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FRAGEN ZUR BUNDESTAGSWAHL 2025 AN die KANDIDATEN

Christian Hirte (CDU) im Interview

Montag, 10. Februar 2025, 07:30 Uhr
Zur vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar stellen wir Ihnen alle Direktkandidaten aus unserem Wahlkreis in einem einheitlichen Interview mit identischen Fragen vor. Lesen Sie heute die Antworten von Christian Hirte, Christlich Demokratische Union Deutschland (CDU)...

Christian Hirte beim Neujahrsempfang der Bad Langensalzaer CDU (Foto: Eva Maria Wiegand) Christian Hirte beim Neujahrsempfang der Bad Langensalzaer CDU (Foto: Eva Maria Wiegand)


nnz: Warum kandidieren Sie für den Deutschen Bundestag, was sind Ihre persönlichen Motive für diesen Schritt? Was kann und was muss in Berlin ihrer Meinung nach für Thüringen getan werden?
Christian Hirte:
Die Ampelpolitik ist gescheitert. Energiepreise sind zu hoch und die Wirtschaft ist in schlechter Verfassung. Zum ersten Mal seit Jahren müssen wir uns Sorgen machen um unsere Zukunft, unsere Arbeitsplätze und unseren erarbeiteten Wohlstand. Die Migration muss wieder geordnet werden. Wir benötigen jetzt den politischen Wechsel - ein Ruck muss durch unser Land gehen. Ich will mit Kompetenz, mit Anstand und mit Pragmatismus Deutschland wieder nach vorne bringen. Dies geht nur mit einer ordentlichen Mehrheit. Daher: Beide Stimmen für die CDU!

Ein wichtiges Thema für die Wähler ist die Entwicklung der Wirtschaft. Umreißen Sie bitte kurz die drei wichtigsten Maßnahmen, die eine neue Bundesregierung ergreifen muss, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftssicher zu gestalten.
1. Senkung von Energiepreisen
2. Spürbare Bürokratierückbau
3. Agenda für die Fleißigen im Lande: Wer arbeitet, muss mehr haben, als wer nicht arbeitet.

Haushaltsdiskussionen gab es in den letzten Jahren vom Bund bis hinab in viele Kommunen. Wie sollte der Staatshaushalt saniert werden? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um finanzielle Belastungen für Kreise und Kommunen in Deutschland abzumildern?
Wir orientieren uns am Grundsatz der Konnexität. Wer bestellt, bezahlt. Für uns ist klar: Wer eine Leistung veranlasst oder ausweitet, muss für ihre Finanzierung aufkommen. Besonders darauf zu achten ist, wenn Bundesgesetze oder andere Maßnahmen des Bundes bei den Ländern und Kommunen zu Mehrausgaben oder Mindereinnahmen führen. Und: nur eine wachsende Wirtschaft wird alle unsere Erfordernisse bezahlbar machen.

Welche Energiequellen sollten zukünftig in Deutschland verwendet werden? Sollte man sich von bestimmten Quellen verabschieden und wenn ja, warum und wie bald?
Nur mehr Angebot senkt die Preise. Bevor wir aussteigen, müssen wir einen adäquaten Ersatz haben. Dazu gehören die Erneuerbaren. Wir halten aber an der Option Kernenergie fest. Wenn irgend möglich, wollen wir die Wiederaufnahme des Betriebs der zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke.

Viele Kontroversen gibt es derzeit um die Migrationspolitik der Bundesrepublik. Wie sollte die neue Regierung unter Beteiligung Ihrer Partei mit diesem Thema umgehen?
Wir arbeiten in einer neuen Regierung vom ersten Tag an für eine grundsätzliche Wende in der Migrationspolitik - unser Grundsatz dabei ist Humanität und Ordnung. Wir richten auch die deutsche Außen- und Europapolitik sowie die Entwicklungszusammenarbeit auf dieses Ziel aus. Wir wollen die Kontrolle über die Migration zurückgewinnen. Wir wollen die illegale Migration stoppen und die humanitären Aufnahmen auf ein Maß beschränken, das die Möglichkeiten Deutschlands nicht länger überfordert. Unser nationales Asylsystem braucht zügige Verfahren, sichere Identitätsfeststellungen und eine konsequente Umsetzung der Asylentscheidungen. Darüber hinaus müssen wir Grenzkontrollen mit Zurückweisungen verbinden, den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte aussetzen und der generelle Vorrang von Sachleistungen. Eine echte Wende in der Migrationspolitik gibt es nur mit der CDU.

Seit knapp drei Jahren tobt der Ukrainekrieg. Wie kann und sollte die Bundesrepublik dazu beitragen, dass der Konflikt ein Ende findet?
Wir unterstützen die Ukraine mit diplomatischen, finanziellen und humanitären Mitteln sowie mit Waffenlieferungen. Es ist in unserem nationalen Interesse, dass Putin bei seiner Eroberung nicht erfolgreich ist. Fällt die Ukraine, droht der Angriff auf weitere europäische Länder, zum Beispiel im Baltikum oder Moldau. Gemeinsam mit Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich wollen wir in enger Abstimmung mit den USA eine gemeinsame Strategie entwickeln, um die Ukraine in ihrem Streben nach Frieden, Freiheit und Sicherheit zu unterstützen. Wir dürfen dabei ausschließlich gemeinsam, europäisch und mit den USA abgestimmt handeln. Unser Ziel ist ein Friedensprozess, der von uns in Europa und der Ukraine aus einer Position der Stärke und auf Augenhöhe geführt werden kann.

Viele Diskussionen gibt es momentan über die Kontrolle der sozialen Medien und etwaiger ausländischer Wahlbeeinflussung. Sollen die sozialen Medien stärker reguliert werden? Welche Meinung vertreten Sie zum Thema der eingesetzten Faktenchecker gegen Hassrede und Fake-News?
Wir müssen Sicherheit im Netz geben. Das gilt auch für Soziale Medien als wichtige Plattformen des Austauschs und der Information. Dabei stellen wir sicher, dass bei der Umsetzung des Digital Services Act der Schwerpunkt auf mehr Transparenz, Kampf gegen Desinformation sowie Jugend- und Medienschutz gelegt wird.

Mit welcher anderen Partei würden Sie koalieren wollen, um eine stabile Regierung für die nächsten vier Jahre zu erreichen?
Wir kämpfen nur für 100% CDU-Politik. Wer diese will, bekommt dies auch nur mit der CDU. Aktuell kann ich als Koalitionspartner nur die CSU nennen.

Wie stehen Sie persönlich zum Fraktionszwang in Ihrer Partei, wenn es um wichtige Entscheidungen geht?
Regierungskoalitionen müssen stabile Mehrheiten haben, sonst können diese nicht ordentlich arbeiten. Einen echten Fraktionszwang gibt es nicht. Auch ich habe meiner Fraktion bei Abstimmungen nicht folgen können. Grundsätzlich muss und kann das jeder einzelne Abgeordnete jeweils mit sich und seinem Gewissen vereinbaren.

Welche Chancen sehen Sie für sich selbst, am 23. Februar in Ihrem Wahlkreis ein Direktmandat zu gewinnen?
Ich möchte erneut den Wahlkreis als heimischer Kandidaten gewinnen. Bei uns gibt es mit Stefan Möller und Klaus Stöber gleich zwei Kandidaten der AfD, die im Streiter miteinander und der Partei liegen. Herr Möller kandidierte erst als Oberbürgermeister in Erfurt, dann für den Landtag im Unstrut-Hainich-Kreis und will jetzt in den Bundestag. Die Wähler müssen sich aber auf Ihren Kandidaten verlassen können. Ich stehe für Verlässlichkeit und Vertrauen. Deshalb beide Stimmen CDU!
Autor: red

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