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Mindestlohnerhöhung im Januar 2026:

Im Januar bekommt jeder fünfte Thüringer mehr Lohn

Mittwoch, 16. Juli 2025, 13:55 Uhr
Zum 1. Januar 2026 soll der Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde steigen. Wie das Thüringer Lan- desamt für Statistik mitteilt, wird diese Anhebung des Mindestlohns von aktuell 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde geschätzt 160 Tausend Jobs von den aktuell insgesamt 840 Tausend Jobs in Thüringen betreffen...

Damit liegen schätzungsweise rund 19,0 Prozent aller Jobs in Thüringen vor der Mindestlohnanhebung rechnerisch unterhalb des geplanten Mindestlohns von 13,90 Euro. Werden diese Jobs künftig mit dem neuen Mindestlohn vergütet, ergibt sich für die betroffenen Beschäftigten eine geschätzte Steigerung der Verdienstsumme um knapp 5,8 Prozent bzw. in Summe rund 12 Millionen Euro.

Von den insgesamt 840 Tausend sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (ohne Auszubildende, Praktikantinnen bzw. Praktikanten und Minderjährige) würden 160 Tausend Personen von der An- passung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026 profitieren. Verglichen mit der letzten großen Mindestlohnanpassung im Oktober 2022 auf 12,00 Euro pro Stunde, würde die Anzahl der Betroffenen in Thüringen leicht ansteigen. Damals profitierten rund 153 Tausend bzw. 17,7 Prozent der Jobs in Thüringen von der Mindestlohnerhöhung von 10,45 Euro auf 12,00 Euro.

Frauen in Thüringen werden geschätzt häufiger (21,1 Prozent) als Männer (17,1 Prozent) von der Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026 profitieren. Die Mindestlohnbetroffenheit wäre bei geringfügig entlohnt Beschäftigten mit 67,2 Prozent überdurchschnittlich hoch.Danach würden die Teilzeitbeschäftigten mit 19,1 Prozent und die Vollzeitbeschäftigten mit 10,8 Prozent profitieren.

In nicht tarifgebundenen Betrieben könnte die Mindestlohnerhöhung ab dem 1. Januar 2026 auf die Verdienste von 28,0 Prozent der Jobs in Thüringen Einfluss haben, in tarifgebundenen Betrieben auf 8,3 Prozent. Im Dienstleistungsbereich würde die Mindestlohnerhöhung mit 20,0 Prozent deutlich höher liegen als im Produzierenden Gewerbe mit 15,4 Prozent.

Zum 1. Januar 2027 soll der Mindestlohn erneut steigen. Von der zweiten vorgesehenen Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro je Stunde im Januar 2027 werden Stand jetzt mit geschätzt 24,6 Prozent bzw. 207 Tausend Jobs knapp ein Viertel der 840 Tausend Jobs in Thüringen betroffen sein. Werden diese Jobs mit 14,60 Euro entlohnt, entspräche dies einer geschätzten Steigerung der Verdienstsumme um rund 4,4 Prozent bzw. knapp 14 Millionen Euro.

Bitte beachten:
Aufgrund der Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn wurden Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Minderjährige bei den Auswertungen zum Mindestlohn ausgeschlossen. Die An- gaben zur Betroffenheit der Mindestlohnerhöhung und zur geschätzten Veränderung der Lohnsumme beziehen sich auf die Bruttostundenverdienste ohne Sonderzahlungen, Überstundenvergütung und Zuschläge sowie ohne bezahlte Überstunden im April 2024. Die dargestellten Berechnungen sind als Obergrenze zu verstehen.
Autor: red

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