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Schausteller wehren sich gegen Weihnachtsmarktschließungen

Konsequenz darf nicht sein, dass wir unsere Art zu leben ändern

Samstag, 21. Dezember 2024, 16:12 Uhr
Der Deutsche Schaustellerbund ist die größte Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe in Deutschland. Er vertritt über 5.000 Familienbetriebe, die mit ihren Attraktionen ca. 10.000 Volksfeste und mehr als 3.200 Weihnachtsmärkte Deutschlands beschicken. Hier nimmt der Vorstand Stellung zum Terrorakt in Magdeburg...

"Die schreckliche Tat von Magdeburg bewegt und schockiert auch uns. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unsere Gedanken gelten den Opfern und den Hinterbliebenen. Den Verletzten wünschen wir baldige und vollständige Genesung, ihren Familien viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Den Rettungskräften, Polizeibeamten und allen Ersthelfern danken wir – und zollen ihnen höchsten Respekt für ihren schnellen Einsatz.

Doch mit unserer Anteilnahme und unseren guten Wünschen mischt sich auch Zorn. Unsere mehr als 3.200 Weihnachtsmärkte mit ihren jährlich 160 Millionen Besuchern stehen für Weltoffenheit, für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander, für Toleranz und Lebensfreude. Dass auch diese hohen Werte mit einer solchen Bluttat mit Füßen getreten werden, ist bitter. Jedem Weihnachtsmarkt liegt ein Sicherheitskonzept zugrunde, das die daran Beteiligten, die Polizei, die Feuerwehr, Rettungskräfte, Ordnungsdienste, Sicherheitsbehörden und auch wir Schausteller den jeweiligen individuellen Gegebenheiten anpassen.

Die Konsequenz aus der Tat von Magdeburg darf nicht sein, dass wir unsere Art zu leben ändern, die von Freiheit und Demokratie geprägt ist und davon, einander friedlich zu begegnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu feiern. Wir werden Anteil nehmen und der Opfer mit unseren Schweigeminuten gedenken. Doch Schließungen sind nicht die richtige Reaktion! Wir beugen uns nicht, wir müssen weitermachen!"
Für das Präsidium des Deutschen Schaustellerbundes,
Albert Ritter
Autor: red

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