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Das 31. Mittelalterstadtfest wurde auch rhetorisch bunt eröffnet

Langensalza macht zwei Tage einen drauf

Samstag, 30. August 2025, 16:30 Uhr
Seit Anfang der Woche läuft die zur schönsten Kleinstadt Deutschlands gekürte Rosenstadt Bad Langensalza wieder zu Höchstform auf und putzt sich heraus für das große Spektakel am letzten Augustwochenende. Die Belohnung war am Nachmittag strahlender Sonnenschein und fröhliche Gäste …

Hexen, Furien und flotte Weiber auf meterhohen Stelzen bereichern wieder das Mittelalterstadtfest in Bad Langensalza (Foto: Eva Maria Wiegand) Hexen, Furien und flotte Weiber auf meterhohen Stelzen bereichern wieder das Mittelalterstadtfest in Bad Langensalza (Foto: Eva Maria Wiegand)


Wie schon so oft waren die offiziellen Wahrsagereien für den Wetterverlauf düster, noch am Donnerstag hätte man die Innenstadt gefühlt mit einem Schlauchboot befahren können, so hat es gegossen. Und selbst am Freitagvormittag sah es eher nach einer mittelalterlichen Schlammschlacht aus als nach einem Sommerfest. Doch wie immer in den letzten Jahren präsentierte sich das Mittelalterstadtfest allen Orakeln und Ängsten zum Trotz bei der Eröffnung mit herrlichem Sonnenschein bei angenehmsten Temperaturen. Die knapp einhundert Künstler, Musiker und Gaukler nebst Henker hielten ihren traditionellen Einzug auf dem Töpfermarkt, nachdem sie zuvor jubilierend durch die Stadt gezogen waren.

Erstmals dabei auch der neue Kreisfürst von Unstrut und Hainich, Thomas Ahke, der sich mit seiner Fürstin auf der Bühne zu Bürgermeister und Bürgermeisterin sowie der bezaubernden Rosenkönigin Maxima gesellte. Wo sie sich die flotten Sprüche des Herolds Radolf zu Duringen anhören durften. Dieser mittelalterliche Sprachmagier zelebrierte gemeinsam mit dem Gastgeberpaar um Mary Fischer die Vorstellung aller künstlerisch Beteiligten an diesem 31. Mittelalterstadtfest zu Langensalza.

Im Vorfeld gab es einigen Lärm um das Fest, das seine nächste Auflage erst in zwei Jahren erblicken soll, wenn es nach Bürgermeister Matthias Reinz und den Verwaltern des Stadtsäckels mit (leider) nur noch wenigen Talern geht. Das Stadtoberhaupt dankte dann auch ausdrücklich seinen Mitarbeitern im Rathaus, aber auch allen Helfern seiner Fachbereiche und lobte alle Ehrenamtlichen und Freiwilligen, ohne deren Einsatz ein solches fest nicht mehr durchführbar wäre. Und er wisse, sagte er, dass ihn momentan der eine oder die andere für seine Entscheidung am liebsten auf der Streckbank beim Henker vor dem Rathaus liegen sähe. Doch leider sei ihm keine andere Wahl geblieben.

Herold Radolf zu Duringen sprach weise Worte zur Eröffnung  (Foto: Eva Maria Wiegand) Herold Radolf zu Duringen sprach weise Worte zur Eröffnung (Foto: Eva Maria Wiegand)


Der in Langensalza inzwischen legendäre Herold Radolf zu Duringen, hinter dem sich der Gothaer Ralph-Uwe Heinz vebirgt, griff die Worte des Bürgermeisters auf und appellierte an die versammelte Bürgerschaft am demokratischen Prozess teilzunehmen und die Zukunft des Festes zu diktieren und mit Vorschlägen zu bereichern. Dafür wird ein 30 Meter langes Papier öffentlich ausgelegt, auf dem sich Besucher, Mitwirkende, Einheimische, und wer sonst noch will, mit eigenen Gedanken zum Fest, seiner Verbesserung oder aber auch Kritik daran verewigen kann.

„Niemand hat die Absicht, etwas zu verhindern, was sich zu einem solchen Schatz entwickelt hat“, erwiderte Matthias Reinz, aber es müssten „sich alle g e m e i n s a m einsetzen, damit das Fest weiter über die Stadtgrenzen hinaus berühmt“ gemacht werde. Das war fast ein schönes Schlusswort zur Eröffnung, aber der Herold wäre nicht der Herold, wenn er nicht das letzte Wort behalte hätte: „Greift nicht die Personen an, sondern fördert tatkräftig die Sache!“, rief er den versammelte Leuten auf dem Töpfermarkt zu. Zum Dank erhielt er viel „Applauso" für seine Worte und das bunte Treiben nimmt seitdem seinen Lauf.
Olaf Schulze

Bad Langensalza macht mehr als ein Fass auf (Foto: Eva Maria Wiegand) Bad Langensalza macht mehr als ein Fass auf (Foto: Eva Maria Wiegand)


Landrat Thomas Ahke mit seiner Gemahlin beim 31. Mittelalterstadtfest in Bad Langensalza (Foto: Eva Maria Wiegand) Landrat Thomas Ahke mit seiner Gemahlin beim 31. Mittelalterstadtfest in Bad Langensalza (Foto: Eva Maria Wiegand)







Autor: emw

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