Kirchenkreis ergänzt Beschilderung
Neue Müntzer-Tafel in Mühlhausen
Donnerstag, 30. Oktober 2025, 09:19 Uhr
Am Dienstag wurde am Haus Bei der Marienkirche 9 in Mühlhausen eine neue Gedenktafel für Thomas Müntzer enthüllt. Das Gebäude, heute Sitz der Superintendentur und des Kreiskirchenamtes, war im Frühjahr 1525 Wohnort des Theologen und Reformators...
Die neue Tafel ergänzt und korrigiert die bisherige, 1951 angebrachte Gedenktafel, die Müntzer ausschließlich als Revolutionär darstellte. Nun rückt seine Rolle als Theologe und geistlichen Anführer in den Vordergrund:
Thomas Müntzer – Theologe, radikaler Reformator, Pfarrer, geistlicher Anführer im Bauernkrieg, lebte mit seiner Frau Ottilie und dem Sohn in diesem Haus von Februar bis Mai 1525.
Gestaltet von der Künstlerin Anne Knödler und gefertigt vom Glasstudio Derix, besteht die Tafel aus mundgeblasenem Antik-Glas und ist mit einem Schutzglas versehen. Superintendent Christian Beuchel betonte bei der Enthüllung die Bedeutung der neuen Darstellung im Müntzer-Gedenkjahr 2025: Sie setzt dem ideologisierten Bild der DDR von Thomas Müntzer etwas entgegen.
Die bisherige Tafel lautete: Hier wohnte im Jahre 1525 der große Revolutionär Thomas Müntzer, Führer der aufständischen Bauern gegen ihre feudalistischen Unterdrücker. 1951. Schon zu Beginn seiner Amtszeit vor zwei Jahren wurde Beuchel von Gästeführern auf diese Darstellung angesprochen. Die neue Tafel greift nun auch ein theologisches Zitat Müntzers auf: Die Furcht vor Gott muss rein sein – ohne alle Furcht vor Menschen und Kreaturen.
Dieser Satz stammt aus Müntzers Fürstenpredigt vom 13. Juli 1524 auf Schloss Allstedt. Er beschreibt den inneren Antrieb Müntzers sehr gut, so Beuchel. Der Mensch muss seine Seele freimachen für die Beziehung zu Gott. Nur aus dieser theologischen Haltung heraus ist verständlich, warum Müntzer sich den Bauern anschloss – in Ehrfurcht vor Gott und das Leiden in Kauf nehmend. Die Niederlage der Bauern in der Schlacht bei Frankenhausen am 15. Mai 1525 setzte dem ein Ende. Thomas Müntzer wurde verhaftet und später hingerichtet.
Autor: redDie neue Tafel ergänzt und korrigiert die bisherige, 1951 angebrachte Gedenktafel, die Müntzer ausschließlich als Revolutionär darstellte. Nun rückt seine Rolle als Theologe und geistlichen Anführer in den Vordergrund:
Thomas Müntzer – Theologe, radikaler Reformator, Pfarrer, geistlicher Anführer im Bauernkrieg, lebte mit seiner Frau Ottilie und dem Sohn in diesem Haus von Februar bis Mai 1525.
Gestaltet von der Künstlerin Anne Knödler und gefertigt vom Glasstudio Derix, besteht die Tafel aus mundgeblasenem Antik-Glas und ist mit einem Schutzglas versehen. Superintendent Christian Beuchel betonte bei der Enthüllung die Bedeutung der neuen Darstellung im Müntzer-Gedenkjahr 2025: Sie setzt dem ideologisierten Bild der DDR von Thomas Müntzer etwas entgegen.
Die bisherige Tafel lautete: Hier wohnte im Jahre 1525 der große Revolutionär Thomas Müntzer, Führer der aufständischen Bauern gegen ihre feudalistischen Unterdrücker. 1951. Schon zu Beginn seiner Amtszeit vor zwei Jahren wurde Beuchel von Gästeführern auf diese Darstellung angesprochen. Die neue Tafel greift nun auch ein theologisches Zitat Müntzers auf: Die Furcht vor Gott muss rein sein – ohne alle Furcht vor Menschen und Kreaturen.
Dieser Satz stammt aus Müntzers Fürstenpredigt vom 13. Juli 1524 auf Schloss Allstedt. Er beschreibt den inneren Antrieb Müntzers sehr gut, so Beuchel. Der Mensch muss seine Seele freimachen für die Beziehung zu Gott. Nur aus dieser theologischen Haltung heraus ist verständlich, warum Müntzer sich den Bauern anschloss – in Ehrfurcht vor Gott und das Leiden in Kauf nehmend. Die Niederlage der Bauern in der Schlacht bei Frankenhausen am 15. Mai 1525 setzte dem ein Ende. Thomas Müntzer wurde verhaftet und später hingerichtet.

