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Waldbrände in Thüringen

Dichtes Wegenetz im Wald birgt Gefahren

Mittwoch, 09. Juli 2025, 19:13 Uhr
Der NABU Thüringen zeigt Möglichkeiten für einen besseren Rückhalt von Wasser zur Brandvorbeugung im Wald auf. Der NABU Thüringen sieht im dichten Bestand des Wegenetzes in Thüringens Wäldern und der hohen Verkehrsbelastung eine grundsätzliche Waldbrandgefahr...



Laut ThüringenForst durchzieht ein Wegenetz von 11.100 Kilometer die Thüringer Wälder. Die meisten von ihnen sind mit dem LKW befahrbar. ”Entlang dieses Wegenetzes gibt es häufig Gräben, die zur Entwässerung des Waldes führen. Damit stabile und trockenheitsresistente Wälder aufwachsen können, braucht es allerdings jeden Tropfen Wasser. Deshalb ist es wichtig, das Wasser nicht über Gräben abzuleiten, sondern in den Wald hinein, damit es großflächig versickern kann. Dies dient dann auch dem Brandschutz“, sagt Silvester Tamás vom NABU Thüringen.

Im Zuge der Schadholzbereinigung sind aktuell in den Waldgebieten mehr LKW für Holztransporte und Holzerntemaschinen unterwegs als jemals zuvor. Die damit verbundene Bodenverdichtung führt zu noch mehr Wasserabfluss. Ein zusätzliches Problem ist die durch den Wegebau entstandene Auflichtung der Wälder. Dies hat weniger Vegetation und höhere Temperaturen im Wald zur Folge. Wenn wir viele Verkehrswege in unseren Wäldern haben, bedeutet dies auch mehr Verkehrsbewegungen durch Kraftfahrzeuge. Dies kann sich in heißen und trockenen Sommermonaten zu einer weiteren Gefahrquelle für Waldbrände entwickeln.

Der NABU Thüringen sieht deshalb die Notwendigkeit mehr Wasser in den Waldgebieten zurückzuhalten, dies gilt besonders für die Hochflächen. Dirk Hofmann, stellvertretender Vorsitzender des NABU Thüringen, sagt: “Besonders in den Gebieten mit Fichtenmonokulturen und in den durch Schadflächen betroffenen Gebieten braucht es jetzt konkrete Maßnahmen. Es sollten weitläufige Vernässungszonen geschaffen werden, um möglichst viel Wasser in der Waldfläche zurückzuhalten. Dies kann auch den Rückbau von befahrbaren Waldwegen sowie die Anpassung und den Rückbau von Entwässerungssystemen einschließen. Außerdem müssen unsere Wälder zukünftig kühler und feuchter gestaltet werden. Neben einem hohen Kronenschlussgrad sind hierfür besonders artenreiche Laubmischwälder der einfachste Weg, um potenzielle Waldbrände und ihre Ausbreitung deutlich zu reduzieren.“ Aus Sicht der Naturschützer muss sich der Freistaat zukünftig bei der Brandbekämpfung von Waldbränden noch besser wappnen. So sollte über die Anschaffung von Löschflugzeugen und -hubschraubern nachgedacht werden und diese im Länderverbund auch in schwer zugänglichen Waldgebieten zum Einsatz kommen.
Autor: emw

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