Rückenleiden und psychische Belastungen:
Hoher Krankenstand unter Paketboten
Dienstag, 17. Dezember 2024, 11:42 Uhr
Briefträger, Paketboten und Kurierfahrer geraten angesichts der Vorweihnachtszeit und der daraus resultierenden Paketberge unter noch größeren Druck. Das macht sich gesundheitlich bemerkbar...
Beschäftigte der Lagerwirtschaft, Post- und Zustelldienste sind hierzulande überdurchschnittlich lange krankgeschrieben, Tendenz steigend. Das geht aus dem Berufsatlas des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor.
Demnach waren Erwerbstätige der Zustellbranche in Sachsen im vergangenen Jahr 37,3 Tage krankgeschrieben. Im Jahr 2020 lag der Wert noch bei 33,5 Tagen. Berufsübergreifend waren Thüringer Beschäftigte voriges Jahr an 26 Tagen krankgeschrieben. Mehr als 100 von 1.000 Beschäftigten in der aktuell so stark geforderten Berufsgruppe der Zustelldienste und Logistik fallen täglich krankheitsbedingt aus, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen. Mit Blick auf all diejenigen, die diese Arbeitsausfälle abfedern müssen, seien die Unternehmen, aber auch die Gesellschaft als Ganzes gefragt. Zum einen kämen Arbeitgeber nicht umhin, sich stärker um das körperliche, auch seelische Wohlbefinden zu kümmern. Zum anderen könne ein maßvoller Umgang mit Post- und Lieferdienstleistungen eines jeden Einzelnen Entlastung für die Zustellerinnen und Zusteller bringen. Wenn der eine oder andere Weihnachtseinkauf bei einem Stadtbummel erledigt werde, stärke das den regionalen Einzelhandel und sorge gleichzeitig für mehr Bewegung in der Vorweihnachtszeit.
Die Analysen der BARMER zeigen, dass vor allem Rückenleiden zu hohen krankheitsbedingten Fehlzeiten bei Beschäftigten der Zustellbranche und Lagerwirtschaft führen. Mit durchschnittlich 9,8 Arbeitsunfähigkeitstagen aufgrund von Rückenbeschwerden ist der Wert mehr als doppelt so hoch wie der berufsübergreifende Mittelwert Thüringens, welcher bei 4,8 Tagen liegt. Für 5,6 Fehltage ist hingegen eine psychische Erkrankung ursächlich (thüringenweit: 4,5 Fehltage). Auch Verletzungen wie Frakturen oder Zerrungen schlagen mit überdurchschnittlichen Fehlzeiten zu Buche.
In der Berufsgruppe der Zustelldienste und Lagerwirtschaft führten sie im vergangenen Jahr zu 4,4 Fehltagen, während der berufsübergreifende Schnitt in Thüringen bei 2,6 Tagen liegt. Dass Zusteller in vielen Fällen krankgeschrieben sind, ist alarmierend. Dauerhafter Stress und Zeitdruck im Job haben Auswirkungen auf die Gesundheit, sagt Thüringens BARMER-Chefin Dziuk. Unternehmen in der Zustellbranche kämen daher nicht umhin, sich sowohl um das körperliche, als auch das seelische Wohlbefinden ihrer Beschäftigten zu kümmern. Sie könnten mit Angeboten zur Gesundheitsförderung und einem effektiven betrieblichen Gesundheitsmanagement viele Hebel bewegen, um die Mitarbeitergesundheit zu stärken. Hierbei stehe die BARMER den Unternehmen zur Seite.
Autor: redBeschäftigte der Lagerwirtschaft, Post- und Zustelldienste sind hierzulande überdurchschnittlich lange krankgeschrieben, Tendenz steigend. Das geht aus dem Berufsatlas des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor.
Demnach waren Erwerbstätige der Zustellbranche in Sachsen im vergangenen Jahr 37,3 Tage krankgeschrieben. Im Jahr 2020 lag der Wert noch bei 33,5 Tagen. Berufsübergreifend waren Thüringer Beschäftigte voriges Jahr an 26 Tagen krankgeschrieben. Mehr als 100 von 1.000 Beschäftigten in der aktuell so stark geforderten Berufsgruppe der Zustelldienste und Logistik fallen täglich krankheitsbedingt aus, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen. Mit Blick auf all diejenigen, die diese Arbeitsausfälle abfedern müssen, seien die Unternehmen, aber auch die Gesellschaft als Ganzes gefragt. Zum einen kämen Arbeitgeber nicht umhin, sich stärker um das körperliche, auch seelische Wohlbefinden zu kümmern. Zum anderen könne ein maßvoller Umgang mit Post- und Lieferdienstleistungen eines jeden Einzelnen Entlastung für die Zustellerinnen und Zusteller bringen. Wenn der eine oder andere Weihnachtseinkauf bei einem Stadtbummel erledigt werde, stärke das den regionalen Einzelhandel und sorge gleichzeitig für mehr Bewegung in der Vorweihnachtszeit.
Die Analysen der BARMER zeigen, dass vor allem Rückenleiden zu hohen krankheitsbedingten Fehlzeiten bei Beschäftigten der Zustellbranche und Lagerwirtschaft führen. Mit durchschnittlich 9,8 Arbeitsunfähigkeitstagen aufgrund von Rückenbeschwerden ist der Wert mehr als doppelt so hoch wie der berufsübergreifende Mittelwert Thüringens, welcher bei 4,8 Tagen liegt. Für 5,6 Fehltage ist hingegen eine psychische Erkrankung ursächlich (thüringenweit: 4,5 Fehltage). Auch Verletzungen wie Frakturen oder Zerrungen schlagen mit überdurchschnittlichen Fehlzeiten zu Buche.
In der Berufsgruppe der Zustelldienste und Lagerwirtschaft führten sie im vergangenen Jahr zu 4,4 Fehltagen, während der berufsübergreifende Schnitt in Thüringen bei 2,6 Tagen liegt. Dass Zusteller in vielen Fällen krankgeschrieben sind, ist alarmierend. Dauerhafter Stress und Zeitdruck im Job haben Auswirkungen auf die Gesundheit, sagt Thüringens BARMER-Chefin Dziuk. Unternehmen in der Zustellbranche kämen daher nicht umhin, sich sowohl um das körperliche, als auch das seelische Wohlbefinden ihrer Beschäftigten zu kümmern. Sie könnten mit Angeboten zur Gesundheitsförderung und einem effektiven betrieblichen Gesundheitsmanagement viele Hebel bewegen, um die Mitarbeitergesundheit zu stärken. Hierbei stehe die BARMER den Unternehmen zur Seite.
