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Stadtführung und Ausstellung 80 Jahre nach der KZ-Befreiung

Erinnerung an jüdisches Leben in Bad Langensalza

Donnerstag, 12. Juni 2025, 09:33 Uhr
Etwa 50 Männer, Frauen und Jugendliche versammelten sich am Dienstagabend am Bad Langensalzaer Rathausbrunnen, um die Erinnerungskultur an das jüdische Leben in der Rosenstadt aufrechtzuerhalten. Es folgte ein kurzer Spaziergang zu den Stolpersteinen und eine Ausstellungseröffnung in der Stadtbibliothek...

Seit 15 Jahren berichten Mary Fischer und Hartmut Rosinger interessierten Einheimischen und Gästen bei Stadtrundgängen über die jüdische Vergangenheit von Bad Langensalza. So war es auch am Dienstagnachmittag wieder, als die Vorsitzende der Gästeführerzunft und der Historiker eine Gruppe von Privatpersonen und Initiativen zu einem kurzen Gedenken begrüßten. Einige von ihnen hatten weiße Rosen dabei.

Eröffnung der Ausstellung Zeitzeugen des Zweitzeugen e.V. in der Stadtbibliothek Bad Langensalza (Foto: Markus Fromm) Eröffnung der Ausstellung Zeitzeugen des Zweitzeugen e.V. in der Stadtbibliothek Bad Langensalza (Foto: Markus Fromm)
Diese zeigten symbolisch die Anteilnahme für die in der Nazi-Zeit ermordeten Juden aus Langensalza. Dafür wurden im Vorfeld extra die sechs in der Kurstadt befindlichen Stolpersteine poliert, welche an deportierte Juden erinnern. Mary Fischer und Hartmut Rosinger gaben einen kurzen Überblick der Geschehnisse während der Jahre zwischen 1933 und 1945 und berichteten über die Lebensgeschichten einiger jüdischer Bürger Langensalzas.

Anschließend zog der Tross weiter zur Stadtbibliothek, wo die Ausstellung „Zeitzeugen“ des Zweitzeugen e.V. eröffnet wurde. Da mittlerweile kaum noch direkte Überlebende des Holocaust unter uns sind, porträtieren die Aufsteller verschiedene Personen, welche über das Leben ihrer ermordeten Vorfahren berichten. Außerdem wurde ein zusätzliches Roll-Up angefertigt, auf dem die Geschichte des Außenlagers KZ Buchenwald in Langensalza zu lesen ist, das in der Kammgarnspinnerei eingerichtet war.

Die Ausstellung ist bis zum 29. Juni zu den regulären Öffnungszeiten der Stadtbibliothek kostenfrei zu besichtigen. Es wurden auch Schulklassen explizit und herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen, da dieses Thema, speziell auf Bad Langensalza gemünzt, viel zu kurz im Unterricht käme. „Wir wollen gedenken und mahnen – auf, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät und sich niemals wiederholt“, sagte Franziska Übensee.

Markus Fromm
Autor: mfr

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