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Erfurter IHK-Präsidentin greift Bundesregierung an

"Es fehlt an verlässlichen Rahmenbedingungen"

Mittwoch, 10. September 2025, 09:14 Uhr
Das Statement der Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt, Dr. Cornelia Haase-Lerch, zur aktuellen Lage der Thüringer Industrie fällt wenig freundlich aus. Fazit: Es passiert zu wenig in Berlin...

„Die industrielle Basis in Thüringen steht unter wachsendem Druck. Der dramatische Rückgang bei Investitionen in Fabrik- und Lagergebäude, Werkschließungen und Arbeitsplatzreduzierungen zeigen deutlich: Es fehlt nicht an unternehmerischer Bereitschaft – sondern an planbaren und verlässlichen Rahmenbedingungen. Viele Betriebe würden gern investieren, können es aber nicht, weil Kosten für Arbeit und Energie, wachsende Bürokratie und Unsicherheit die Standortperspektiven dämpfen.

Die Landesregierung zeigt Dialogbereitschaft, unterstützt gezielt Transformation und steht mit Formaten wie dem Pakt für Wachstum und Arbeitsplätze oder dem Branchendialog Automobil in engem Austausch mit den Akteuren. Das ist gut und wichtig. Doch die zentrale industriepolitische Verantwortung liegt beim Bund – und hier wurde in den vergangenen Jahren zu wenig getan, um Ostdeutschland als Industrie- und Innovationsstandort wirklich zu stärken.

Die anstehende MPK-Ost in Thüringen ist eine Chance, diese Versäumnisse offen anzusprechen. Es braucht endlich eine konsequente industriepolitische Wende auf Bundesebene: mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen, mehr Anreizen für Arbeit, schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren, einem investitionsfreundlichen Steuerrecht und einem effektiven Bürokratieabbau.

Die Unternehmen brauchen keinen staatlichen Dirigismus oder Rettungsschirme, sondern wirtschaftlichen Gestaltungsspielraum.“
Autor: red

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