechen, die nächstes Jahr auf unserer Seite Handball spielen werden.” Nathalie Hendrickse und Johanna Stockschläder schätzt er mit als die stärksten Außenspielerinnen der Liga ein.

Das Team von Tanja Logvin spielt temporeichen Handball und ist vom Kader her in der Lage, jede Mannschaft unter Druck zu setzen. Der THC wird sich da gewaltig strecken müssen, um die Stärken der Gäste zu unterbinden. “Wir brauchen eine optimale Leistung, um Neckarsulm schlagen zu können. Wir müssen sehr fokussiert in der Abwehr spielen, wie wir das jetzt schon über Wochen gemacht haben. Es wird sicher wieder ein spannendes Spiel”

Von den letzten zehn Begegnungen entschied der THC neun für sich. Eine Favoritenrolle lässt sich bei der “Wundertüte Thüringer HC” daraus zurzeit nicht ableiten.

“Wir haben zwei überragende Schiedsrichterinnen erlebt, die inzwischen auch bei WM, bei vielen internationalen und Champions League-Auftritten eine riesen Erfahrung gesammelt haben. Ich fand die beiden gestern überragend. Schiedsrichterinnen, die das Spiel einfach laufen haben lassen, die eine klare Linie hatten. Da kann ich nur meinen Hut ziehen und sagen, dass sie mit dazu beigetragen haben, dass das Spiel wirklich das Prädikat ‘Überragend’ verdient hat.”, lobt Herbert Müller die Schiedsrichterinnen der gestrigen Partie Maike Merz und Tanja Kuttler.

Zum Kader:
Dominika Zachova wird erst einmal nicht zum Einsatz kommen. Ansonsten steht der Kader wie gegen Blomberg zur Verfügung.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 uhz-online.de